
18. 11. 2010 - Mailing 05/2010 - So weit die Hufe tragen
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So weit die Hufe
tragen
Wenn am Himmel über
Hurghada (Ägypten) mit orangefarbenem Schimmer die Sonne aufgeht, wird
der „Esel ohne Namen“ von seinem Herrn vor einen Karren gespannt. Auf
den eintönigen Betonstraßen des Tourismuszentrums arbeiten die beiden
als Taglöhner. Ein schweigsamer junger Mann und ein zarter Esel auf
dünnen weißen Beinen.
Ein rostiger Draht,
der sich als Halfter in die Haut über der Nase bohrt, bereitet dem Esel
den ersten Schmerz des Tages. Der zweite entsteht, wenn die Deichseln
mit alten Ketten- und Seilstücken bei jeder Bewegung am Leib scheuern.
Der Esel nennt ihn den „singenden Schmerz“, weil er im Laufe des Tages
zu einer mächtigen Melodie anschwillt, die alles andere Leid übertönt.
Das Brennen der eingewachsenen Scherbe im linken Huf, die eitrige Wunde
an der Flanke, die harten Schläge auf das Hinterteil. Er zieht
Autoreifen, Melonen, Wasserkanister, Kühlschränke, Müllberge ... Ein
zarter Schatten plagt sich unermüdlich durch den Verkehr.
Tausende „Esel ohne
Namen“ unterstützen Menschen in armen Ländern in ihrem harten
Überlebenskampf. Doch viele werden schlecht behandelt, weil die Menschen
– selbst bitter arm – weder Fürsorge noch Mitgefühl erleben und
verbittert sind.
In Hurghada haben die
Esel derzeit ein weiteres großes Problem.
Skandal im
Touristenbezirk
In der ägyptischen
Wüste sind Esel seit jeher treue Begleiter der Menschen. Sie dienen
ihnen als Reittiere, sie tragen und ziehen enorme Lasten für sie und
sind dabei unglaublich bescheiden beim Futter.
Es scheint, daß die
Tiere weit mehr Kalorien bei der Arbeit verbrauchen als sie aufnehmen.
Mittlerweile haben die Esel auch Konkurrenz in Form von Mopeds und
Lastwägen bekommen. Doch die Mehrheit der armen Bevölkerung, die täglich
ums Überleben kämpft, kann sich kein Kraftfahrzeug leisten und ist auf
die Tiere angewiesen.
Die Regierung sieht
das in Touristenregionen gar nicht gerne, weil sie dort den Schein einer
Luxus- und Glitzerwelt wahren will. Während die Abgase von oft uralten
Mopeds und Autos hemmungslos die Luft verstinken dürfen, sind Eselkarren
in Touristenzentren wie Hurghada heute scheinbar ein Skandal. Die
Beamten fahren daher ein scharfes Programm, um die Touristengebiete
„eselfrei“ zu halten.
Wer im „Sperrbezirk“
trotz Verbots mit seinem Esel erwischt wird, bekommt ein hohes Bußgeld
aufgebrummt. Weil dieses natürlich in der Regel nicht bezahlt werden
kann, konfisziert die Polizei kurzer Hand einen Esel nach dem anderen.
Im Grunde könnte sich darüber jeder Tierfreund und jede Tierfreundin
freuen. Viele geschundene Esel werden dadurch endlich von ihrer Last
befreit. Der Schönheitsfehler ist leider, daß es in Ägypten keine
Gnadenhöfe oder Auffangstationen gibt, wo Esel nun ihren „Lebensabend“
genießen könnten.
Daran haben auch die
Beamten in Hurghada nicht gedacht – wahrscheinlich ist es ihnen sogar
schlichtweg egal. Dort gibt es eine einzige Anlaufstelle für die
konfiszierten Esel, das Tierheim „Blue Moon“ in der Wüste, rund fünf
Kilometer außerhalb von Hurghada. Monique Carrera, eine gebürtige
Schweizerin, hat es gemeinsam mit ihrem Mann Salah 2007 für streunende
Hunde und Katzen gegründet. Erst durch die jüngsten Entwicklungen hat
das Tierheim einen Esel-Schwerpunkt bekommen, dem es finanziell aber in
keiner Weise gewachsen ist.
Endlich in
Sicherheit
Die Esel werden im
Tierheim „Blue Moon“ in der Wüste medizinisch versorgt, aufgepäppelt und
sind dort ordentlich untergebracht. Manchmal kommen nach einiger Zeit
Besitzer, die inzwischen das Bußgeld auftreiben konnten, und holen ihr
Tier wieder ab. „Blue Moon“ versucht aber immer, ihnen die Esel
abzukaufen.
