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06. 05. 2008 - Rewe-Konzern in den Entenfellner-Skandal verwickelt!
siehe auch Anzeigen-Nachtrag

Unglaublich, aber wahr - die Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Penny) verkauft Schweinefleisch aus der Entenfellner-Qual-Anstalt! Damit nicht genug, der Konzern zeichnet die Produkte auch noch mit seiner „Bauernhof-Garantie“ aus!

Zur Vorgeschichte: im April war von anonymen Tierrechts-AktivistInnen aufgenommenes Film- und Fotomaterial an RespekTiere, ANIMAL SPIRIT und Tier-WeGe übermittelt worden. Die Aufnahmen zeigten unglaubliche Zustände in den Schweine-Mastanlagen des Herrn Mag. Entenfellner, ein Tierarzt und Landwirt, welcher sich schon vor etlichen Jahren wegen derselben Sachlage entrüsteten TierschützerInnen gegenüber sah. Allerdings, Herr Entenfellner ist kein Unbekannter, er verkehrt in prominenten Kreisen, eine Tatsache, welche alle Proteste an ihm abgleiten ließ - nichts war ihm damals passiert, er hatte die „Lizenz zum Schweinequälen“ keineswegs verloren!

Die meisten von Ihnen werden die neuen schrecklichen Bilder aus der Farm bereits gesehen haben, wenn  nicht, bitte überzeugen Sie sich nochmals: www.youtube.com/respektiere bzw. http://de.youtube.com/watch?v=8XN_zXu34nM

Trotz der eindeutigen Sachlage, gedeckt durch seine hervorragenden Beziehungen zur Prominenz und Medien, schien es kurzfristig so, als ob Herr Entenfellner sich auch dieses Mal wieder aus der Affäre schummeln könnte; die genannten Vereine hatten sich auf Grund der so eindeutig scheinenden Beweislage zu einer kurzfristigen Besetzung des Hofes entschlossen, so lange, bis die Polizei und der Amtstierarzt eintreffen würden, um die schweren Vorwürfe zu untermauern und bestätigt zu sehen. Es dauerte dann aber fast drei Stunden, bis besagter Amtstierarzt, ein Berufskollege Entenfellners, an der Stätte des Protests erschien. Zeit genug jedenfalls für die Arbeiter, allfällig Unangenehmes noch schnell verschwinden zu lassen. Das Amtsorgan stellte danach tatsächlich nur geringe Verstöße fest, allerdings wies er einen „Überbestand“ aus, was dem Hörensagen zufolge den baldigen Tod von vorerst 250 Schweinen bedeutet hat.

Angesichts dieser Entwicklung wurde uns sehr schnell bewußt, man muß das Übel hier an der Wurzel packen, so daß das Geflecht von „Freunderlwirtschaft“ und Beziehungen keine Früchte mehr zu tragen imstande sein wird.

RespekTiere schrieb nun alle Nahrungsmittelkonzerne an, mit der Bitte, uns allfällige Partnerschaften mit Herrn Mag. Entenfellner bekannt zu geben. Anfänglich schien dieses Bemühen ein erfolgloses, die Reaktion war eine vorsichtige und zögernde. Die „Agra Markt Austria“ (AMA) bestätigte allerdings, daß Herr Mag. Entenfellner deren Gütesiegel nicht führen dürfe! Erinnern Sie sich: vor kurzem gab es einen Disput zwischen der Rewe-Gruppe und AMA, weil Rewe zwar im Obst- und Gemüsebereich auf AMA baue, jedoch bei Fleischprodukten auf das Siegel verzichtet, „weil ja die „Bauernhofgarantie“ ohnehin ein Pendant dazu darstelle“… Eine Entscheidung mit Hintergedanken?

Jedenfalls, wir erhielten von allen großen Konzernen bald negative Mitteilungen, weder bei Lidl, noch bei Hofer, Unimarkt, Nah und Frisch, Spar, usw. werde Entenfellner-Fleisch verkauft. Als nächstes wandten wir unsere Aufmerksamkeit den Zerlegebetrieben zu, auch von dort war nichts wirklich Neues zu erfahren, allerdings zeichnete sich auch eine gewisse Nervosität in Bezug auf den Namen Entenfellner ab - so manch sonderbares Gerücht wurde uns zugetragen.

Doch wir leben in einer Welt der Fakten, und bei solchen sollten wir auch bleiben; letztendlich, nachdem von anderer Stelle eine diesbezügliche Absage gekommen war, erhielten wir Nachricht von Herrn Mag. Ing. Stumpf, seines Zeichens Sprecher des Qualitätsmanagements der Rewe-Gruppe; was wir da lesen mußten warf uns beinahe um:   

Sehr geehrter Hr. Putzgruber!

