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17. 05. 2006 - Betrifft: Verwaltungsstrafverfahren Hühner-Auslaufverbot, Stellungnahme von Dr. Plank


An die
BH St. Pölten
Am Bischofsteich 1
3100 St. Pölten



Zum Ergebnis Ihrer Beweisaufnahme nehme ich wie folgt Stellung:

Wenn der Zeuge, Herr Abt. Insp. Hermann Wallner, in seiner Aussage angibt, daß er bei mir freilaufende Hühner gesehen hätte, so widerspricht das ja nicht meiner Aussage im Einspruch vom 1.2.2006. Die dort möglicherweise gesichteten Hühner befanden sich pflicht- und ordnungsgemäß im eingezäunten, überdachten Vorplatzauslauf. Also einerseits durchaus im Freien, andererseits aber durch die Überdachung abgesichert von den höchst kontagiösen Kotpartikeln, die hier am Hendlberg oft wie Bombengeschwader und aus purer Gehässigkeit von den in Scharen über uns hinwegziehenden ostasiatischen Zugvögeln niederprasseln. Es grenzt geradezu an ein Wunder, daß wir Menschen, denen ja von der zuständigen Gesundheitsministerin - im Gegensatz zum "Nutz"-Geflügel - aus unbegreiflichen Gründen und in unverantwortlicher Weise kein generelles Auslaufverbot auferlegt wurde, noch nicht von einer Massen-Vogelgrippe-Epidemie mit Abermillionen von Todesfällen heimgesucht wurden. Ich selbst habe mich an dem besagten 11. November 2005, als mich der Herr Abteilungs-Inspektor herausläutete, nur ganz kurz ins Freie gewagt und bin anschließend sofort wieder in meine gesicherten Bunkerräume zurückgekehrt. Das dürfte mir wohl an diesem - von Seuchenexperten als extrem gefährlich eingestuften - Tag das Leben gerettet haben. Ich kann daher nur hoffen, daß auch der Herr Abteilungs-Inspektor noch unter den Lebenden weilt und sich einigermaßen guter Gesundheit erfreut, wo er sich doch an diesem gefährlichen Tag eine geraume Zeit lang am Hendlberg völlig ungeschützt unter freiem Himmel aufgehalten hat. Nicht zuletzt um dieses extreme Risiko zu minimieren, habe ich ihm dann letztlich auch den Zutritt zu meinem Grundstück verweigert, um uns beiden nicht weiteren, möglicherweise lebensgefährlichen Gefahren auszusetzen.

Im Übrigen bin ich als braver österreichischer Steuerzahler sehr darüber erfreut, daß in "Felix Austria" neuerdings die Verbrecherrate derartig zurückgegangen zu sein scheint, daß sogar Abteilungsinspektoren dafür abgestellt werden können, freilaufende Hühner - oder eben nicht freilaufende - persönlich zu kontrollieren. Weiter so!

All dieser Tatsachen zum Trotz möchte ich Ihnen dennoch nicht folgenden Zeitungsartikel vorenthalten, der unerwarteterweise die oben dargestellten Horrorszenarien völlig zu widerlegen scheint:

Zugvögel haben keine Vogelgrippe verbreitet

LONDON (Dow Jones)--Die Schwärme von Zugvögeln, die im vergangenen Herbst nach Afrika und nun zurück nach Europa gezogen sind, waren mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 nicht infiziert und haben es daher auch nicht weiterverbreitet. Dieses Ergebnis meldete die Zeitung "International Herald Tribune" am Donnerstag und zitierte damit Wissenschaftler. Vertreter internationaler Gesundheitsbehörden hatten befürchtet, die Seuche könne sich durch den Herbstzug der Vögel bis nach Afrika ausbreiten und mit dem Frühjahrszug verstärkt nach Europa zurückkehren. Diese Befürchtungen sind jedoch nicht eingetreten - ein bedeutender Befund für Europa, denn es ist weit einfacher, ein Virus zu überwachen, das auf inländischen Betrieben existiert, jedoch nicht in der Natur.

"Derzeit ist die Zahl der Neufunde ziemlich gering, und das ist das Gegenteil von dem, was viele Leute erwartet haben", sagte Ward Hagemeijer, Spezialist für Vogelgrippe bei Wetlands International, einer Umweltschutzgruppe in den Niederlanden. In tausenden von Proben, die in Afrika im vergangenen Winter von Wildvögeln genommen worden waren, ist das Virus H5N1 kein einziges Mal entdeckt worden, wie Behördensprecher und Wissenschaftler bestätigten. In Europa hat es bei Wildvögeln seit dem 1. April nur eine Handvoll von Vogelgrippe-Fällen gegeben, die auf dem Höhepunkt des Vogelzugs nach Norden aufgetreten sind. DJG/DJN/ste/11.5.2006

Quelle: http://www.raiffeisen.com/news/artikel/30201212

 Mit freundlichen Grüßen,
 Dr. Franz-Joseph Plank

 

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