Ochs und Esel an
der Krippe
Als Josef mit Maria auf dem Weg nach Bethlehem war, rief ein Engel alle
Tiere zusammen, um auszuwählen, welche der Heiligen Familie im Stall
helfen sollten. Viele Tiere priesen laut ihre Stärken. Da entdeckte der
strenge Engel Ochs und Esel, die draußen auf dem Feld dem Bauern
dienten. Der Engel rief sie herbei: „Was habt ihr anzubieten?“ „Nichts“,
sagte der Esel traurig, „wir haben nichts gelernt außer Demut und
Geduld: Denn alles andere hat uns immer noch mehr Prügel eingetragen!"
Und der Ochse meinte schüchtern: „Aber vielleicht könnten wir mit
unseren Schwänzen die Fliegen verscheuchen!“ Da sagte der Engel: „Ihr
seid die richtigen!“
Weihnachtslegende, nacherzählt von Karl Heinrich
Waggerl
Mit Ihrer Spende
haben die Esel eine sichere Zuflucht!
Fast jeden Tag werden
arme Esel zum Tierheim in der Wüste gebracht, aber ohne unsere Hilfe
können sie nicht bleiben. Dafür benötigen wir dringend Ihre Spende.
-
Jeder Esel muß
erstversorgt werden (Wundbehandlung, Entwurmung, Impfungen)
-
Genügend Futter und
sauberes Wasser
-
Geld zum Freikaufen
der schwächsten Tiere
Ein „Eselpaket“, um
einen Esel im Tierheim aufzunehmen (Erstversorgung, Entwurmung,
Impfungen, Hufpflege), kostet umgerechnet 25 Euro. Je mehr Spenden wir
erhalten, umso mehr kann das Tierheim „Blue Moon“ in Hurghada für die
Esel tun.
Das Eselprojekt in
Hurghada – ein „Souvenir“ von Dr. Plank
Wenn Dr. Franz-Joseph
Plank eine Reise macht, kann er natürlich auch in fernen Ländern seine
Augen nicht vor Tierleid verschließen. So hat er im letzten Jahr in
Ägypten die Situation der Esel kennengelernt. Und so hat er auch Monique
Carrera und ihren Mann Salah kennengelernt, die mit ein paar Helfern das
Tierheim „Blue Moon“ in der Wüste betreiben und den Eseln und vielen
anderen Tieren Zuflucht geben. Gut, daß es auf der ganzen Welt kleine
Organisationen und Menschen gibt, die Tieren helfen. Eine erste
erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ANIMAL SPIRIT und „Blue Moon“ gab
es bereits Anfang 2010.
Bitte spenden Sie
jetzt!
Seit auch auf den
Gnadenhöfen von ANIMAL SPIRIT freigekaufte Esel leben, hat Dr. Plank
diese freundlichen Geschöpfe besonders ins Herz geschlossen. Tatsächlich
fällt auch den meisten Menschen schnell eine Eselgeschichte ein, wenn
sie kurz nachdenken. Es gibt unzählige Märchen, Legenden und
Erzählungen, in denen Esel vorkommen, von den „Bremer Stadtmusikanten“
bis zu Sancho Pansa, der den Ritter Don Quijote auf einem Esel
begleitet. Bereits in den ältesten Texten, wie etwa der Bibel, tauchen
Esel als treue Begleiter der Menschen auf. Auch dort wird das Elend der
Esel geschildert und um Hilfe für sie gebeten.
Hier ein Beispiel: Du
sollst nicht untätig zusehen, wie ein Esel oder ein Ochse deines Bruders
auf dem Weg zusammenbricht. Du sollst dann nicht so tun, als gingen sie
dich nichts an, sondern ihm helfen, sie wieder aufzurichten. Buch
Mose, 22,4
Mit Ihrer Spende
können wir den Eseln in Hurghada ihre einzige Zuflucht erhalten!
A: P.S.K., BLZ 60000, Kto:
75.694.953,
BIC: OPSKATWW,
IBAN: AT826000000075694953
D: Volksbank Freilassing,
BLZ 71090000, Kto: 285943
Sie können ANIMAL SPIRIT
online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp
ANIMAL
SPIRIT macht auch Tierschutz im Unterricht:
www.tierschutzunterricht.at
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email:
office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal