
23. 09. 2005 - Weitere Fohlen-Todesauktionen am 24. und 28. 9.
Das Drama der "häßlichen" und "unnützen" Fohlen
Jeden Herbst werden in Österreich und Deutschland über 3000 Haflinger-
und Norikerfohlen auf Pferdemärkten versteigert. Ihr weiterer Lebensweg
ist kurz, aber umso grausamer. Nach einer zermürbenden Fahrt im
Tiertransporter landen die meisten der von ihren Müttern brutal
weggerissenen Fohlen in Mastställen oder Schlachthöfen in Italien. Dort
endet das Leben dieser Tierbabies im Akkordschlachtbetrieb. Am kommenden
Samstag sowie Mittwoch finden wieder derartige Fohlenauktionen statt,
u.z. am 24.9. in Ebbs/Tirol für Haflinger und am 28.9. in Maishofen/Sbg.
für Noriker.
Wer die einsamen, völlig verschüchterten Fohlen jemals im derben Treiben
eines Pferdemarktes erlebt hat, wer mit ansehen mußte, wie sie brutal
auf die Transporter geprügelt werden, dem wird schwer ums Herz. Doch
Mitgefühl alleine hilft den Fohlen nicht. Wir von ANIMAL SPIRIT
versuchen, möglichst viele Fohlen durch Freikauf zu retten und arbeiten
daran, dieses barbarische Vorgehen in Zukunft zu verhindern. Denn hinter
dem Leidensweg der Tiere verbirgt sich eine vertrottelte Zuchtideologie.
Die Züchter produzieren einerseits einen Überschuß an Fohlen. Mit der
Devise eine Stute nie "leer stehen zu lassen" werden die Stuten nach 11
Monaten Schwangerschaft und Geburt so rasch wie möglich wieder gedeckt.
Andererseits haben sie ein Bild des Idealhaflingers geschaffen, dessen
Schönheitskriterien kaum ein Fohlen entspricht. Die Überproduktion der
Züchter führt damit zu 90 Prozent und mehr "Ausschußware". Diese
unerwünschten Fohlen werden zum Kilopreis auf den Pferdemärkten
verschachert.
Zwtl: "Zu derb, zu plump, zu unsportlich"
In den letzten Jahrzehnten haben Haflingerzüchter rund um den
Pferdezuchtverband Tirol und den Fohlenhof Ebbs Schönheitskriterien
eingeführt, denen kaum ein Tier entspricht. Ein Fohlen, das "derb,
plump, unsportlich" wirkt oder etwa einen "groben" Kopf hat, bekommt
damit sein Todesurteil. Die Mehrheit der Fohlen scheidet damit aus dem
Rennen, 95 Prozent der Hengstfohlen dürfen nicht für die Zucht verwendet
werden, 2 Prozent werden kastriert und als Reit- und Fahrwallache
verwendet, nur 2 Prozent kommen in die Zucht; auch bei den Stutfohlen
entsprechen rund 3/4 nicht dem Modehaflinger-Typ und landen zum
Kilopreis von Euro 1,60 im Schlachthof.
Wer einmal einen Blick in einen Fohlentransporter geworfen hat, wird
sofort zum Tierschützer. Doch Mitleid alleine hilft den Fohlen nicht. Es
darf nicht sein, daß im Namen einer Rassezucht Jahr für Jahr tausende
Fohlen direkt für den Schlachthof gezüchtet werden. ANIMAL SPIRIT
fordert drastische Zuchtbeschränkungen, z.B. durch massive Erhöhung der
Deckungsprämien, und ein Exportverbot für Fohlen. Wir werden auch heuer
wieder neben der politischen Arbeit etliche Fohlen freikaufen und -
gegen einen Überlassungsvertrag - an private Plätze weitervermitteln.
Letztes Jahr waren es immerhin 36 Fohlen und Pferde!
Am kommenden Mittwoch, den 28.9.05 wird ANIMAL SPIRIT ab 9 Uhr wieder
vor Ort in Maishofen sein und gegen die "Fohlenproduktion für Salami"
demonstrieren. Zusätzlich wollen wir möglichst viele freikaufen und an
gute Plätze übergeben.
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank, 0676/7082434
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
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