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Leserbrief von Isabell Cezanne-Geradts
 

Tierquälerei ist vergleichbar mit dem Holocaust ...

 

Dieser Meinung schließe ich mich an. Wir wollen nicht das schreckliche Elend der vom Holocaust Betroffenen unterbewerten, aber überall da wo Schwächere und Wehrlose benutzt, ausgebeutet, gequält und gefoltert werden, drängt sich uns dieser Vergleich auf.

 

Wer angesichts der Bilder von Tieren in Schlachthöfen, in Tiertransporten, in Tierversuchsanlagen, in industriell gehaltenen Mastanlagen, die herrschenden Missstände immer noch bagatellisiert, kann nur hoffnungslos verroht erscheinen. Wie beim Holocaust ist für uns das Verbrechen, welches an Millionen Menschen verübt wurde durchaus mit der Qual der Tiere vergleichbar, weil es sich auch hier, um Wehrlose und in der Hierarchie untenstehende handelt.

 

Waren die Opfer nicht schon wehrlos, wurden sie dazu gemacht und nichts anderes geschieht mit den Tieren. Die Tiere sind  dem Menschen gegenüber wehrlos, besonders die, die für Zwecke der Forschung und Ernährung „dienen“ und missbraucht werden.

 

Tiere sind Lebewesen und leidensfähige Mitgeschöpfe, die ein Recht auf Leben und Achtung haben. Schon Konrad Lorenz sah Tiere als Gefühlsmenschen mit etwas weniger Verstand. Ein gradueller, kein qualitativer Unterschied.

 

Die Aussage, dass das Verbrechen des Holocaust mit der täglichen, Milliardenfachen Tierqual vergleichbar ist, stammt u.a. von Betroffenen, die den Holocaust erlebt haben. Alex Hershaft hat einen Teil seiner Kindheit im Warschauer Ghetto verbracht und emigrierte in die USA. Von ihm stammt folgende Aussage:

 

»Inmitten unseres hoch technisierten, protzigen, hedonistischen Lebensstils, zwischen all den strahlenden Monumenten unserer Geschichte, Kunst, Religion und Wirtschaft, gibt es die ´Black Boxes´. Das sind die biomedizinischen Forschungslabors, die Tierfabriken und Schlachthöfe - gesichtslose, geschlossene Bereiche, in denen die Gesellschaft ihr schmutziges Geschäft der Misshandlung und Ermordung unschuldiger, fühlender Wesen abwickelt. Das sind unsere Dachaus, unsere Buchenwalds, unsere Birkenaus. Wie die braven deutschen Bürger haben wir eine ziemlich gute Vorstellung davon, was dort geschieht, aber wir wollen es lieber nicht so genau wissen.«

 

Ich  habe jüdische Bekannte, die diesen Vergleich durchaus nicht als absurd empfinden. Auch sie vertreten die Meinung, dass Tiere grausam degradiert werden und das durch Missachtung und Ausbeutung Wehrloser eine neue Basis für einen Holocaust und rechtsextreme Gesinnung schaffen könnte.

 

Es gibt keine Rechtfertigung für das was wir den Tieren antun.

"Nirgendwo ist die eiserne Faust des Patriarchats so unverhüllt wie bei der Unterdrückung der Tiere, welche als Vorlage und Übungsbereich für alle Formen von Unterdrückung dient".... sagte Aviva Cantor, jüdische Feministin und Tierrechtlerin.

 

Ich möchte meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die jetztige Situation der Tiere, genau wie der Holocaust, bald nur noch mahnende Vergangenheit sein sollte.

 

Isabell Cezanne-Geradts

  

"Es geht nicht darum, ob sie denken oder sprechen können. Es geht einzig und allein darum, dass sie leiden können."

"The question is not whether they can think or speak. The only thing  that counts, is that they are able to suffer."
Jeremy Benthan (engl. Jurist und Philosoph)

 

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