
08.
09. 2007
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Gedanken einer deutschen Tierärztin zum
jüngsten Vogelgrippeausbruch in Bayern (166.000 "gekeulte" Enten)
Das Strohfeuer mit dem Stroh -
H5N1-Viren saßen schon seit langem in den Tierfabriken
Die gefährlichen Formen der Geflügelpestviren sind ein Produkt der
intensiven Massentierhaltungen. Das wissen Virologen und Epidemiologen
bereits seit langem. Trotzdem versucht der Geflügelwirtschaftsverband
mit Hilfe "verantwortlicher" Wissenschaftler und Behörden, das Märchen
von den gefährlichen Wildvögeln am Leben zu halten - eine haltlose
Hypothese, für die es keinerlei Belege gibt. Nun läßt sich aber die
Existenz der H5N1-Viren bei Enten in den mit Zigtausenden von Tieren
voll gestopften Hallen nicht mehr leugnen. Die Infektion bestand
möglicherweise schon seit langer Zeit unbemerkt. Während Wildvögel
akribisch beobachtet wurden, hat man bei den in Massentierhaltungen
produzierten Masttieren viel zu wenige Stichproben gemacht, um dieser
Infektionskette auf die Spur zu kommen.
Wenn während eines Mastdurchgangs 5% der Tiere sterben, ist das sowieso
im Bereich des "Normalen". Das Interesse schien zu fehlen. Wozu auch -
es ist doch viel gewinnbringender für die industriellen Großunternehmer,
die gut abgeschotteten Ställe zu loben und das Freilandgeflügel in die
Ställe zu verbannen, nachdem der Konsument zunehmend Produkte aus
artgerechter Haltung forderte und die der unsäglichen Tierhöllen
ablehnte. So konnten auch immer wieder Erreger über infizierten Kot und
sonstige Abfälle in die Natur und auf die Felder gelangen und dabei auch
in die Gewässer ausgeschwemmt werden.
Seltsam ist nur, daß nun niemand vor den möglicherweise ebenfalls
infizierten Produkten in den Supermärkten warnt. Ist das Virus
vielleicht doch nicht so gefährlich, wie uns noch vor einem Jahr ständig
weisgemacht wurde?
Wir Tierschützer und kritischen Tierärzte jedenfalls warnen vor der
Willkür, mit der die natürliche, gesunde Freilandhaltung von Geflügel am
12. September 2007 (in Deutschland) durch eine neue Verordnung weiterhin
eingeschränkt werden soll - zugunsten der Expansion von
"Seuchenbrutanstalten", denn anders kann man die krank machenden
düsteren, stickigen Hallen nicht nennen, in denen Hunderttausende von
Hühnern, Puten und Wassertieren unter Dauerstreß ihr "Leben" fristen
müssen. Wasservögel auf dem Trockenen - eine besonders grausame
Tierquälerei! Der Preis für billige Massenware erscheint uns entschieden
zu hoch, und wir hoffen, daß nun endlich den Konsumenten und Politikern
ein Licht aufgeht! ...Und den Verantwortlichen für die Medien, möchte
ich noch eindringlich hinzufügen.
Tierärztin Dr. Karin Ulich
Alte Landstraße 27
D-88138 Sigmarszell
ulich-thumen@T-Online.de
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
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