
01. 07. 2005 - Petition gegen Massentötung
der Galgos
LAS
NIEVES • Vereinigung zum Schutz der Tiere
Postfach: Apartado de Correos 240 • 28600 Navalcarnero (Madrid)
Telefon: [+34] 647 902 752 oder [+34] 670 785 100
Anrufbeantworter: [+34] 918 139 126
Email: lasnieves@asociacionlasnieves.org
http://www.asociacionlasnieves.org/
Petition gegen die Massentötung der Galgos in Spanien:
http://www.artisan-marketing.at/lasnieves/petition/index.php
Geboren um zu leiden, geboren um zu sterben
Wenden Sie nicht Ihren Blick ab von diesen Augen. Kalt und tot, sieht
man in ihnen allen Abscheu und alles Leid derer, deren einziges Vergehen
es war geboren zu werden. Einzig, damit der Tod dieses Hundes nicht
umsonst ge-wesen sein und das Ersterben seines Schreies, das Zerreissen
seiner Haut und das Ende seines Kampfes dazu dienen möge, dass
andere nicht dasselbe Schicksal erleiden müssen.
Er war jung und stark, aber etwas dürfte nicht gut gelaufen sein
für ihn. Vielleicht lief er nicht so schnell wie er sollte, vielleicht
ist ihm eine Beute entwischt, vielleicht verlor sein Besitzer aber auch
nur eine Wette und seine Strafe damit war der furchtbarste aller Tode,
der langsamste, der grausamste. Wie lange musste er kämpfen sich
aufrecht zu halten, damit seine Beine weiterhin das Gewicht seines Körpers
tragen konnten? Warum weiterleben? Um sich am Ende doch einfach fallen
zu lassen. Und am Ende seines Lebens mit diesem Tod der Befreiung näher
zu kommen, der Ruhe.
Seit seiner Geburt musste er beweisen, dass er stark war, nützlich.
Neben seiner Mutter laufend und seinen Brüdern. Suchend, die Beute
schlagend ohne sie zu verzehren. Seine Belohnung war, in den Zwinger
zurück zu kehren, wo er seine tägliche Ration Fett und trockenes
Brot erhielt, wo er mit Flöhen und Zecken zusammen leben musste,
wo der Geruch nach Urin und Exkrementen erstickend war oft, wo er in
der eisigen Kälte des Winters und der erstickenden Hitze des Sommers
auf seinen Herrn wartete, um erneut auf's Feld hinaus zu ziehen, zu
laufen, zu beweisen, dass er nützlich war, dass er der Beste war.
So auch diesen Tag und jeden anderen Tag.
Manchmal band ihn sein Herr zum Laufen ans Motorrad und auch wenn ihn
der Abgasrauch zu ersticken drohte, täuschte er vor, dass ihm dies
nichts bedeute, dass er wirklich wollte, dass er der Beste war.
Er sah, wie einer seiner Brüder auf dem Asphalt ausgestreckt liegen
blieb, blutendenden Körpers, weil er den ihm aufgezwungenen Rhythmus
nicht mehr mithalten konnte. Er musste weiter kämpfen, er hatte
das Herz eines Siegers.
Seine Mutter war eine wahre Heldin gewesen und, obwohl sie bereits
über zehn Jahre alt war, gebar sie alle sechs Monate hinreissende
Welpen, die wiederum an andere Galgoeros (Jäger) verkauft wurden.
Zumindest er hatte das Glück gehabt bei ihr bleiben zu können.
Nachts hatte er die Wärme ihres Körpers genossen und sich
erinnert, wie seine Mutter ihm als Welpen die Schnauze geleckt und ihn
zärtlich gebissen hatte, um das Ungeziefer zu töten, das seinen
Körper befiel und bei der Rückkehr von der Jagd ihm seine
Wunden leckte.
Für seinen Herrn wäre es einfach überflüssig gewesen
den Tierarzt zu holen. Wozu auch? Es war doch so einfach und billig
einen neuen Galgo zu bekommen.
Aber heute, mit kaum zwei Jahren, ging etwas daneben. Was war es? Wo
hatte er sich geirrt? In nichts, nur, mit knapp zwei Jahren war ein
Galgo zu nichts mehr nütze. Andere, ältere Hunde sind bessere
Zuchttiere und andere, jüngere Hunde sind bereit die Herauforderung
und den Kampf aufzunehmen der Beste zu sein.
Und so, heute wie andere Tage auch, verließen sie den Zwinger
auf's Feld hinaus, aber heute, als sie an einem alten verlassenen Gebäude
vorbeikamen, abseits aller Blicke, warf ihm sein Herr einen Strick um
den Hals und band ihn an den Galgen. Seine Hinterbeine berührten
eben noch trippelnd den Boden und es kostete ihn große Kraft,
sich auf den Beinen zu halten.
Aber all seine Anstrengungen nützten ihm nichts, nichts sein Geheul,
seine Schreie, sein Strampeln und Keuchen. Es machte nichts aus, sein
Herr setzte sich daneben, zusammen mit seinen anderen Jagdhunden, um
zuzusehen wie er zwischen Leben und Tod hing, wie er kämpfte in
einem Kampf, den er in jedem Fall verlieren würde.
Und - was er wiederum nicht wusste - er würde sein
Leiden damit nur verlängern und so sollte er den anderen Gal-gos
als Beispiel, damit diese die Strafe für das Versagen sähen,
die Strafe für den Fehler, die Strafe dafür, als Galgo geboren
zu sein.

