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Themen Archiv

z.B. 25/02/2018
18.02.2018

Titel-Artikel in der NÖN aufgrund unserer Anti-Fuchsjagd-Kampagne: Laabener Tierschützer will Verbot

Unsere Presseaussendung und Bericht über die Fuchsjagd ("Winterfuchsjagden müssen verboten werden") und die Kritik an der Jägerschaft hat weitreichende Kreise gezogen, u.a. in den "Nierösterr. Nachrichten" (siehe link oben). So bekamen wir nun auch von einem ehemaligen Berufsjäger in der Steiermark den Hinweis, daß sich etwa 5.000 dortige Aufsichtsjäger schon länger gegen die tierquälerischen Methoden der in der Steiermark leider immer noch erlaubten Wintergatter aussprechen, aber auch gegen die Zucht und das Aussetzen von Wildschweinen und Fasanen kurz vor der Jagd, gegen etliche andere jagdliche Mißstände und für ein generelles Abschußverbot von Hunden und Katzen. Leider verhallen diese Forderungen noch ungehört, die Vorstände der Jagdlobby, allen voran der Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau, ein Verwandter des berühmt-berüchtigten Salzburger Landesjägermeisters Max Mayr-Melnhof, ignorieren die Proteste der vernünftigen Jäger (und noch mehr der Tierschützer) und betreiben weiter die Jagd als einträgliches Geschäft.

Bezüglich der Fuchsjagd hat genannter Herr nochmals bekräftigt, was schon in etlichen Studien bestätigt wurde: die Nahrung von Füchsen besteht zu 90 % aus Mäusen; das von Jägern immer wieder angeführte Haupt-Argument, sie müßten die Füchse zum Schutz des Niederwildes abknallen, ist somit hanebüchen.

Bitte schreiben Sie Leserbriefe zum obigen NÖN-Artikel, auch online möglich!

Hier nochmals der link zu unserer "Petition gegen die Fuchsjagd in Österreich"

Hier noch eine ähnliche Petition aus Deutschland vom "Aktionsbündnis Fuchs"

18.02.2018

Als Reaktion auf die treffende Bezeichnung "Hobbyjäger und Lustmörder" bekamen wir einen interessanten Buchtipp, der den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und späterer, oft sexuell motivierter, Gewalt gegen Menschen aufzeigt:

Buchtipp: „Die Spirale der Gewaltkriminalität – Tierquälerei und Tiertötung als Vorstufe der Gewalt gegen Menschen“, von Volker Mariak (Zitat: "Tierschutz ist zugleich auch Menschenschutz")

Führen Tierquälerei und Tiertötung zu einer Verrohung, die auch Gewalttaten bis hin zu mehrfachem Mord gegen Menschen wahrscheinlich werden läßt? Diese Hauptfrage wird hier bejaht und bildet die Kernaussage vorliegender Schrift. Die Darlegungen sind nicht begrenzt auf den wissenschaftlichen Diskurs. Sie wenden sich ebenfalls an das breite Spektrum der Tierschützer und an den Kreis interessierter Leser, die zunächst einen kurzen, informativen Überblick über diese Gewaltthematik gewinnen möchten. Anhand von Kurzbiographien bekannter deutscher Straftäter und knapp resümierter Beiträge aus der kriminologischen Forschung soll der aktuelle Erkenntnisstand verdeutlicht werden.

In diesem Sinne beinhaltet die Arbeit das Anliegen, die Problematik der Tierquälerei aus einem Blickwinkel darzustellen, der über das verursachte Leid am Tier hinaus die Gefahr zunehmender Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung auch für das mitmenschliche, soziale Umfeld der Täter verdeutlicht. Viel zu lang wurde Tierquälerei sowohl im psychosozialen als auch im rechtlichen Bereich als wenig relevantes und das gesellschaftliche Zusammenleben nur geringfügig störendes Verhalten bewertet. Mittlerweile belegen auch deutsche kriminologische Studien, daß ein deutlicher, wissenschaftlich erhärteter Zusammenhang zwischen Tierquälerei und der Gewalt gegen Menschen besteht. Daraus folgt: Tierschutz ist zugleich auch Menschenschutz.

Der Kick, einem Mitgeschöpf das Leben zu nehmen, diese Macht der Vernichtung gegenüber Schwächeren auszuleben, zeigt sich oftmals zunächst auf dem „Experimentierfeld“ Tierquälerei bzw. Tiertötung und muß frühzeitig als kaum zu überschätzendes Warnsignal und Anlaß für gewaltpräventive Eingriffe Beachtung finden.

18.02.2018

utopia.de: Sozialexperiment: Bauer schlachtet Gänse in der Fußgängerzone

Es ist ein gewagtes Experiment: Ein Bauer verkauft in einer Kölner Fußgängerzone Gänse – und schlachtet die Tiere direkt vor den Augen der Kunden. Eine Kamera hält die Reaktionen der Passanten fest.

