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ANIMAL SPIRIT sowie die größte britische
Nutztierschutz-Organisation CIWF lehnen den deutschen Vorschlag zur
neuen Richtlinie für die Haltung von Masthühnern ("broiler")
kategorisch ab. Dieser beinhaltet u.a., daß Hühner, die gemäß dieser
Richtlinie produziert wurden, ein "EU-Tierschutz-Gütesiegel"
erhalten sollen. Dieses Etikett würde aber die Konsumenten massiv
täuschen, da es vorgibt, das Wohlbefinden der Tiere in verbesserten
Tierschutzstandards zu gewährleisten. Tatsache ist aber, daß die
Masthühner nach wie vor aus schrecklicher Intensivproduktion stammen
würden, die sich absolut nicht mit dem Tierschutzgedanken
vereinbaren läßt.
Die Durchsetzung dieser neuen EU-Standards würde
somit u.a. folgendes bedeuten:
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Noch immer wären im
Großteil der Betriebe Besatzdichten von 38 kg/m2 erlaubt, was in
etwa 25 "schlachtreifen" Hühnern/m2 entspricht!
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Bio- und
Freilandhaltungen wären gar nicht mehr Bestandteil der Richtlinie.
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Die Konsumenten würden
in die Irre geführt, da sie der Meinung wären, Fleisch zu kaufen,
das nach Tierschutz-Standards produziert worden wäre.
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Ein "Gütesiegel" wäre
ebenfalls kontraproduktiv zum Tierschutz, da die Konsumenten durch
den Kauf von Hühnern aus Massentierhaltung im Glauben wären, sie
unterstützten damit den Tierschutz; sie sähen danach keine
Veranlassung mehr, Fleisch von Freilandhühnern zu kaufen, welche
u.a. erst im Alter von 55 Tagen und älter geschlachtet werden,
anstatt bereits nach 35-40 Tagen.
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Zudem enthält der deutsche Vorschlag, daß
zukünftig in den Schlachthäusern die obligatorischen Kontrollen
von Fußballengeschwüren - eine Folge der extremen Intensivhaltung
und der Keimdichte - unterlassen würden; zudem sollen Sanktionen
abgeschafft werden, wonach Produzenten, deren Betriebe einen hohen
Prozentsatz an Fußballengeschwüren und hohe Sterblichkeitsraten
aufweisen, verpflichtet werden können, einen Aktionsplan zur
Behebung der Mängel und Verringerung der Besatzdichte zu
entwerfen.
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL
SPIRIT, dazu: "Diese neuen, ausgerechnet von der deutschen
Ratspräsidentschaft vorgeschlagenen, EU-Richtlinien wären ein
weiterer Rückschritt in Richtung noch mehr Konsumententäuschung und
legalisierter Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe. Sollten diese
Vorschläge tatsächlich angenommen werden, wäre das ein weiterer
Rückschritt für den Nutztierschutz in der EU. Und die Kennzeichnung
von Massentierhaltungsprodukten mit einem sogenannten
EU-Tierschutz-Gütesiegel würde das endgültige Aus für den Tierschutz
in der Masthühnerhaltung bedeuten."
Die vor kurzem von ANIMAL SPIRIT gestartete Online-Petition für die
Verbesserung der Masthühnerhaltung in Österreich und der EU kann
weiterhin unter
www.e-petition.at/ANIMAL/default.asp?ID=2 unterzeichnet werden.
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434 |