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07. 2007 -
Leserbrief: Vogelgrippe - Wurzel des Übels?
Leserbrief zu den jüngsten Ausbrüchen des H5N1-Virus in Deutschland
Die Wurzel des Übels "Vogelgrippe" liegt ausschließlich in der
intensiven Massentierhaltung von Geflügel, also in der Art und Weise,
wie weltweit über 90% der Hühner, Puten und Enten "produziert" werden,
zig Milliarden Individuen jedes Jahr! Wer Bilder aus der kürzlich vom
Virus heimgesuchten 6000-Puten-Haltung in Tschechien gesehen hat
(kotverschmutzte, jämmerliche Tiergestalten mit zerschlissenem
Federkleid), ahnt, warum solche Tierhöllen Paradiese für Seuchen sind,
ganz besonders für mutationsfreudige Keime wie die Geflügelpestviren.
Die neue EU-Verordnung, die einen Quadratmeter als Lebensraum für bis zu
30 Masthühnern zulässt, vergrößert diese Gefahr noch beträchtlich.
Doch offensichtlich wider besseren Wissens wird von der deutschen
Regierung und den Wissenschaftlern des Friedrich-Löffler-Instituts
dieser Zusammenhang geleugnet und verschleiert. Stattdessen wird immer
wieder auf die "gefährlichen" Wildvögel verwiesen, von denen das
Hausgeflügel ferngehalten werden müsse. Selbst der Trauerschwan aus dem
Dresdner Zoo wird immer wieder als Beispiel eines "Wildvogels" zitiert!!
Wie unglaublich fahrlässig, denn die weltweiten Transporte von
Bruteiern, Eintagsküken, Geflügelprodukten (besonders gekühlten!), der
Abfälle und des Kots sind die häufigsten und wahrscheinlichsten
Verbreitungswege der Infektion. Doch dieses Wissen würde den
Verbrauchern mit Recht den Appetit verderben - zu schade für das
boomende Geschäft großer Konzerne. Stattdessen hilft der Staat denen so
ganz nebenbei, die Konkurrenz auszuschalten: Gesunde, kleine
Geflügelbestände mit Auslauf an der frischen Luft. Ein beispielloser
Skandal!
Tierärztin Dr. Karin Ulich
Alte Landstr. 27
D-88138 Sigmarszell
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
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