Viele von uns essen Fleisch – wie die Tiere geschlachtet werden, bekommen wir jedoch nicht mit. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) wollte herausfinden, ob sich unser Umgang mit Fleisch ändern würde, wenn wir die Schlachtungen mit eigenen Augen sehen würden – und führte deswegen ein gewagtes Sozialexperiment durch.

Der WDR hat sich dafür mit einem Geflügelmäster zusammen getan. Der Bauer verkaufte am Samstag (9.12.) in der Kölner Innenstadt Gänse an. Die Gänse lebten allerdings noch – und wurden direkt vor den Kunden geschlachtet.

„Absoluter Horror“

Die Kunden konnten sich ihre Gänse selber aussuchen. Der Verkäufer erklärte ihnen, wie das Tier gelebt und welches Futter es bekommen hatte. Vor der Schlachtung wurden erhielten die Tiere noch eine Elektrobetäubung.

In den sozialen Medien sorgte das Experiment für Aufruhr. Das Facebook-Video wurde seit Samstag über drei Millionen Mal aufgerufen und über 24.000 mal geteilt (Stand 12.12.) Die Reaktionen in der Fußgängerzone waren unterschiedlich: Die meisten Passanten waren entsetzt, bei manchen flossen Tränen. „Ich find’s richtig schrecklich. Absoluter Horror was hier passiert“, sagt etwa eine Frau in die Kamera.

Die Aktion bekam jedoch auch Lob: „Das passiert jeden Tag. Deswegen finde ich die Aktion gut um bewußt zu machen, daß die Tiere vorher gelebt haben und jetzt sterben für uns – und wir uns gar keine Gedanken darüber machen.“

Industrielle Massentierhaltung

Die Mehrheit der befragten Leute auf der Straße war sich jedoch einig: So etwas wollen sie nicht sehen. Die Bilder, die man aus der industriellen Massentierhaltung zu sehen bekommt, – und aus der nach wie vor das meiste Fleisch stammt — sind allerdings weitaus schlimmer: die Tiere sind auf engstem Raum zusammengepfercht, sehen kein Tageslicht und verletzen sich oft gegenseitig – bevor sie geschlachtet werden, durchlaufen sie einen langen Leidensweg. Dem WDR zufolge sterben in Schlachthöfen jeden Tag zwei Millionen Tiere.

Das Experiment regt zum Nachdenken an

Die Schlachtung sichtbar zu machen kann dazu beitragen, Fleischesser zum Nachdenken anzuregen. Daß sich dadurch die Einstellung zu Fleisch grundlegend ändert, bezweifelt der Psychologe Professor Christoph Klotter. Wenn jemand gerne Fleisch esse, werde der Effekt nur kurz sein, erklärte Klotter gegenüber dem WDR. Aber zumindest gebe es vermehrt Widerstand gegen Massentierhaltung.

Hier kann man auf facebook das Video zum Experiment ansehen. In dem Video sind kurze Szenen der Schlachtung angedeutet, deshalb hat Facebook die Vorschau des Videos gesperrt. Das Video ist zwar nichts für schwache Nerven, Blut und die Schlachtung an sich sind jedoch nicht eindeutig zu sehen.

18.02.2018

Vorbemerkung: Auch wenn hierzulande (allein in Österreich) TÄGLICH mehr als 100.000 sog. "Nutztiere" für den menschlichen Fleischkonsum geschlachtet werden, was nur aufregt, wenn es öffentlich geschieht (siehe vorheriger Bericht des WDR), so gehen doch die Wogen hoch, sobald eines unserer liebsten Heimtiere - nämlich ein Hund - geschlachtet und verzehrt wird:

journalistenwatch.com: Italien - Nigerianer grillt Hund (16.2.2018)

Italienische Tierfreunde sind entsetzt. Eine junge Tierschützerin hatte die Polizei angerufen, als sie mit ansehen mußte, wie in einer Asylunterkunft ein Hund gegrillt wurde.

Als die Carabinieri in dem „Willkommenszentrum“ im kalabrischen Vibo Valentia eintrafen, erklärte ihnen der nigerianische „Grill-Meister“, bei ihm zu Hause wäre das normal. Offenbar um einer Bestrafung zu entgehen, behauptete der Mann, er habe den Hund tot am Straßenrand gefunden. Er hatte die mittelgroße Mischlingshündin bereits gehäutet und für das „Festmahl“  mit seinen Freunden in Stücke geschnitten, berichtet Il Quotidiano del Sud. Es soll sich nicht um den ersten Fall handeln, doch diesmal schlugen Augenzeugen Alarm.

Der 29-jährige konnte nicht einsehen, etwas falsch gemacht zu habe – im Gegenteil: er regte sich über die Gesetzeslage in Italien auf, die es verbietet, Hunde und Katzen zu essen.

Die Polizei brachte den nigerianischen Asylbewerber “zur Strafe“ in eine andere Unterkunft, einem ehemaligen Hotel im nahegelegenen Nicotera unter. Man befürchtet weitere „Grillfeste“ dieser Art, da es in der Gegend von streunenden Hunden und Katzen wimmelt, die sich gerne mit ein paar Streicheleinheiten anlocken lassen.

