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Tierrechtler kritisieren Rückkehr der
Jahrmarkt-Menagerie
Zum 200.Geburtstag des Münchner Oktoberfestes,
das am Freitag, 17. September eröffnet wird, findet auf der
„Jubiläumswiesn“ – nach Jahrzehnten erstmals wieder – auch eine
Menagerie mit zur Schau gestellten lebenden Tieren statt. Der
Bundesverband Menschen für Tierrechte, seine bayerischen
Mitgliedsvereine sowie der Verein Ärzte gegen Tierversuche
kritisieren diese „Tierschau“ scharf. |
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In einem als “Amazonas” bezeichneten
Laufbetrieb sollen in “Dschungel”-Kulisse lebende Reptilien,
Piranhas und Spinnen gezeigt werden, die das Publikum laut
Pressebewerbung “das Gruseln lehren” sollen. Und das täglich von
11.00 Uhr vormittags bis spät in die Nacht. Die Tierrechtler
verurteilen allein das Zurschaustellen exotischer Wildtiere als
einen Rückschritt ins vorvorletzte Jahrhundert. Die Tiere seien in
enge Glaskästen eingesperrt, schutzlos Scheinwerferlicht und
dem enormem Lärmpegel eines Kirmesbetriebes ausgesetzt.
Von
Ruhepausen oder Rückzugsmöglichkeiten sei nichts bekannt.
Der Betreiber des “Amazonas” weist darauf hin,
daß sein Schaugeschäft Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes
entspreche. Das bedeutet, daß er über eine behördliche Erlaubnis
zur gewerbsmäßigen Zurschaustellung von Tieren verfügt. Diese
Erlaubnis wird erteilt, wenn ein sogenannter Sachkundenachweis des
Schaustellers vorliegt. Laut den Tierrechtlern setzt dieser
allerdings keine tierhalterische Befähigung voraus. Aus diesem
Grund stellen sie in Frage, ob ein Jahrmarktschausteller, der
überdies etliche weitere Fahrgeschäfte betreibt, in der Lage ist,
verschiedene Tiere mit unterschiedlichsten Bedürfnisse nach den
Vorschriften des Tierschutzgesetzes zu halten. Ebenso fraglich ist
für sie, ob die zur Schau gestellten Tiere in einer
Jahrmarktmenagerie mit täglich bis zu 12 Stunden Publikumsverkehr
ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend verhaltensgerecht
untergebracht werden können.
Die Genehmigung seitens der
Münchner Ordnungsbehörde erachten sie insofern als skandalös.
“Die Zurschaustellung von Tieren, noch dazu
als ’Gruselobjekte’, ist ausnahmslos abzulehnen.
Wir
appellieren an alle Wiesn-Besucher, diesen Betrieb zu boykottieren.
Auch das erstmals eingerichtete ’Tierzelt’, in dem der Bayerische
Bauernverband zusammen mit dem Münchner Tierpark Hellabrunn
sogenannte "Nutz"tiere zur Schau stellt, sollte in den Boykott
einbezogen werden“, so die einhellige Position der
Tierrechtsorganisationen.
Darüber hinaus verurteilen die
Tierrechtsorganisationen den Konsum von Fleisch- und
Wurstprodukten, wie er auf dem Oktoberfest in exzessiver Form
kultiviert wird:
Hunderttausende zuvor qualvoll gehaltene
Hühner, Enten und Fische, Zehntausende Schweine, Tausende Kälber
und über Hundert Ochsen werden in den 16 Tagen des Wiesnbetriebes
verzehrt.
Dieser “Fleischwahn” sei aus ökologischen,
gesundheitlichen und aus Gründen des Tierschutzes abzulehnen.
Kontakte:
Menschen für Tierrechte -
Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.,
www.tierrechte.de
animal2000 - Menschen für Tierrechte Bayern
e.V. ,
www.animal2000.de
Ärzte gegen Tierversuche e.V. ,
www.aerzte-gegen-tierversuche.de
rage&reason - animal rights movement e.V.,
www.rageandreason.de
Tierversuchsgegner München e.V. , eMail:
tvgmuenchen@freenet.de
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