
29.
03. 2006
- Chinas Tierschutzgruppen fordern
Verbot des Verzehrs von Hunden und Katzen
Moosburg (ots) -
- Querverweis: Bild ist unter
www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar -
Über 30 chinesische Tierschutzgruppen haben am 25. März 2006 in der
südchinesischen Provinz Guangdong beschlossen, ein Verbot des Verzehrs
von Hunden und Katzen zu fordern. Die einstimmig angenommene Resolution
wurde auf dem ersten chinesischen Symposium für Begleittiere in
Guangzhou verabschiedet - der Hochburg des Verzehrs von Hunden und
Katzen in China. Weiteres Ergebnis des Treffens, das von der in Hongkong
sitzenden Animals Asia Foundation (AAF) organisiert wurde, war die
Forderung an die Behörden nach einem Ende des Schlachtens von Hunden und
Katzen zum Zweck der Fellgewinnung sowie ein landesweites
Kastrationsprogramm für Begleittiere.
Die Gründerin und Vorsitzende von AAF, Jill Robinson, erklärte dieses
Treffen als das erste seiner Art und Meilenstein, der dem Jahr des
Hundes angemessen sei. Millionen von Katzen und Hunden werden jährlich
in China geschlachtet, oft lässt man sie dabei vorsätzlich leiden.
Dieser entsetzliche Missbrauch entstand aus dem falschen Glauben, dass
Qualen den Geschmack verbessern. Eine klaffende Gesetzeslücke lässt die
Tiere ohne jeden Schutz.
Prof. Song Wei, Dozent für Recht an der Universität in Hefei, erklärte,
der effektivste Weg zur Erlangung von gesetzlichem Schutz für
Begleittiere liege in der Anpassung existierender Gesetze auf lokaler
Ebene. Solche Gesetze fokussierten gegenwärtig auf einer "Kontrolle" der
Tiere sowie einer "Beschränkung"
ihrer Zahl, ignorierten aber Fragen des Wohlergehens. "In Zusammenhang
mit der Gesetzgebung brauchen wir auch eine Änderung des Verhaltens und
der Kultur", erklärte er und fügte hinzu, dass ein solcher Umschwung
schon begonnen habe.
Dr. John Wu, Tieroperateur in Guangzhou, stimmt hier zu. Seine Aufgabe
ist es, die chinesische Öffentlichkeit und Tierärzte über die Vorteile
der Kastration von Katzen und Hunden aufzuklären, um so die Anzahl
ausgesetzter Tiere zu reduzieren:
"Die meisten Chinesen halten es für grausam, ihr Haustier zu kastrieren
und manche lieben ihre Tiere so
sehr, dass sie Nachwuchs zulassen - oder glauben, mit dem Verkauf der
Jungen Geld zu verdienen". Diese Einstellung zu verändern, sei
entscheidend, besonders jetzt, da der Trend zur Haustierhaltung bei
Chinas Mittelklasse Einzug halte.
Jill Robinson fasste zusammen, das Symposium habe gezeigt, dass es eine
Bereitschaft zum Wandel gebe, eine gesellschaftliche und wachsende Sorge
um das Wohlergehen der Begleittiere und Behörden, die zunehmend die
Notwendigkeit von Tierschutz erkennen. "Stellen Sie sich vor, dieses
Symposium hätte vor fünf oder sogar zehn Jahren stattgefunden - es wäre
schlicht nicht möglich gewesen", erklärte sie. "Menschen, die nicht
gleichgültig sind, setzen sich nun für Tierschutz in China ein - es ist
Zeit, ihre Stimmen für einen Wandel zu nutzen."
Rückfragehinweis:
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