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08. 12. 2006 - Aussendung der Bürgerinitiative Rettet die Lobau - Natur statt Beton
 

Ausnahmsweise anbei ein weitegeleitetes email, das nicht direkt (aber sehr wohl indirekt) mit Tierschutz zu tun hat - über die seit 1. November andauernde Blockade der Lobau östlich von Wien durch Umweltschützer zur Verhinderung des Autobahnbaus unter dem Nationalpark Donauauen, um Europa endlich eine durchgehende Autobahn zwischen Danzig und Italien zu bescheren. Wien wäre damit DER Verkehrsknotenpunkt zwischen Nord-Süd bzw. Ost-West:

 

Liebe Freunde der Lobau!

 

 

1. Gesprächsverweigerung und Klagsdrohung

2. Benefizkonzert

3. Bericht aus der Au

 

 

1. Gesprächsverweigerung und Klagsdrohung.

 

Die Verantwortlichen wollen also nicht mit uns sprechen. Natürlich, wozu auch, es sind ja nur 30 ausländische "Berufsdemonstranten" meint Häupl. Arbeitscheues Gesindel und Tachinierer nennt man Umweltschützer in der FPÖ und denkt laut über eine Bürgerwehr nach, welche Jagd auf Umweltschützer machen soll. Andere fordern einen Polizeieinsatz  in der Au. Natürlich wer wird schon über Inhalte diskutieren, wenn es doch so viel leichter ist Unmengen an Steuergeld für schwachsinnige Inserate in Zeitungen zu verpulvern. Wer will schon mit Transit und Luftverschmutzung oder mit Lärm und Grundwasserproblemen zu tun haben, wenn er doch auch ganzseitig in den Zeitungen vom "umweltfreundlichen" Tunnel und von der Lösung all unserer Verkehrsprobleme durch eine "lebensnotwendige" Wienumfahrung phantasieren kann.

Natürlich, wenn sich jemand in Österreich für Umweltschutz einsetzt, dann nennt man sie Demonstranten, oder auch Gesindel, aber nicht Umweltaktivisten. Aber wenn die gleichen Personen sich in Temelin an ein Atomkraftwerk anketten oder in einem Schlauchboot versuchen, einen Walfänger zu stoppen dann ist das schon gut. Nur daheim in Wien sollen sie den Mund halten, weil wir sind ja eh Umweltmusterstadt (wird zumindest behauptet). Weil wenn sie sich in ihrer Heimat für Umweltschutz einsetzen, dann bedroht man sie mit Klagen. Die Politik, die verantwortlich ist für Umweltschutz und Verkehrspolitik versteckt sich und lässt die Asfinag (Autobahn-Baugesellschaft), die zu 100 Prozent in Staatsbesitz ist, mit Klagen drohen. Weil Leute, welche weiter denken als bis zur nächsten Wahl, gehören eingeschüchtert und dadurch mundtot gemacht. Mich würde interessieren, wie hätte sich unsere "Umweltstadträtin" Uli Sima, als sie früher noch bei Global 2000 war, gefühlt, wenn es ihr damals so ergangen wäre?

Wird es auch eine Firma in Staatsbesitz geben, welche Politiker wegen Nichteinhaltung des Kyoto-Protokolls klagen wird? Und wer kann es sich leisten, den Staat oder die Bundesländer wegen andauernder Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte zu klagen? Asfinag und Politik – ja ihr könnt klagen, denn ihr braucht euch nicht zu fürchten. Die asthmakranken Kinder und Leute mit chronischer Bronchitis können euch nicht zur Verantwortung ziehen weil sie zu wenig Macht und Geld haben, und wer an Lungenkrebs stirbt, hat auch keine Lobby hinter sich, welche für ihn Schadenersatz einklagen kann.

 

Wir geben jedenfalls die Hoffnung nicht auf, dass es zu einer gemeinsamen vernünftigen Lösung kommt. Sicher könnten wir gemeinsam sowohl unsere hausgemachten Verkehrsprobleme als auch Umweltprobleme besser lösen, wenn dieses Transitautobahnprojekt einmal auf Eis gelegt wird und sich Umweltschützer und Politik gemeinsam Gedanken über Verbesserungen machen. Es muss auch eine Lösung geben, mit der Umwelt und Verkehr nebeneinander leben können!

 

 

2. Benefizkonzert

 

Im Rahmen der „Mahnwache in der Au“
Benefizkonzert für die Lobau

 

Sa, 9. Dez. 2006, 17.00 Uhr
TU Wien, Audimax, Lehargasse 2, 1060 Wien

 

Live-Musik & Berichte & Infos vom Lobau-Camp
Zu Gunsten der „Mahnwache in der Au“

 

Um die Mahnwache in der Au und unser Anliegen zu unterstützen, haben sich innerhalb kurzer Zeit viele MusikerInnen bereit erklärt, kostenlos aufzutreten!

 

Es spielen:


Raeices Peruana: Musik & Tanz aus den Anden.
Maeve Auer & Freunde: Kammermusik.
Maeve Auer & Walter Pollak: Musik von den Hebriden.
Ellias Kim & Graciela Tellian & Freunde: Kammermusik.
Wetterstein Ethno Rock
Peter Schwarzbauer Akustische Gitarre.
Richard Weihs: Wiener Blues. Duo Kon-Fusion Folk/Liedermacher.
Pallawatsch : Klezmer (Duo Akkordeon & Klarinette)
Tanzgruppe Bolivia
Walter Pollak: Flamenco
Tomas Koran: Austropop
Den Warrick: Celtic Folk
Petra Chiba: Wienerlied.
Mansur Bildik Ensemble: Anatolische Ethno Folklore
Süü-Vaal & Her Man: Funk – Rock – Soul.
Leslie McKlasky & Eliza: Country & Western Songs/Bluegrass

 

Dazwischen gibt es kurze Reden von

 

Univ.-Prof Dr. Bernd Lötsch,
Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien

Univ.Doz. Dr. Peter Weish,

Humanökologe, Präsident Forum Wissenschaft & Umwelt

Freda Meissner-Blau,

Galionsfigur der österreichischen Ökologiebewegung

und von AktivistInnen aus dem Lobau-Camp

 

Durch den Abend führt Ingrid Erkin.

Eintritt: freie Spende
Einlass 16 Uhr, Beginn 17 Uhr

 

Veranstalter mit Unterstützung des Grünen Klubs im Rathaus und der Donaustädter Grünen: HTU Kultur, Global2000, VIRUS, BI Marchfeld-Groß Enzersdorf, BI Rettet die Lobau, Greenpeace, Bignot

 

 

3.Bericht aus der Au.

 

Seit 1. Nov. sind wir jetzt in unserem Lager, welches etwa 40 Zelte umfasst. Entgegen mancher Aussagen ist das Camp nicht illegal, sondern bei der BH Gänserndorf angemeldet und nicht untersagt. Noch immer gibt es keine Bohrungen im Nationalpark und die 2 Bohrmaschinen die es in die Lobau geschafft haben stehen sinnlos in der Gegend herum. Die Arbeiter sitzen daneben und trinken Tee und in der Nacht das gleiche Bild, nur anstatt der Arbeiter ist dann eine private Sicherheitsfirma in der Lobau.

Im Camp wird gerade eine Strohhütte gebaut um auch für kalte Tage gerüstet zu sein.

Die Versorgung mit Essen läuft sensationell (Danke an alle SpenderInnen) und die Fa. Biowichtl (www.biowichtl.at) bringt jeden Tag Biogemüse.

Gestern war sogar der Nikolaus in der Au und die Kinder haben große strahlende Augen bekommen.

Um auch jenen einen Blick ins Lagerleben zu ermöglichen, die nicht selber in die Au kommen können, gibt es jetzt auch das Camptagebuch von Greenpeace auf unserer Homepage.

Wir hoffen aber, dass trotzdem viele selber in die Lobau kommen. Sei es um sich selber ein Bild zu machen oder mit zu helfen die Au zu schützen. Kommt und zeigt damit, dass Ihr dieses Projekt ablehnt. Egal ob Kurzbesuch oder auch noch besser mit Schlafsack für länger – wir freuen uns über jeden Besuch und jede Unterstützung. Es gibt auch fast jeden Tag ein Programm welches von Filmabend bis Kultur unterschiedlichstes bietet.
(genaueres dazu unter
http://www.lobau.org/index.php?mode=11 )

  

Ich möchte wie immer auch auf die anderen beteiligten Initiativen hinweisen:

www.global2000.at , www.greenpeace.at/ , www.wuk.at/virus , www.s1-bim.at , www.bignot.at

 

Der Widerstand geht weiter, gemeinsam für die Donauauen und gegen Transit

 

Stefan Wirius

BI „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“

www.lobau.org

Spendenkonto PSK 92.168.510, BLZ.60 000   

            BIC:OPSKATWW   IBAN: AT 746 000 000 092 168 510    

 

 

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953
Online spenden: www.oncharity.at/animal

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