Liebe Freunde der Lobau!
1.
Gesprächsverweigerung und Klagsdrohung
2. Benefizkonzert
3. Bericht aus der
Au
1.
Gesprächsverweigerung und Klagsdrohung.
Die Verantwortlichen
wollen also nicht mit uns sprechen. Natürlich, wozu auch, es sind ja nur
30 ausländische "Berufsdemonstranten" meint Häupl. Arbeitscheues
Gesindel und Tachinierer nennt man Umweltschützer in der FPÖ und denkt
laut über eine Bürgerwehr nach, welche Jagd auf Umweltschützer machen
soll. Andere fordern einen Polizeieinsatz in der Au. Natürlich wer wird
schon über Inhalte diskutieren, wenn es doch so viel leichter ist
Unmengen an Steuergeld für schwachsinnige Inserate in Zeitungen zu
verpulvern. Wer will schon mit Transit und Luftverschmutzung oder mit
Lärm und Grundwasserproblemen zu tun haben, wenn er doch auch ganzseitig
in den Zeitungen vom "umweltfreundlichen" Tunnel und von der Lösung all
unserer Verkehrsprobleme durch eine "lebensnotwendige" Wienumfahrung
phantasieren kann.
Natürlich, wenn sich
jemand in Österreich für Umweltschutz einsetzt, dann nennt man sie
Demonstranten, oder auch Gesindel, aber nicht Umweltaktivisten. Aber
wenn die gleichen Personen sich in Temelin an ein Atomkraftwerk anketten
oder in einem Schlauchboot versuchen, einen Walfänger zu stoppen dann
ist das schon gut. Nur daheim in Wien sollen sie den Mund halten, weil
wir sind ja eh Umweltmusterstadt (wird zumindest behauptet). Weil wenn
sie sich in ihrer Heimat für Umweltschutz einsetzen, dann bedroht man
sie mit Klagen. Die Politik, die verantwortlich ist für Umweltschutz und
Verkehrspolitik versteckt sich und lässt die Asfinag
(Autobahn-Baugesellschaft), die zu 100 Prozent in Staatsbesitz ist, mit
Klagen drohen. Weil Leute, welche weiter denken als bis zur nächsten
Wahl, gehören eingeschüchtert und dadurch mundtot gemacht. Mich würde
interessieren, wie hätte sich unsere "Umweltstadträtin" Uli Sima, als
sie früher noch bei Global 2000 war, gefühlt, wenn es ihr damals so
ergangen wäre?
Wird es auch eine Firma in
Staatsbesitz geben, welche Politiker wegen Nichteinhaltung des
Kyoto-Protokolls klagen wird? Und wer kann es sich leisten, den Staat
oder die Bundesländer wegen andauernder Überschreitung der
Feinstaubgrenzwerte zu klagen? Asfinag und Politik – ja ihr könnt
klagen, denn ihr braucht euch nicht zu fürchten. Die asthmakranken
Kinder und Leute mit chronischer Bronchitis können euch nicht zur
Verantwortung ziehen weil sie zu wenig Macht und Geld haben, und wer an
Lungenkrebs stirbt, hat auch keine Lobby hinter sich, welche für ihn
Schadenersatz einklagen kann.
Wir geben jedenfalls die
Hoffnung nicht auf, dass es zu einer gemeinsamen vernünftigen Lösung
kommt. Sicher könnten wir gemeinsam sowohl unsere hausgemachten
Verkehrsprobleme als auch Umweltprobleme besser lösen, wenn dieses
Transitautobahnprojekt einmal auf Eis gelegt wird und sich
Umweltschützer und Politik gemeinsam Gedanken über Verbesserungen
machen. Es muss auch eine Lösung geben, mit der Umwelt und Verkehr
nebeneinander leben können!
2. Benefizkonzert
Im Rahmen der „Mahnwache in der Au“
Benefizkonzert für die Lobau
Sa, 9.
Dez. 2006, 17.00 Uhr
TU Wien, Audimax, Lehargasse 2, 1060 Wien
Live-Musik & Berichte & Infos vom Lobau-Camp
Zu Gunsten der „Mahnwache in der Au“
Um die Mahnwache in der Au
und unser Anliegen zu unterstützen, haben sich innerhalb kurzer Zeit
viele MusikerInnen bereit erklärt, kostenlos aufzutreten!