Die Situation der Galgos in Spanien
Am 17. Mai 05 - und einmal mehr durch Zufall - fand man im Ort Pedro
Muñoz [Ciudad Real/Spanien] in einem verlassenen Gebäude
einen auf „Klavier spielen“ genannte Art erhängten
Galgo, zusammen mit den Resten anderer, mit Sicherheit nach Ende der
vergangenen Jagdsaison ebenfalls erhängten, Galgos.
Seit Jahren verurteilen spanische und internationale Tierschutzorganisationen
das konstante Abschlachten von Gal-gos durch ihre Besitzer, weil diese
in jeder Saison „Neue“ (so nennt man in Spanien die jungen
Galgos) besitzen möchten. Alles was man bislang erreichen konnte,
war die Unterstützung ausländischer Organisationen, die wieder-um
in anderen Ländern Familien für diese armen Tiere suchen.
Aber immer wieder findet man Jahr für Jahr erhängte Galgos,
ertränkt in Brunnen, mit gebrochenem Rücken auf den Feldern
ausgesetzt, damit diese sich nicht mehr be-wegen können.Andere
wiederum werden einfach „nur“ ausgesetzt und finden dann
ihr Ende auf der Landstraße überfahren zu werden, zu verhungern,
zu verdursten, bedeckt mit Zecken, die ihnen, im wahrsten Sinne des
Wortes, das Blut aussaugen.
Aber trotz all dieser Vorkommnissen trifft die spanische Verwaltung
keinerlei Maßnahmen, ausser mehr „Tierhei-me“ zuzulassen
und mehr „Firmen“, die sich damit beschäftigen, die
nach der Jagd ausgesetzten Galgos einzufan-gen, mit dem Ziel, dass diese
auf „legale“ Art und Weise „getötet“ werden
können und trotzdem es sich um Jungtie-re von maximal 2-3 Jahren
handelt.
Seit drei Jahren sammelt die Organisation „LAS NIEVES“
diese Jagdhunde direkt bei den Galgueros ein, verbunden mit einer gleichzeitigen
Kampagne zur Bewusstseinsbildung bei den Jägern, mit der erreicht
werden soll, diese da-von zu überzeugen, dass die einzige Lösung
dieses intensive Gemetzel unter den Hunden die kontrollierte Zucht sein
kann. Aus dem einfachen Grund heraus, weil es nie genug Familien geben
kann, um die Abertausenden – man geht von mehr als 30.000 Galgos
aus, die jedes Jahr in Spanien auf diese Art getötet werden –
von Hunden zu adoptieren.
Die verpflichtende Implantation des Mikrochip (bis heute gibt es noch
weite Teile wo dies nicht verpflichtend war) erweist sich als völlig
ungenügend, da es nicht ungewöhnlich ist, Galgos mit schweren
Halsverletzungen zu finden, die von den Jägern als durch die Jagd
verursacht bezeichnet werden, von denen wir aber mit Sicherheit wissen,
dass sie den Hunden zugefüg wurden, um den Mikrochip zu entfernen.
Natürlich sind wir grundsätzlich gegen diese Form der Jagd,
wir wissen aber auch dass es starke wirtschaftliche Interessen gibt,
die die Abschaffung derselben verhindern.
Wir möchten hiermit vor der österreichischen Öffentlichkeit
– denn dies in Spanien zu tun ist offensichtlich sinnlos –
diese furchtbare Situation, in der diese Galgos in unserem Land leben,
anklagen.
Seitens unserer Organisation wurde nun auch eine Unterschriftenaktion
ins Leben gerufen, um vor dem Eu-ropäischen Parlament durchzusetzen,
dass auf unser Land in diesem Sinne eingewirkt wird.
Bitte helfen Sie uns und unseren Hunden.
*) Übersetzung des spanischen Originaltextes:
Sr. Presidente del Gobierno
D. José L. Rodríguez Zapatero
Palacio de la Moncloa
MADRID / ESPAÑA
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Wenn Spanien das 4. Jahrhundert des "Don Quijote" feiert,
wenn Spanien sich auf die Olympischen Spiele 2012 vorbereitet und stolz
darauf ist zur "Ersten Welt" zu gehören, erscheint es
mir beschämend und verachtend, dass so grausame Taten noch immer
geschehen, ohne das Sie die einzig wirksame Massnahme ergreifen:
DIE KONTROLLE DER PRIVATEN GALGOZUCHT und EIN DRINGEND NOTWENDIGES
STAATLICHES TIERSCHUTZGESETZ FÜR SPANIEN
Tausende und abertausende Galgos werden in den Todeslagern Ihrer Dörfer
und Städte getötet. Und nur wenigen ist es vergönnt,
auf Grund der verzweifelten Bemühungen von privaten Tierschutzorganisationen,
ein Leben in Würde und Achtung zu führen. Dies jedoch kann
nicht die Lösung des Problemes sein.
Ich fordere Ihre Regierung daher dringend auf, aktive Massnahmen gegen
diese Massaker, die Jahr für Jahr immer wieder geschehen, zu treffen.
Denn solange diese unwürdige Situation bestehen bleibt, wird es
mich immer unange-nehm berühren, Ihr Land zu besuchen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Das ausgefüllte Formular mit Ihren Angaben wird, zusammen mit dem
spanischen Originaltext der Petition, an die "Asociación
Las Nieves" übermittelt und von dort ausgedruckt auf postalischem
Wege dem Ministerpräsidenten von Spanien J.L.R. Zapatero und der
spanischen Regierung übermittelt.
Unter http://www.artisan-marketing.at/lasnieves/petition/index.php
können Sie auch gleich die spanische Petition online absenden.
Vielen Dank!
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
PSK, BLZ 60000, Kto: 75.694.953 Volksbank Freilassing BLZ 71090000,
Kto: 285943