Tierquälerei ist vergleichbar mit dem
Holocaust ...
Dieser Meinung schließe ich
mich an. Wir wollen nicht das schreckliche Elend der vom Holocaust
Betroffenen unterbewerten, aber überall da wo Schwächere und Wehrlose
benutzt, ausgebeutet, gequält und gefoltert werden, drängt sich uns
dieser Vergleich auf.
Wer angesichts der Bilder von Tieren in
Schlachthöfen, in Tiertransporten, in Tierversuchsanlagen, in
industriell gehaltenen Mastanlagen, die herrschenden Missstände
immer noch bagatellisiert, kann nur hoffnungslos verroht erscheinen.
Wie beim Holocaust ist für uns das Verbrechen, welches an Millionen
Menschen verübt wurde durchaus mit der Qual der Tiere vergleichbar,
weil es sich auch hier, um Wehrlose und in der Hierarchie
untenstehende handelt.
Waren die Opfer nicht schon wehrlos,
wurden sie dazu gemacht und nichts anderes geschieht mit den Tieren.
Die Tiere sind dem Menschen gegenüber wehrlos, besonders die, die für
Zwecke der Forschung und Ernährung „dienen“ und missbraucht werden.
Tiere sind Lebewesen und leidensfähige
Mitgeschöpfe, die ein Recht auf Leben und Achtung haben. Schon Konrad
Lorenz sah Tiere als Gefühlsmenschen mit etwas weniger Verstand. Ein
gradueller, kein qualitativer Unterschied.
Die Aussage, dass das Verbrechen des
Holocaust mit der täglichen, Milliardenfachen Tierqual vergleichbar
ist, stammt u.a. von Betroffenen, die den Holocaust erlebt haben. Alex
Hershaft hat einen Teil seiner Kindheit im Warschauer Ghetto verbracht
und emigrierte in die USA. Von ihm stammt folgende Aussage:
»Inmitten unseres hoch technisierten,
protzigen, hedonistischen Lebensstils, zwischen all den strahlenden
Monumenten unserer Geschichte, Kunst, Religion und Wirtschaft, gibt es
die ´Black Boxes´. Das sind die biomedizinischen Forschungslabors, die
Tierfabriken und Schlachthöfe - gesichtslose, geschlossene Bereiche,
in denen die Gesellschaft ihr schmutziges Geschäft der Misshandlung
und Ermordung unschuldiger, fühlender Wesen abwickelt. Das sind unsere
Dachaus, unsere Buchenwalds, unsere Birkenaus. Wie die braven
deutschen Bürger haben wir eine ziemlich gute Vorstellung davon, was
dort geschieht, aber wir wollen es lieber nicht so genau wissen.«
Ich habe jüdische Bekannte, die diesen
Vergleich durchaus nicht als absurd empfinden. Auch sie vertreten die
Meinung, dass Tiere grausam degradiert werden und das durch
Missachtung und Ausbeutung Wehrloser eine neue Basis für einen
Holocaust und rechtsextreme Gesinnung schaffen könnte.
Es gibt keine Rechtfertigung für das was
wir den Tieren antun.
"Nirgendwo ist die eiserne Faust des
Patriarchats so unverhüllt wie bei der Unterdrückung der Tiere, welche
als Vorlage und Übungsbereich für alle Formen von Unterdrückung
dient".... sagte Aviva Cantor, jüdische Feministin und
Tierrechtlerin.
Ich möchte meiner Hoffnung Ausdruck
verleihen, dass die jetztige Situation der Tiere, genau wie der
Holocaust, bald nur noch mahnende Vergangenheit sein sollte.
Isabell Cezanne-Geradts