Erfüllt ein bäuerlicher Betrieb die österreichischen gesetzlichen Anforderungen in Sachen Tierschutz und Tierhaltung wird er bei uns als Lieferant gelistet. Sollte dies nicht der Fall sein, wird er umgehend als Lieferant gesperrt. Durch unsere Bauernhofgarantie ist dies schnell umsetz- und kontrollierbar.

Unsere Qualitätssicherung beschäftigt 5 Mitarbeiter, die einmal wöchentlich unangemeldete Kontrollen bei Landwirten durchführen, dies geschieht nach einem Stichprobenplan. Sollten hierbei grobe tierschutzrechtliche Mängel festgestellt werden oder es wird uns der Einlaß in den Betrieb verwehrt, so wird, wie oben erwähnt, der Betrieb aus der Lieferantenliste genommen.

Im Fall Entenfellner ist besagter Betrieb, nach Rücksprache mit Hr. Entenfellner und in Bezugnahme auf die Betriebsbesichtigung durch einen Amtstierarzt am 24.04.2008, wobei nur zwei geringe Mängel entsprechend der gesetzlichen Vorgaben festgestellt wurden, weiterhin als Lieferant gelistet. Die erhobenen Mängel wurden natürlich sofort behoben.

Ob die erwähnten gesetzlichen Grundlagen eine artgerechte Tierhaltung ermöglichen ist eine andere Sache, hierüber könnte man eine Grundsatzdiskussion führen.

Denn bei der derzeitigen gesetzlichen Lage ist vor allem die Geflügel- und Schweinehaltung immer eine Art von Massentierhaltung, in der es in Einzelfällen zu bedauernswerten Tierschicksalen kommen kann, wobei dies natürlich auf keinen Fall zur Routine werden darf.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen auch telefonisch gerne zur Verfügung.

Verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Mag. Ing. Ingo Stumpf

Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen: „Nach Rücksprache mit Herrn Entenfellner in Bezugnahme auf den Amtstierarzt“; das allein genügt einem Riesen-Konzern wie Rewe als Bestätigung? Warum wurde nicht zumindest einer dieser fünf MitarbeiterInnen, nach dem Bekanntwerden der schaurigen Zustände, dort hingeschickt, um unangemeldet dort nach dem rechten zu sehen? Wie viel ist den Rewe-Bossen die Meinung und das Vertrauen ihrer KundInnen denn wert? Was sagt der Hausverstand? Rewe beschäftigt fünf (!) MitarbeiterInnen, welche wöchentlich unangemeldete Kontrollen auf „Bauernhöfen“ durchführen! Auf solchen, welche mit dem sogenannten „Bauernhof-Gütesiegel“ ausgezeichnet sind! Wurde dabei Mag. Entenfellner in der Vergangenheit auch nur ein einziges Mal kontrolliert? Eine Frage, auf deren Beantwortung wir noch warten. Mag. Entenfellner führt also das „Bauernhof-Gütesiegel“ der Rewe Gruppe, wie einst ein Adolf Beckerle, der Schweinebaron aus dem Innviertel, wo die Zustände eine erschreckende Ähnlichkeit mit jenen in Entenfellners „Farm“ aufwiesen. Ein Gigant, einst größter Schweinemäster Oberösterreichs, welchen die nicht enden wollenden Proteste der Tierrechtsbewegung, inklusive zweier Schweinebefreiungen, zu Fall und letztlich die Auslistung bei Billa und Merkur zuwege brachte; heute stehen die Folter-Ruinen nur noch als schauriges Mahnmal in der Landschaft...

Hier das ursprüngliche Schreiben von RespekTiere an den REWE-Konzern:

Sehr geehrter Herr Mag. Ing. Stumpf!
Einen schönen guten Morgen!

Leider müssen wir den Tag mit einer mehr als unangenehmen Angelegenheit beginnen. Wir hoffen sehr, Sie hatten bereits die Gelegenheit, sich das von uns erwähnte Video näher anzusehen. Wir als Verein RespekTiere erwarten von Ihnen anhand des vorliegenden Beweismaterials eine sofortige Beendigung Ihrer Zusammenarbeit mit Herrn Mag. Entenfellner. Es kann nicht sein, daß Sie Produkte aus diesem Betrieb bei sich listen und Ihre Kunden auch noch mit einer 'Bauernhofgarantie' über die schrecklichen Bedingungen in dieser Quälanstalten hinweg täuschen.