Es
spielen:
Raeices
Peruana: Musik & Tanz aus den Anden.
Maeve Auer & Freunde: Kammermusik.
Maeve Auer & Walter Pollak: Musik von den Hebriden.
Ellias Kim & Graciela Tellian & Freunde: Kammermusik.
Wetterstein Ethno Rock
Peter Schwarzbauer Akustische Gitarre.
Richard Weihs: Wiener Blues. Duo Kon-Fusion Folk/Liedermacher.
Pallawatsch : Klezmer (Duo Akkordeon & Klarinette)
Tanzgruppe Bolivia
Walter Pollak: Flamenco
Tomas Koran: Austropop
Den Warrick: Celtic Folk
Petra Chiba: Wienerlied.
Mansur Bildik Ensemble: Anatolische Ethno Folklore
Süü-Vaal & Her Man: Funk – Rock – Soul.
Leslie McKlasky & Eliza: Country & Western Songs/Bluegrass
Dazwischen gibt es kurze
Reden von
Univ.-Prof Dr. Bernd
Lötsch,
Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien
Univ.Doz. Dr. Peter Weish,
Humanökologe, Präsident Forum Wissenschaft & Umwelt
Freda Meissner-Blau,
Galionsfigur der österreichischen Ökologiebewegung
und von AktivistInnen aus dem Lobau-Camp
Durch den Abend führt
Ingrid Erkin.
Eintritt: freie Spende
Einlass 16 Uhr, Beginn 17 Uhr
Veranstalter
mit Unterstützung des Grünen Klubs im Rathaus und der Donaustädter
Grünen: HTU Kultur, Global2000, VIRUS, BI Marchfeld-Groß Enzersdorf, BI
Rettet die Lobau, Greenpeace, Bignot
3.Bericht aus der
Au.
Seit 1. Nov. sind wir
jetzt in unserem Lager, welches etwa 40 Zelte umfasst. Entgegen mancher
Aussagen ist das Camp nicht illegal, sondern bei der BH Gänserndorf
angemeldet und nicht untersagt. Noch immer gibt es keine Bohrungen im
Nationalpark und die 2 Bohrmaschinen die es in die Lobau geschafft haben
stehen sinnlos in der Gegend herum. Die Arbeiter sitzen daneben und
trinken Tee und in der Nacht das gleiche Bild, nur anstatt der Arbeiter
ist dann eine private Sicherheitsfirma in der Lobau.
Im Camp wird gerade eine
Strohhütte gebaut um auch für kalte Tage gerüstet zu sein.
Die Versorgung mit Essen
läuft sensationell (Danke an alle SpenderInnen) und die Fa. Biowichtl (www.biowichtl.at)
bringt jeden Tag Biogemüse.
Gestern war sogar der
Nikolaus in der Au und die Kinder haben große strahlende Augen bekommen.
Um auch jenen einen Blick
ins Lagerleben zu ermöglichen, die nicht selber in die Au kommen können,
gibt es jetzt auch das Camptagebuch von Greenpeace auf unserer Homepage.
Wir hoffen aber, dass
trotzdem viele selber in die Lobau kommen. Sei es um sich selber ein
Bild zu machen oder mit zu helfen die Au zu schützen. Kommt und zeigt
damit, dass Ihr dieses Projekt ablehnt. Egal ob Kurzbesuch oder auch
noch besser mit Schlafsack für länger – wir freuen uns über jeden Besuch
und jede Unterstützung. Es gibt auch fast jeden Tag ein Programm welches
von Filmabend bis Kultur unterschiedlichstes bietet.
(genaueres dazu unter
http://www.lobau.org/index.php?mode=11
)
Ich möchte wie immer
auch auf die anderen beteiligten Initiativen hinweisen:
www.global2000.at
,
www.greenpeace.at/
,
www.wuk.at/virus
,
www.s1-bim.at ,
www.bignot.at
Der Widerstand geht
weiter, gemeinsam für die Donauauen und gegen Transit
Stefan Wirius
BI „Rettet die Lobau –
Natur statt Beton“
www.lobau.org
Spendenkonto PSK 92.168.510, BLZ.60 000
BIC:OPSKATWW IBAN: AT 746 000 000 092 168 510