
22. 09. 2005 - Kein Ende der Anrainerbelastung durch
Mega-Tierzuchtbetriebe
Auch wenn die SPÖ die gräßlichen
Massentierhaltungsbetriebe nur dann verurteilt, wenn dadurch auch
unmittelbar Anrainer belästigt werden - was es in NÖ soundso hunderte
Fälle gibt -, und nicht, weil es an sich ein Skandal ist, zig- bzw.
hunderttausende Tiere auf engstem Raum zusammenzupferchen und
auszubeuten, so ist es dennoch wert, die heutige Presseaussendung zu
diesem Thema weiterzuleiten. Denn ÖVP, BZÖ und FPÖ sind ja die erklärten
"Beschützer" dieser tier-, menschen- und umweltverachtenden "Nahrungsmittel"-Industrie,
unter dem Deckmantel, den "Bauernstand" (gemeint sind die
Agrarindustriellen) zu fördern...
OTS0116 5 II 0417 NSN0003 Do,
22.Sep 2005
Politik/Landwirtschaft/Umwelt/Naturschutz/Niederösterreich
Heinzl: Kein Ende der
Anrainerbelastung durch Mega-Tierzuchtbetriebe
Utl.: Schwarz-blau-orange Bundesregierung verweigert Anrainern
Entlastungen und Mitspracherechte =
St. Pölten, (SPI) - "Die Sache stinkt weiter zum Himmel - und das
nicht nur sprichwörtlich", zeigt sich St. Pöltens SP-Nationalrat Anton
Heinzl verärgert über das Verhalten der Regierungskoalition in Sachen
industrielle Tierzucht. In der gestern im Parlament stattgefundenen
Sitzung des Petitionsausschusses brachte Heinzl einen Antrag zu Senkung
der Umwelt-Schwellenwerte für die Neuerrichtung bzw. Erweiterung von
Tierzucht-Großbetrieben ein. Dies zielt darauf ab, den unmittelbaren
Anrainen, die vielfach unter der mancherorts inakzeptablen
Geruchsbelästigung leiden, wieder ein Stück Lebensqualität zurückzugeben
bzw. zu verhindern, dass Hallen mit mehreren tausende Tieren ohne
Einbindung der Bürger errichtet werden können. Zudem ist diese
Geruchsbelästigung, was Fachleute ohneweiters zugeben, vor allem für
Kinder schon gesundheitsschädlich. Auch sollten die Bürgerrechte im
Rahmen von Genehmigungsverfahren bei Neubauten bzw. Erweiterungen
bestehender Betriebe ausgeweitet werden. Beide Anliegen wurden von ÖVP,
FPÖ und BZÖ abgelehnt. ****
Die Vergrößerung vieler Betriebe führt neben der Abluft auch zu einer
stärkeren Belastung von Grundwasser und Boden. Im Österreichischen
Genehmigungsrecht wurde dieser Entwicklung bis heute nicht Rechnung
getragen. Erweiterungen von Intensivtierhaltungen, also wirkliche
Mega-Zuchtbetriebe, unterliegen derzeit nicht dem
Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz. "Wir reden hier von Unternehmen,
die tausende Tiere in Stallungen
halten. Das sind keine kleinen bäuerlichen Betriebe mit ein paar dutzend
Schweinen, sondern industrielle Massenzuchtbetriebe. Sollte dieser Trend
zu Großbetrieben anhalten, bleiben auch die kleinen Bauern auf der
Strecke oder müssen aufgeben. Zusätzlich müssen pro Monat hunderte Liter
Gülle ‚entsorgt' werden. Werden diese dann auf Äckern aufgebracht,
belasten sie zusätzlich die Menschen in den Städten und Gemeinden",
zeigt sich Heinzl wütend über die schulterzuckende Politik der
Bundesregierung.
"Tierquälerische Massentierhaltung, Umweltgefährdung und -verschmutzung
sowie Beeinträchtigung der Lebensqualität der Anrainer sollten in der
österreichischen Landwirtschaft, die völlig richtig auf
umweltverträgliche und vor allem kleinbetriebliche Produktionseinheiten
setzt, für immer der Vergangenheit angehören. Dass dies die
ÖVP-FPÖ-BZÖ-Koalition nicht unterstützt, ist ein Skandal. Es gibt in
Niederösterreich dutzende Fälle, wo die Anrainer gegen Neubau- oder
Erweiterungsprojekte auf die Barrikaden gingen. In St. Pölten/Harland
konnten wir vor wenigen Jahren einen Betrieb verhindern, in Brunn bei
Pyhra leiden die Anrainer noch immer und keiner bietet Hilfe. Grenzwerte
der Geruchsbelästigung werden dort um mehr als das Zehnfache
überschritten - und die ÖVP sieht keine Veranlassung einzugreifen. Man
sollte jene Verantwortungsträger, die die Hände in den Schoß legen, ein
paar Wochen in einem betroffenen Haus wohnen lassen - wenn sie es
überhaupt aushalten", so Heinzl, der ankündigt, dass er weitere
parlamentarische Initiativen, u.a. im Umweltausschuss, durchsetzen wird.
(Schluss) fa
Rückfragehinweis:
SPÖ-St. Pölten
NR Anton Heinzl
Tel.: 02742/36512
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG
DES AUSSENDERS ***
OTS0116 2005-09-22/11:14
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