Erschwerend kommt das Faktum hinzu, daß Sie über die entsetzliche Tierquälerei in Herrn Entenfellners Betrieb Ihrem Schreiben zufolge nun zumindest seit dem 24. April 08 bescheid wissen, und diese durch die fortgesetzte Zusammenarbeit nicht nur dulden, nein, Sie unterstützen sie, indem Sie Herrn Mag. Entenfellner für sein Tun bezahlen! „Das Schweigen zu einer Untat, die man kennt, ist die allergemeinste Art unserer Mitschuld.“

Ich muß Ihnen ankündigen, kommen Sie unseren Anliegen nicht nach, wird dieser Schritt einen schweren Imageschaden für Sie bedeuten und Sie werden sich einer Flut von entrüsteten KundInnen stellen müssen. Auch die Medien werden einer allfällig fortgesetzten Kooperation zwischen Rewe und Entenfellner mehr als skeptisch gegenüber stehen! Die österreichische Tierrechtsbewegung wird zudem das ihre dazu beitragen, um die Öffentlichkeit an der weiteren Partnerschaft Rewe - Entenfellner teilhaben zu lassen!

Andererseits, sollten Sie sich nun für eine Beendigung dieser Zusammenarbeit entscheiden, werden wir nicht müde werden zu betonen, daß Ihr Konzern keine Tierqual duldet (wie Sie das ja bereits 1995 als erster österreichischer Lebensmittelkonzern mit der Auslistung der Käfig-Eier getan haben) und mit harter Konsequenz diejenigen ausscheidet, welche gegen die Gesetze von Moral und Anstand verstoßen und am Rücken der gequälten Mitlebewesen ihren Profit zu erreichen versuchen!

Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Entscheidung und setzen einen Schritt gegen diese offensichtliche Tierquälerei!

Es ist Ihre Verantwortung, Menschen wie Herrn Entenfellner, welche die gesamte Bauernschaft und auch Tierärzteschaft beleidigen, keine Plattform zu bieten!

Wir hoffen sehr, Sie überraschen uns mit einer schnellen und richtigen Entscheidung!
mit herzlichen Grüßen
Thomas Putzgruber

Lassen wir Rewe einen Tag der Besinnung. Sollte sich der Konzern aber nicht bis spätestens morgen mit positiven Nachrichten melden, dann laßt uns gemeinsam unsere Bestrebungen ausdrücken und erst dann damit aufhören, wenn Rewe die Beendigung der Partnerschaft mit Mag. Entenfellner bekannt gibt!

Maggie Entenfellner, die Krone-„Tierschutzbeauftragte“ und berühmte Schwester des Herrn Tierarztes, welche auf unser Schreiben mit der Bitte um Zusammenarbeit trotz ihrer öffentlich erklärten Distanz zu ihrem Bruder noch immer nicht reagiert hat, bekommt nun einmal mehr die Chance, in ihrer Zeitung, der auflagenstärksten Österreichs, den Wahnsinn der Intensivtierhaltung anzuprangern und Mag. Ferdinand Entenfellner als das zu bezeichnen was er ist: ein Tierquäler, Konsumententäuscher und Verräter seiner eigenen Zunft, der Tierärzte!

Wir warten gespannt auf die heutigen Ereignisse und werden sofort über Neues berichten!

Thomas Putzgruber
© RespekTiere

 

Dieser Anzeigen-Nachtrag ist mit Bildern an die zuständige BH St.Pölten-Land, Tierärztekammer und Volksanwaltschaft (und in Kopie an diverse Medien) gegangen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Anhang ersehen Sie mehrere Fotos, die uns am 22.4.08 - wie berichtet - zugespielt wurden, auf denen jetzt aber eindeutig verschiedene Ohrmarkennummern (aus dem Betrieb Ferdinand Entenfellner, Stössing) zu sehen sind und gleichzeitig die ebenfalls auf dem Video aufscheinenden extremen Tierquälereien, der Kannibalismus und die schwere Vernachlässigung der Tiere.

Somit können Sie diese Aufnahmen nun - sowohl was das Datum, als auch was die Betriebs-Zuordnung betrifft - eindeutig der Schweinemastfabrik Entenfellner in Stössing zuordnen, falls Sie die Zustände bei Ihrer Kontrolle am 24.4.08 nicht mehr so vorgefunden haben sollten, wie auf den Bildern dokumentiert.
 
Ich hoffe sehr, daß somit diesmal auch die notwendigen behördlichen, gerichtlichen und standesrechtlichen Konsequenzen gezogen werden, im Interesse der Tiere, der Umwelt, der geplagten Anrainer, der Konsumentensicherheit, der Gesundheit der fleischessenden Bevölkerung sowie des Ansehens der Bauern- und v.a. auch der Tierärzteschaft.

MfG,
Dipl.Tzt.Dr. Franz-Joseph Plank

klicken Sie auf die Bilder - im Großformat sind die Ohrmarken eindeutig erkennbar

   

 

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