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Quelle:
www.bz-berlin.de
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In Thailand müssen vom Aus-sterben bedrohte Orang-Utans im
Boxring gegeneinander kämpfen
Gespannt sitzen die Kämpfer in ihren Ecken.
Boxhandschuhe, Shorts, alles perfekt. Noch ein
Schluck Wasser. Dann der erste Gong. Und: „Box!“
Unter dem Jubel Tausender Touristen schlagen die
Akteure aufeinander ein. Es sind Orang-Utans, die
Stars von Safari World am Stadtrand von Bangkok. |
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Das
barbarische Spektakel dauert etwa eine halbe Stunde.
Dann werden Sieger und Verlierer zurück in ihre dunklen
Käfige gebracht. Und im Ring kämpfen die nächsten Tiere.
Orang-Utans, die akut vom Aussterben bedrohte Spezies
der Menschenaffen: In Asien werden diese kostbaren
Geschöpfe zur Belustigung in Kickbox-Shows mißbraucht.
Zwar hat Thailands Regierung diesen schweren Verstoß
gegen den Tierschutz 2004 offiziell verboten. Doch mit
dem würdelosen Affen-Spaß wird weiter Geld verdient.
BOS hilft den Orang Utans in Thailand
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Dr. Grainne McEntee von der Tierschutzorganisation
Borneo Orang-Utan Survival (BOS): „Es ist erschütternd. Die Tiere
können sich im Boxring schwer verletzen.“ Er weiß, daß die
Show-Affen geschlagen werden. Doch niemand weiß, wie viele verenden,
wenn sie aus ihren Lebensräumen, Borneo und Sumatra, geschmuggelt
werden. Jüngsten Schätzungen zufolge gibt es nur noch etwa 50.000
Orang-Utans auf der Welt. |
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Durch die Vernichtung des Regenwaldes ist ihre
Existenz extrem bedroht. Die Organisation BOS konnte in Thailand
wenigstens 48 Tiere retten und nach Borneo zurückbringen. Dort
werden sie behutsam auf ihre Rückkehr in ein normales Leben
vorbereitet.
Online-Protest-Aktion
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Die
Organisation "Rettet den Regen-wald" hat eine
Online-Petition gegen diese brutale Tierquälerei gestartet, die
an den Botschafter des König-reichs Thailand, Herrn Sorayouth Prompoj,
und das thailändische Fremdenverkehrsamt in Deutschland und
Österreich gerichtet ist. |
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Im Folgenden ein Auszug aus dem Protest-Schreiben:
Illegale Einführung von Orang Utans
nach Thailand und brutale Kickbox-Shows im Bangkoker Privatzoo
SafariWorld
Ihre Exzellenz, sehr geehrte Damen und Herren,
mit Entsetzen habe ich erfahren, daß die tierquälerischen Box-Shows
mit illegal eingeführten Orang-Utans trotz des Verbots der
thailändischen Regierung 2004 weiterhin eine der
Haupttouristenattraktionen in dem Bangkoker Privatzoo SafariWorld
darstellen. Während der Kickbox-Orang-Utan-Shows werden die vom
Aussterben bedrohten Menschenaffen mit Schlägen dazu angetrieben,
sich gegenseitig im Boxring zu verprügeln. Danach müssen sie in ihre
engen Käfige in dunklen Räumen zurück, wo sie traurig
dahinvegetieren. Viele Tiere sind schwer krank, haben Tuberkulose
und Hepatitis B.
Im Zuge massiver Proteste von Tierschützern waren die brutalen Shows
und die illegale Einfuhr der Orang-Utans in SafariWorld 2004
aufgeflogen. Daraufhin hatte die Polizei 110 Orang-Utans
konfisziert. Ich bin schockiert darüber, daß 2006 nur 48 der aus
Borneo und Sumatra nach Thailand eingeschmuggelten Affen in ihre
Heimat zurückgebracht worden sind. Die übrigen Tiere waren
SafariWorld zufolge plötzlich gestorben. Diese Aussage wurde
allerdings von Tierschützern und Medien angezweifelt.
Während der Dreharbeiten für seine im Sommer 2008 ausgestrahlte
Doku-Reportage „Hannes Jaenicke - Einsatz für die Orang-Utans"
entdeckte der Schauspieler die übrigen 67 Orang-Utans versteckt in
SafariWorld wieder. Die kurzzeitige Unterbrechung der Show war also
eine Farce: Die Orang Utans waren in den Zoo zurückgebracht worden
und müssen sich immer noch zur Belustigung der Touristen im Boxring
verprügeln.
Als bedrohte Art unterliegen Orang-Utans den Bestimmungen des
Washingtoner Artenschutzabkommens, das auch Thailand unterzeichnet
hat - jeder Handel mit den Tieren ist strengstens verboten. Da die
Orang-Utans bereits in ihrer Jugend für das Spektakel trainiert
werden, verlieren die Menschenaffen ihre Elterninstinkte. Dies senkt
die Chancen auf Fortpflanzung der vom Aussterben bedrohten Tiere und
trägt somit zu deren Ausrottung bei.
Die Orang-Utan-Kickbox-Shows sind bisher nur auf dem Papier
verboten, die Einhaltung des Verbots wird jedoch nicht überwacht.
Inzwischen wirbt SafariWorld wieder offen mit den Shows, und die
Tierquälerei geht weiter. Während des Spektakels werden die
Orang-Utans geschlagen und erniedrigt. Der Schmuggel der Orang-Utans
aus Borneo und Sumatra und die Boxshows verstoßen gegen in Thailand
geltendes Recht. Die Haltung einer vom Aussterben bedrohten Tierart
in engen Käfigen im Dunkeln ist außerdem vollkommen inakzeptabel.
Wir verlangen den sofortigen Stopp der Shows. Die Tiere müssen in
ihre Heimat zurückgebracht und ausgewildert werden.
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