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16. 04. 2010 - "Kampfhunde"-Gesetz: Brief an Wiener
Stadträtin Sima
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Letzten
Montag hat ANIMAL SPIRIT-Obmann Dr. Franz-Joseph Plank einen
Brief an die Wiener Umwelt-Stadträtin Ulli Sima geschrieben
betreffend der neuen "Kampfhunde"-Verordnung, die mit 1. Juli in
Kraft treten soll und von der SPÖ - gegen die gesamte
Oppo-sition - im Alleingang durchgeboxt wurde. Unserer Ansicht
nach ist diese VO völlig unausgegoren und wider-spricht auch
sämtlichen Meinungen seriöser Experten, nämlich daß man die
evtl. Aggressivität eines Hundes sicherlich nicht an bestimmten
Rassen festmachen kann, sondern daß ganz andere Faktoren (z. B.
Aufzucht, Prägung, Haltung, Beziehung zum "Besitzer" und dessen
mögliche Aggression) eine viel wichtigere Rolle spielen.
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Bis dato haben wir noch keine Antwort von Frau
Sima erhalten:
"Sehr geehrte Frau Mag.
Sima!
Obwohl wir als "Animal
Spirit" selber kein Hundeheim betreiben (sondern "nur" zwei
Gnadenhöfe für sog. Nutztiere), bekommen wir seit Bekanntwerden
der neuen Wiener Hundeführschein-VO und Rasseliste immer mehr
besorgte Anfragen von Mitgliedern, wie das nun weitergehen soll.
Ich bin ja selber seit meiner Kindheit Hundebesitzer und glaube
daher, mich einigermaßen auszukennen, abgesehen davon daß ich
Tierarzt bin.
Jetzt
kommt also diese vieldiskutierte und kritisierte "Rasseliste":
Tatsache ist, daß durch die neuen Gesetze in NÖ und Wien schon
jetzt alle Tierheime restlos überfüllt sind, v.a. durch die sog.
"Kampfhunde"-Rassen. Waren Sie in letzter Zeit in einem dieser
"Tierauffanglager" und haben Sie sich das Elend persönlich
angeschaut? Dabei wissen alle seriösen Experten, daß die
Gefährlichkeit eines Hundes sicher nicht so einfach an einer Rasse
festzumachen ist, sondern eben von zig anderen Faktoren abhängt.
Wo sollen all diese "geächteten" Hunde aber noch hin? Sollen sie
alle euthanasiert werden, wie bereits in anderen Ländern?
Vermittelbar sind sie wohl
kaum mehr nach dieser Angstmache-Kampagne. Und nichts anderes ist
diese Diskussion rund um die Gesetze und die öffentliche
Diskriminierung bestimmter Rassen. Und was
ist, wenn die statistischen "Beiß-Könige", wie Schäferhunde oder
Dackel und deren Mischlinge auch noch auf dieser "Liste" landen?
Schäfer, Doggen und Dobermänner sollen ja angeblich nach den
Wiener Wahlen auch auf die Liste kommen, jetzt ist das Thema wohl
noch zu "heiß"... Und wer ist überhaupt dafür zuständig, bei
Mischlingen festzustellen, welche Rassen da mitgemischt haben? Ist
man da der Willkür eines unerfahrenen Polizeibeamten oder auch nur
des Amtstierarztes ausgesetzt?
Zudem erachte ich das
zumindest gelegentliche Freilaufen-Können für ein normales
Sozialleben der Hunde untereinander, aber auch für die Beziehung
Mensch - Hund und umgekehrt für außerordentlich wichtig,
vorausgesetzt natürlich, sie sind verträglich, sozial stabil und
zu Menschen freundlich (was die meisten ja grundsätzlich sind).
Aber durch die spärlichen Wiener Hundezonen - im 4. Bezirk stehen
gerade mal 330 m2 zur Verfügung, in anderen Innenbezirken auch
nicht viel mehr als 1000 m2 - kann dieses Grundbedürfnis der Hunde
nach freier Bewegung in keinster Weise befriedigt werden. Und
gerade das steigert dann u.U. wieder die sog. "Aggressivität"
(abgesehen von vielen anderen Faktoren wie Zucht, Aufzucht,
Haltung, Prägung im Welpenalter, Psychogramm des "Besitzers",
etc).
Viele unserer Mitglieder
und HundebesitzerInnen - selbst kleinerer Rassen - beklagen
sich jetzt, daß sie neuerdings ständig angepöbelt und beschimpft
werden. Und nicht nur von den meist traditionell hundefeindlich
eingestellten Moslems, sondern daß jetzt zusätzlich noch alle
bisherigen Hundehasser auf den Plan gerufen wurden. Und dabei
war Wien doch einmal eine relativ hundefreundliche Großstadt, wo
es auch kein Problem war, z.B. zumindest auf so großen Flächen
wie der Donauinsel unbehelligt seinen (friedlichen und gut
erzogenen) Hund laufen lassen zu können.
Viel wichtiger erschiene
es mir, denjenigen Leuten den Kampf anzusagen, die für den
ständigen Nachschub an Hunden sorgen, die zur Zeit nicht mehr
vermittelbar sind. Zudem mehr oder überhaupt Kontrollen bei
Hinterhofzüchtern, wahllosen Hunde-Vermehrern und -Importeuren
endlich rigoros durchzuführen, illegale
Hundekampf-Veranstalter ausfindig zu machen und ggf. strenge
Kastrationsauflagen zu erteilen. Das wären tatsächlich
Schritte in die richtige Richtung.
Mit tierfreundlichen Grüßen,
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Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email:
office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal
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