
04. 03. 2005 -
Offener Brief an die Gemeinde Gänserndorf von tigerfreunde.de
Betrifft: Negativer Bescheid der Gemeinde Gänserndorf zur
Wiedereröffnung des Safariparks
An den Gemeinderat Gänserndorf, zH. Herrn Bürgermeister
Johann Karl
email:
gemeinde@gaenserndorf.at
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Karl,
Wie ich bei noen.at lesen konnte, hat sich der
Gänserndorfer Gemeinderat mit 22:5 Stimmen gegen die Verpachtung des
Safaripark-Areals an Zoher ausgesprochen. Wie ist so etwas möglich,
zumal Herr Mag. Zoher als einziger über Monate praktisch gezeigt hat,
daß er den Park führen kann - und warum war diese Abstimmung geheim?
Durfte niemand etwas darüber wissen, weil irgendetwas außerhalb der Norm
war? Warum eigentlich, zumal so etwas eigentlich vom Volk entschieden
werden sollte! Soweit ich informiert bin, findet es ein Großteil der
Bevölkerung überhaupt nicht lustig, was mit ihrem Safaripark angestellt,
und was über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.
Wer hat es geschafft, 22 von 27 Leuten davon zu
überzeugen, daß Herr Mag. Zohers Projekt einen derart schlechten Anklang
findet? Ist das auch geheim? Diese Personen würde mich wirklich
interesssieren! Wie Sie an Herrn Dr. Franz- Joseph Plank von ANIMAL
SPIRIT am 28.02.05 geschrieben haben, hat sich die Gruppe, deren
Sprecher Herr Auer war, vor ihrer Präsentation vor dem Gemeindevorstand
selbst zurück gezogen. Warum dann gegen Herrn Zoher stimmen, zumal er so
der einzige war, der überhaupt etwas sinnvolles mit dem Grund anfangen
will? Oder sollte es etwa so sein, daß Herr Auer oder andere in dem
Moment zurückkehren, wenn Herr Mag. Zoher endgültig aufgegeben hat, um
dann das Land ohne Wiederstand schlucken zu können?
Was sollten Sie sonst mit dem Grund anfangen können,
wenn sich sonst niemand dafür interessiert? Wäre es in dem Fall nicht
nur fair, ja sogar logisch, es Herrn Zoher zu überlassen, zumal Jobs von
Tierpflegern an ihm hängen, die er ins Leben gerufen hat und die jetzt
akut bedroht sind?
Wie schreiben Sie im Brief an Herrn Dr. Plank, Zitat:
"Der Pachtvertrag wäre auf 40 Jahre ausgestellt gewesen mit einem
einmaligen Kündigungsrecht nach der nächsten Saison bei Ablösung aller
getätigten Investitionen. (...)" Zitat Ende. Sollte das etwa der Grund
sein, daß Sie Herrn Zohers Konzept abgewiegelt haben? Daß Sie Angst
davor haben, das Land könnte 40 Jahre lang brachliegen, sollte der Plan
letztendlich doch nicht aufgehen? Ich gehe davon aus, daß es
diesbezüglich Alternativen gäbe und wenn es zusätzliche Klauseln wären.
Also noch einmal die Frage: Warum bekommt das Land jetzt
niemand, obwohl Herr Zoher momentan der einzige zu sein scheint, der
damit etwas sinnvolles anfangen kann? Nebenbei bemerkt: Investoren, die
etwas völlig anderes verwiklichen wollen und Tiere, wie auch die
vorhandene Infrastruktur nicht benötigen, können durchaus auch anderswo
Land pachten!
Bei Herrn Zoher ist der Betrieb bereits seit längerem
gelaufen und das sogar ohne Besucher, die sonst das benötige Geld
eingebracht hätten. Aber auch diesbezüglich wurde von Anfang an "Sorge
getragen", Besucher von dem Park fernzuhalten, siehe die dubiose
Mängelliste der OZO (Tiergarten Schönbrunn), die sich letztendlich als
Flop herausstellte, ebenso wie jetzt das Ding mit den verheimlichten
Investoren von Herrn Auer, der ausgerechnet zu dem Zeitpunkt
hereinplatzte, als es darum ging, über Herrn Mag. Zohers Safaripark zu
entscheiden.
Sie schreiben, Zitat: "Die Tierliebe alleine ohne Geld
nützt niemandem. Wenn man wirklich so viel mit der Tierliebe am Hut hat,
so frage ich mich schon, warum man dann unbedingt bei uns in Gänserndorf
künstlich weiterhin Exoten halten will?" Zitat Ende. Woher wollen Sie
überhaupt wissen, daß kein Geld vorhanden ist? Auch Vereine wie ANIMAL
SPIRIT mit seinen Tausenden Mitgliedern stehen hinter dem Projekt, so
daß Sie gar nicht beurteilen können, wie sich das ganze entwickelt! Und
davon einmal abgesehen - ist das nicht eigentlich die Angelegenheit von
Herrn Mag. Zoher? Schließlich ist er dafür verantwortlich, mit seinen
Tieren über die Runden zu kommen!
