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"Trotz Verbesserung der
Tierschutz-gesetze in den letzten Jahrzehnten ist es noch ein
langer Weg, bis alle Menschen im Tier auch wirklich ein
fühlendes Wesen erkennen, für dessen Lebensumstände sie die
volle Ver-antwortung tragen", sagt Gerhard Weißgrab, der
Präsident der Öster-reichischen Buddhistischen
Religions-gesellschaft und führt weiter aus: |
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"Ich sehe im Welttierschutztag am 4. Oktober nicht
nur einen wichtigen Gedenktag, sondern auch einen Anlaß all jenen
Menschen zu danken, die sich Tag für Tag für die Erreichung eines
"menschenwürdigen Tierlebens" und das Wohl der Tiere einsetzen.
Das sind in erster Linie alle Organisationen, die sich um das Wohl
der Tiere und den Erhalt der natürlichen Lebensräume kümmern, ganz
besonders aber jeder einzelne Mensch, der seine Verantwortung
gegenüber den Tieren wahr nimmt und auch nicht weg sieht, wenn es
Mißstände aufzudecken und abzustellen gibt. ... Bewußtseinsbildung
beginnt bereits bei den Kindern, indem ihnen klar gemacht wird, daß
Tiere kein Spielzeug sondern fühlende Wesen sind, für die
Verantwortung übernommen werden muß.
Den Begriff eines "menschenwürdigen Tierlebens" halte ich für
Richtung weisend, impliziert er doch die Verantwortung, die wir
Menschen den Tieren gegenüber haben. Das, was Menschen weltweit,
aber auch in unserem nächsten Umfeld, den Tieren an Leid zufügen -
einfach durch reine Mißachtung und Gedankenlosigkeit - ist kein
Umgang, der eines Menschen würdig ist. Eine Aufrechnung, wie sie oft
vereinfacht formuliert wird, daß Tierrechte so lange kein
vordringliches Anliegen sein können, so lange Menschenrechte nicht
lückenlos eingehalten werden, ist inakzeptabel und unzulässig.
Mitgefühl mit allen Wesen zu üben ist eine unteilbare Anforderung an
uns denkende Menschen des 21. Jahrhunderts.
Eine strengere Gesetzgebung allein ist aber nicht die Lösung vieler
untragbarer Zustände, sondern letztendlich nur die Einsicht und
Erkenntnis jedes einzelnen Menschen. Es geht darum einzusehen und zu
erkennen, daß wir Teil eines Ganzen sind, zu dem auch das Tier
gehört. Auch alte Bräuche und Traditionen, die das Quälen von Tieren
mit sich bringen, sind kritisch zu hinterfragen und bieten keinerlei
Rechtfertigungsgrund für Tierleid.
Das buddhistische Weltbild ist nicht anthropozentrisch sondern ein
Weltbild der gegenseitigen Bedingtheit und Abhängigkeit, in dem das
Tier keine untergeordnete Rolle spielt. Daraus leitet sich unsere
Verantwortung nicht nur für alle Wesen ab, sondern zwingend
schlüssig auch für die ganze Umwelt, als notwendige Basis für alles
Leben. Die buddhistische Wurzel für diese Verantwortung entspringt
keinem Gebot und keiner Vorschrift, sondern ausschließlich der
eigenen Einsicht und Erkenntnis."
Rückfragehinweis:
Gerhard Weißgrab
Präsident der ÖBR
Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft
A-1010 Wien, Fleischmarkt 16
Tel. / Fax: 0043 (0)1 512-37-19
mailto:
office@buddhismus-austria.at
www.buddhismus-austria.at |