
17. 02.
2005 - Protestbrief an Prof. Dr. H. Pechlaner und dessen
Antwort
Sehr geehrter Herr Kollege Pechlaner,
nach Rückfrage auf die heutige Presseaussendung des Kollegen Josef Zoher
aus Gänserndorf betreffend der mysteriösen Investorengruppe für das
ehemalige Safariparkgelände rund um Herrn Jürgen Auer wurde mir
mitgeteilt, daß auch Sie, bzw. der Zoo Schönbrunn starkes Interesse
daran hätten, daß der Safaripark jedenfalls nicht als Auffangstation für
Wildtiere nach dem Konzept Zoher weiterbetrieben wird. Auch sollen Sie
in irgendeiner Verbindung zu dieser genannten Investorengruppe stehen.
Sind diese Informationen richtig und wenn ja, warum?
Immerhin hat ja Herr Kollege Zoher und sein Verein MOMO ein glaubhaftes
Projekt auf den Tisch gelegt, welches nun von der Gemeinde Gänserndorf
geprüft wird und es praktisch nur deren Zustimmung zu einem neuen
Präkariumsvertrag für das Gelände bedarf. Die entsprechende
Gemeinderats-Sitzung soll am 28. Feber stattfinden.
Wissen Sie etwas über diese bisher geheimgehaltenen Geldgeber mit
angeblich 8 Millionen Euro, die sie am Gelände des ehemaligen
Safariparks investieren wollen, mit angeblich 8%-iger Rendite für die
Gemeinde? Ihnen müßte ja wohl auch klar sein, daß derartige Gewinne
keinesfalls in einem Tierbetrieb und schon gar nicht in einem
Tierschutzprojekt erwirtschaftet werden können. Es ist daher
verständlich, daß die im Sinne der Gewinnmaximierung "wertlosen"
Elefanten und die anderen Tiere, die in Gänserndorf dank Mag. Zoher
wieder ihre Heimat gefunden haben, weg müßten um Platz für einen rein
ertragsorientierten Erlebnispark zu schaffen. Sogar die alten Bäume
müßten dann weg, weil eine Rodungsbewilligung für 80ha Erholungswald in
Gänserndorf-Süd eingeholt werden soll.
Ich ersuche Sie nachdrücklich um Aufklärung, so Sie mit dieser Sache
etwas zu zun haben sollten, und warum Sie nicht mit Kollegen Zoher bei
der Schaffung einer Wildtierauffangstation in Gänserndorf
zusammenarbeiten? Welche Gründe sprechen für Sie dagegen, es zumindest
zu versuchen und den verbliebenen Tieren in Gänserndorf eine letzte
Chance zu geben?
Mit dem Ersuchen um baldige Antwort verbleibe ich
mfG,
Dr. Franz-Jospeh Plank, Obmann
Antwort
von Prof. Dr. H. Pechlaner:
Sehr geehrter Herr Kollege Plank,
aus kollegialen Gründen beantworte ich Ihre Anfrage und teile Ihnen
unmissverständlich mit, dass weder meine Person, noch der Tiergarten
Schönbrunn, noch irgendeiner unserer Mitarbeiter, aber auch nicht
Schloss Hof, etc. mit irgendeinem Projekt in Gänserndorf befasst sind.
Wir haben erst mühsam die von Ihnen zitierte Presseaussendung besorgt
und können beim besten Willen dazu nichts sagen.
Was Gänserndorf betrifft, so bedauern wir alle
zweifellos das Schicksal der Tiere, die jetzt noch dort leben, aber vor
allem auch jener, die unter der Verantwortung des Masseverwalters für
uns nicht nachvollziehbar abgegeben wurden.
Die professionelle Hilfe, die die Österreichische
Zoo-Organisation mit ihren Partnern, vor allem jedoch der Tiergarten
Schönbrunn mit seinen Mitarbeitern und die Marchfeldschlösser geleistet
haben, bzw. leisten wollten, wurde in unglaublicher Weise torpediert,
denunziert und auf Kosten der Tiere abgewürgt. Wenn auch die
Hauptverantwortung beim Masseverwalter liegt, so hatte er doch in allen
Ebenen innerhalb und außerhalb des Betriebes, aber auch in der
Tierschutzszene genügend willfährige Kumpanen gefunden. In meiner
langjährigen Berufspraxis ist mir, abgesehen von der
Intensivtierhaltung, kein derartiger Tierschutzskandal bekannt geworden.
Ein Skandal, der unter den Augen der Öffentlichkeit in Gänserndorf
letztlich seit vielen Jahren abgewickelt wird und im Jahr 2004 seinen
Höhepunkt erreicht hat.
In diesem Sinne können Sie gerne retten, was zu retten
ist. Auch ich setze mich intensiv für das Wohl der Tiere ein, zurzeit
allerdings an anderen Standorten.
MfG
Hon.Prof. Dr. Helmut Pechlaner
Fachtierarzt für Tierhaltung und Tierschutz
Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330 Email: office@animal-spirit.at
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