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25. 10. 2005 - Am 27. Oktober ist ANIMAL SPIRIT wieder in Maishofen

Das Drama der "häßlichen" Haflinger- und Norikerfohlen

ANIMAL SPIRIT hat heuer bereits drei Dutzend das Leben gerettet

Wie schon mehrfach berichtet - zuletzt auch im ORF-Report vom 18.10. - werden jedes Jahr im Herbst auf diversen Fohlenmärkten in Salzburg, Kärnten, Tirol und OÖ hunderte Haflinger- und Norikerfohlen versteigert, von der Mutter getrennt, brutal in Viehtransporter gestoßen und zum Schlachten gekarrt, zumeist nach Italien. In Italien gilt Pferdefleisch, v.a. das junger Tiere, noch immer als "Delikatesse". Denn die Mehrheit der österreichischen Haflinger- und Norikerfohlen ist "Überschußproduktion". Solange sie im Sommer Urlaubsgäste erfreuen, dürfen sie leben. Danach haben sie ihre Schuldigkeit getan und werden zu einer der großen Pferdeversteigerungen gekarrt. Hier zählt so ein Tierkind praktisch nichts, wenn es nicht dem gefragten Modetyp entspricht.

Gäbe es keine EU-Subventionen für die Zucht und würde die Deckungsprämie endlich drastisch erhöht, damit sich das "Züchten für den Schlachter" nicht mehr lohnt, würde der ganze Wahnsinn der Fohlenzucht für Salami schlagartig aufhören. Aber davon wollen leider weder Politiker noch Zuchtverbände etwas wissen.

Bereits am 10. September war ANIMAL SPIRIT bei der Fohlenversteigerung in Stadl Paura, OÖ vertreten, um die ersten Haflinger- bzw. Norikerfohlen freikaufen zu können. Bei der Auktion für Noriker-Hengstfohlen in Maishofen (Sbg.) am 28. September waren wir als einzige Tierschutzorganisation anwesend. Insgesamt 26 konnten bei diesen beiden Auktionen ersteigert und an gute Plätze in Österreich und Deutschland vermittelt werden. Außer den bekannten, professionellen Viehhändlern und den italienischen Schlächtern waren kaum Interessenten da, denn männliche Noriker- (und Haflinger-) Fohlen gehen ja bekanntlich zu ca. 95% zum Metzger.

Vor kurzem haben wir noch weitere 16 Fohlen bzw. Ponys in Tirol und Salzburg freikaufen können und sie ebenfalls an gute Plätze vermittelt. Insgesamt sind es nunmehr also über drei Dutzend Tierkinder, denen wir diesen Herbst das Leben retten konnten! Diese Anzahl geht bereits an die Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten, immerhin kostet ein Fohlen zwischen 400,- und 600,- Euro!

Dennoch werden wir auch kommenden Donnerstag, den 27.10.05 am großen und letzten Pferdemarkt in Maishofen mit einem Infostand und der erschütternden TV-Dokumentation über das lange Leiden der Schlachtfohlen vertreten sein und weitere Fohlen freikaufen. Von München wird die Tierrechtsgruppe "Animal Peace" anreisen.

Der oft gehörte Vorwurf, wir würden mit unseren Freikäufen lediglich die Zucht weiter anheizen, stimmt nicht. Die Bauern züchten soundso - einerseits aus "Tradition", andererseits weil es noch immer gewisse Förderungen dafür gibt bzw. keine Stute "leer stehen" soll. Und letztlich, weil - bedingt durch die viel zu niedrige Deckungsprämie - immer noch ein paar wenige Euros durch den Schlachtkilopreis rausspringen. Ein Pferdekind, das Partnertier des Menschen, zählt in diesem Milieu nicht mehr als ein Kalb, welches eben auch jedes Jahr zum Metzger geht. Durch unsere Freikäufe machen wir also lediglich den österr. Viehhändlern und den italienischen Großschlächtereien "positive" Konkurrenz.

Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434

 

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