
03.
03. 2006 - Fohlenzucht für
den Schlachthof
Titelgeschichte in der aktuellen Pferderevue: Jährlich
werden Hunderte Haflinger- und Norikerfohlen geschlachtet - Experten
diskutieren die Schattenseite der Pferdezucht.
Aufgrund der Initiative von ANIMAL SPIRIT und unserer
allherbstlichen Demos bzw. Fohlen-Freikaufaktionen auf diversen
Pferdemärkten in Österreich hat die "Pferderevue" (März 2006, erhältlich
in jeder Trafik) ihre aktuelle Titelgeschichte diesem Thema gewidmet:
"Die Schattenseite der Zucht - weshalb jedes Jahr Hunderte Haflinger-
und Norikerfohlen geschlachtet werden".
In der Diskussionsrunde standen diverse Vertreter von
Haflinger- und Noriker-Zuchtverbänden aus NÖ, Sbg und Tirol dem Obmann
von ANIMAL SPIRIT, Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank und dem Leiter des
Instituts für Tierhaltung und Tierschutz, U.Prof. Dr. Josef Troxler
gegenüber. Prof. Troxler sieht beim Schlachtfohlenexport zunehmend ein
"Imageproblem für Zuchtverbände" und sieht nicht ein, "warum halbjährige
Fohlen geschlachtet werden müssen". Man solle sie einer anderen Nutzung
zufähren und zu einem späteren Zeitpunkt schlachten. Seine Erfahrung im
Tierschutz: "Am Schluß bestimmt immer das Geld, wieviel Tierschutz
gemacht wird oder nicht." Und "ich habe immer nur gehört: es rentiert
sich nicht. Ja warum macht man es dann? Warum hält dann jeder Bauer eine
Stute?"
Dr. Plank hat dazu folgende Erklärung: "Mir hat ein
Zuchtverbands-Funktionär in OÖ gesagt, daß das daran liegt, daß die
Deckprämie bei Norikern und Haflingern äußerst gering ist, bei 110,-
Euro, und bei anderen Rassen wie dem Warmblut eben viel höher. Damit
unterstützt man letztlich die Schlachtfohlenproduktion. Fohlen bringen
eben auch dann noch einen kleinen Gewinn, auch wenn es nur 400 oder 500
Euro einbringt." Weiters bringt er einen Aspekt ein, der allerdings bei
den Zuchtfunktionären nur Kopfschütteln auslöst: "Es ist durch das
Tierschutzgesetz verboten, Hunde und Katzen für Nahrungszwecke zu töten.
Wir müssen uns die Frage stellen, ob es angebracht ist, Tiere, die dem
Menschen genauso zugetan sind und uns so viel geben, zu töten und
aufzuessen, wenn man sie nicht mehr braucht. Pferde sind Seelengenossen,
Freizeitpartner des Menschen - und dennoch behandelt man sie auf den
Märkten und im Schlachthof um keinen Deut besser als sonstiges
"Schlacht-Vieh". Was aber nicht heißt, daß mir die Kälber, Ferkel oder
Kaninchen nicht genauso leid tun, die tagelang transportiert und dann
geschlachtet werden."
Die Diskussion brachte erwartungsgemäß keine großartige
Annäherung der total unterschiedlichen Standpunkte - wie immer
ausschließlich bedingt durch den auf dem Rücken von unendlich vielen
Tieren erworbenen Profit - aber es war ein wertvoller Beitrag für die
Öffentlichkeit, damit sich das Bewußtsein der Bevölkerung für dieses
Problem noch mehr erweitert. Vielleicht auch einmal das der Politiker,
die es in der Hand hätten, Gesetze zu erlassen, die Langzeittransporte -
oder vielleicht auch einmal das Schlachten von Pferden generell -
verbieten.
Rückfragehinweis: Dr.
Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
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