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16. 09. 2005 - Zakynthos (GR): helft den Meeresschildkröten!
 

PRESSEMELDUNG

Erfolg für den Artenschutz? 

Die griechische Regierung unterzeichnete nach 20 Jahren hartem Kampf im August 2005 den Vertrag für einen Meeresnationalpark auf der Insel Zakynthos. Ist dadurch die Meeresschildkrötenpopulation von Zakynthos für die Zukunft gerettet?

Vor 20 Jahren kam der Naturschützer Günther Peter zum ersten Mal auf die griechische Insel Zakynthos, nachdem er von den örtlichen Naturschützern um Hilfe gerufen worden war, die Meeresschildkröten auf der Mittelmeerinsel Zakynthos  schützen zu helfen. Der ständig wachsende Druck durch den Tourismus bedrohte die Tiere immer mehr, so daß der völlige Verlust ihrer Existenzgrundlage absehbar war. Den wichtigsten Niststränden der Caretta Caretta des Mittelmeeres drohte immer mehr das AUS. Die augenblickliche Situation ist aber leider immer noch sehr bedrohlich.

Seitdem ließ das Schicksal der Schildkröten dem Naturschützer keine Ruhe. Er ging zu den Behörden der Insel und forderte mit einer weltweiten Protestaktion die griechische Regierung auf, einen Meeresnationalpark einzurichten und alle illegalen Bauten an den Niststränden zu entfernen. Mit internationalen Protest- und Medienaktionen erreichte Peter damals, daß TUI die Bemühungen der Naturschützer durch die Herausnahme aller Hotels aus der Langanasbucht, einem der wichtigsten Strände der Insel für die Schildkröten, würdigte. Diese Aktionen führten dazu, daß die Insel-Behörden einem Schutzprogramm für die Meeresschildkröten zustimmten und alle illegalen Bauten, die zu nahe an die Schildkrötenstrände herangebaut waren, abreissen lassen wollten. Die Strände sollten bei Dunkelheit nicht mehr betreten werden dürfen.

Der Inselpräfekt Dimitrios Skamnakis versprach damals, die hohe Aggresivität der illegalen Retaurant- und Barbesitzer abzubauen. Im Rahmen des Projekts zur Schaffung des Meeresnationalparks wurden die Strände von ehrenamtlichen Helfern bewacht, was nicht ungefährlich war, denn die Naturschützer waren bei den Hotelbesitzern und der Touristikbranche nicht gern gesehen. Immer wieder wurden sie tätlich angegriffen. Es kam zu lebensgefährlichen Verletzungen, ein Student aus Köln erlitt einen Schädelbasisbruch. Die griechische private Organisation "STPS" und Peter`s AgA-Team hatten große Schwierigkeiten, den Brutalitäten der illegalen Restaurantbesitzer auszweichen. Es herrschten Wild-West-Zustände. Und bis heute wurden die Versprechungen des Präfekten von Zakynthos nicht eingehalten. Die Agressionen haben zwar nachgelassen, aber die illegalen Bauten an den Schildkrötenstränden haben zugenommen.

Jetzt, im August 2005 nach ca. 20 Jahren, fuhr Günther Peter, erneut nach Zakynthos. Was er sah, war kein Anlaß zur Freude. Die Niststrände der Meeresschildkröten sind völlig von den Touristen vereinnahmt worden. Die Schildkröten haben kaum eine Chance zur Eiablage. Die Nester liegen mitten im Touristentroubel. Das Wachpersonal ist fast nirgends zu sehen. Das betreten der Nester durch Menschen bedeutet schlechte Schlüpfmöglichkeiten durch Verdichtung des Sandes. 

Im zweitwichtigsten Niststrand Dafni haben die Geschäftemacher weiter illegal direkt am Schildkrötenstrand gebaut und bauen immer weiter. Eine neue Bar und ein Restaurant sind unmittelbar an die Hochwassergrenze errichtet worden. Sogar eine befestigte Straße wurde bis in den Strand hinein gebaut, damit noch mehr Touristen mit Liegen und Schirmen den Strand bevölkern können. Man entfernte den für die Schildkröten lebenswichtigen Sand des Schildkrötenstrandes, um gerade Liegeflächen für die Sonnenbetten zu erhalten und sie teuer vermieten zu können. Alles illegal und das Todesurteil für die Schildkröten.

Es war zwar inzwischen gelungen, die Rennboote, denen unzählige Schildkröten infolge schrecklicher Verstümmelung und sofortiger Tötung zum Opfer fielen, vor der Insel zu verbannen, aber sie sind gegenwärtig durch mindestens 10 sogenannte Turtle-Watching-Boote ersetzt worden, die den Schildkröten penetrant folgen, so daß diese kaum atmen können. Die Boote bringen Massen von Touristen auf die vorgelagerte Schildkröteninsel Maratonissi, wodurch dort großer Schaden angerichtet wird. Die Strände sind mit Teerklumpen und Müll verschmutzt. Die Zahl der Nester und schlüpfenden Schildkröten nimmt logischerweise an allen Stränden permanent ab. Die Touristikbranche will an der Meeresschildkröte (Caretta Caretta) nur Geld verdienen, für ihren Erhalt fühlt sie sich jedoch nicht zuständig.

Günther Peter und sein Team werden die Entwicklung auf Zakyntnos weiterverfolgen und nötigenfalls erneut einen Touristenboykott und internationale Protestaktion in die Wege leiten, wenn es die Nationalparkverwaltung nicht fertig bringt, in kurzer Zeit z. B. die illegalen Bauten am Strande von Dafni zu entfernen und auch die illegale Strasse zu sperren. "Auch die anderen Schildkrötenstrände müssen einer neuen strengen Ordnung zum Schutze der Caretta Caretta unterworfen werden", so Günther Peter abschließend.

Rückfragehinweis: Günther Peter,

Tel: (+49) (0) 97150/ 2981, Fax: 071507 969161

e-mail: aga-international@t-online.de

 

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