Diese Frage, sehr geehrter Herr Bürgermeister sollten
Sie lieber einmal Herrn Dr. Pechlaner mit seinem Tiergarten
Schönbrunn stellen, der nicht nur ausgesetzte Wildtiere nicht
aufnimmt, sondern sie sogar noch sinnlos vermehrt und zu allem Überfluß
sinnlos Menschenleben in Kauf genommen hat, von den Subventionen von
Millionen und Abermillionen aus dem Staatssäckel einmal ganz abgesehen,
die Herrr Mag. Zoher in dieser Höhe nie benötigen dürfte!
Und wie schreiben Sie weiter an Herrn Dr. Plank, Zitat:
"Bezüglich der noch vorhandenen Tiere ist es schlichtweg eine Lüge,
wenn jemand behauptet, daß die Gemeinde dafür verantwortlich zu machen
sei, daß man die Tiere binnen kürzester Zeit wegzubringen habe bzw.
diese eingeschläfert werden müssen. Viel mehr stimmt, daß die
Gemeinde bereits im vergangenen Jahr 2 Bittleihverträge ausgestellt hat,
wo die Besitzer dieser Tiere diese unentgeltlich auf unserem Grund und
Boden halten dürfen. Sollte die Gemeinde Anspruch auf das Areal erheben,
so ist 6 Wochen vorher dies mittels eingeschriebenem Brief kund zu tun.
Nur, wie eingangs erwähnt, gibt es zur Zeit keine anderen ernst zu
nehmenden Interessenten." Zitat Ende.
Wenn mich nicht alles täuscht, sprechen wir von einem
Pachtvertrag von etwa 1000 Euro im Jahr. Da, wie Sie selber schreiben,
"(...) zur Zeit keine anderen ernst zu nehmenden Interessenten vorhanden
sind(...)", ist es auch nicht sonderlich lobenswert, wenn die Gemeinde
bereits im vergangenen Jahr 2 Bittleihverträge ausgestellt hat, wo die
Besitzer dieser Tiere diese unentgeltlich auf Ihrem Grund und Boden
halten durften - zumal - wäre Ihnen etwas anderes übrig geblieben, ohne
Ihr Gesicht zu verlieren? So viel Geld ist Ihnen demnach nun wirklich
nicht entgangen. Und außerdem: Was hilft ein
"großzügiger" Bittleihvertrag, wenn dieser Person nach kürzester Zeit
ein Weiterarbeiten unmöglich gemacht wird, obwohl Sie sichergehen
können, daß Ihnen die Pacht in Zukunft bezahlt würde?
Also tun Sie bitte nicht so unschuldig. Sie sind mit
Ihrer Entscheidung sehr wohl dafür verantwortlich, wenn die Tiere ins
Gras beissen müssen, weil Sie bzw. Ihr Gemeinderat die Entscheidung
getroffen haben, daß die Tiere von dort weg müssen. Ich glaube sagen zu
können, daß ich genug Erfahrung gesammelt habe, um behaupten zu können,
daß ein derartiger Tiertransfer so gut wie nie ohne Schäden für die
Tiere ausgeht - und das wohlgemerkt nicht nur auf den Transport bezogen,
sondern auch auf eine eventuell "Einschläferung" der Sie bestimmt nicht
gerne beiwohnen würden!
Wie schreiben Sie noch Frau Balham, Zitat: "Ein
Bürgermeister leistet bei der Angelobung einen Treueeid nach den
Prinzipien Zweckmäßigkeit - Wirtschaftlichkeit und
Sparsamkeit.(...)" Zitat Ende. Sind Sie ernsthaft der Meinung, daß
ein Brachliegen des Landes mit all seinen "Altlasten" besonders
sparsam wäre? Ist es nicht gerade hier sinnvoll, wenn sich Menschen
wie Herr Mag. Zoher darum kümmern?
Also wie soll es nun weitergehen? Wollen Sie aus dem Safaripark
Gänserndorf einen gebührenpflichtigen Parkplatz machen, den keiner
nutzen wird? Meinen Sie ernsthaft, so etwas in der Richtung wäre eine
bessere Geldeinnahmequelle, oder sollten eventuell doch wieder andere
Dinge im Spiel sein, die wiederum "geheim" sind?
MfG. Helmut Rentsch
Ps. Dieses Schreiben wie eventuell Ihre Antwort werde
ich an verschiedene Medien weiterleiten und auf der auf der Homepage
http://www.tigerfreund.de/safaripark.htm veröffentlichen.
Rückfragehinweis: Dr.
Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
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