18.02.2018

Neue Petition zum Verbot von Langzeit-Tiertransporten

Obwohl bereits Millionen Unterschriften zu diesem Thema beim „Sitz des Bösen“ in Brüssel abgegeben worden sind und erst kürzlich wieder die EU-Kommission – dem Sitz der Lobbys, wo ausschließlich Geld und Profit zählen – geäußert hat, den Export lebender Tiere nicht einschränken zu wollen (siehe auch unsere jüngste Teilnahme an der Tiertransport-Demo in Brüssel), verbreiten wir dennoch folgende Petition von Sumofus.org für ein Verbot der Langzeit-Tiertransporte:

Auf engstem Raum werden Tiere über 3000 Kilometer transportiert, nur um am Ende geschlachtet zu werden. Rinder verdursten auf den Transporten und werden an Seilwinden von Schiffen entladen, Zuchtkühe gebären und sterben auf Lastwagen.

Die ZDF-Reportage „Geheimsache Tiertransporte” hat die unsägliche Tierquälerei ans Licht gebracht. Die Profiteure? Konzerne wie Hunland, Masterrind und Pimk, die mit Tiertransporten ein großes Geschäft machen.

Auch immer mehr Politiker werden auf dieses Thema aufmerksam. Nutzen wir die Empörung, die die ZDF-Reportage ausgelöst hat. Wenn wir uns jetzt zu hunderttausenden zusammenschließen, können wir die unsäglichen Tiertransporte endlich beenden.

Langzeit-Transporte bedeuten Streß und Verletzungen, Krankheit und Tod -- ganz besonders hart trifft es Tiere, die noch weit über die EU-Grenzen hinaus transportiert werden. Der Europäische Gerichtshof hat eindeutig klargestellt: das Wohl der Tiere muß bis zum Zielort sichergestellt sein -- doch ausreichende Kontrollen: Fehlanzeige.

Gemeinsam können wir jetzt dabei helfen, ein Verbot der grausamen Tiertransporte auf den Weg zu bringen. Fordern Sie von der EU-Kommission ein sofortiges Verbot der schrecklichen Langzeit-Tiertransporte!

12.02.2018

5 Kaninchen aus NÖ gerettet

Letztes Wochenende stand für uns wieder einmal ein Tierrettungseinsatz am Programm: Eine alleinstehende Frau, die demnächst für einige Zeit ins Krankenhaus muß, hat uns gebeten, ihre Kaninchen am ANIMAL SPIRIT-Gnadenhof Hendlberg aufzunehmen. Da wir für Kleintiere immer noch irgendwie Platz finden, haben wir nicht lange überlegt und zugesagt. Am Samstag fuhren daher Hof-Mitarbeiter und „Mädchen für alles“ Peter sowie Dr. Plank in die Nähe von St. Pölten, um die fünf abzuholen.

Man sah schon, daß die gute Frau mit den vielen Tieren (es waren noch weitere vorhanden, die von Privatpersonen übernommen werden) überfordert war, trotzdem waren sie noch halbwegs gut gehalten. Der Abschied war zwar tränenreich, die Verladung in die Transportboxen gestaltete sich aber problemlos und auch die Fahrt zum Gnadenhof – siehe dazu unser aktuelles Youtube Video). Dort angekommen, stellte Dr. Plank gleich fest, daß zwei der fünf unkastrierte Rammler waren – und so wird sich wohl in absehbarer Zeit noch Kaninchen-Nachwuchs einstellen. Noch am gleichen Tag wurden die beiden ihrer „Manneskraft“ beraubt (natürlich fachgerecht und unter Vollnarkose) und werden vorläufig in der Quarantänebox - getrennt von den übrigen - gehalten.

Wer eine Patenschaft für eines der fünf Neuankömmlinge übernehmen will, darf sich gernen einen (neuen) Namen dafür wünschen. Bitte an eva@animal-spirit.at wenden oder anrufen unter (+43) 02774-29330 oder online auf unserer Patenschaftsseite! Vielen Dank!

12.02.2018

Freiwilliges Umweltjahr oder Zivildienst bei ANIMAL SPIRIT

ANIMAL SPIRIT bietet bereits das zweite Jahr engagierten Jugendlichen die Möglichkeit, im Rahmen des „Freiwilligen Umweltjahrs“ (FUJ) bzw. des Zivildienstes auf einem unserer Gnadenhöfe mitzuarbeiten. Dafür suchen wir junge, engagierte Menschen, die ab kommendem Herbst ca. 10 Monate Zeit haben und uns tatkräftig dabei unterstützen möchten, unsere ca. 500 vor dem Schlachthof geretteten Tiere artgerecht zu versorgen, ggf. auch im Büro mitzuarbeiten. Das Freiwillige Umweltjahr kann auch als Zivildienst angerechnet werden. Vegetarier bzw. VeganerInnen bevorzugt, aber nicht Bedingung.

Hier die Eckdaten des FUJ:

* Bietet Jugendlichen ab 18 Jahren die Möglichkeit 6-12 Monate in Einsatzstellen im Umwelt, Naturschutz- und Nachhaltigkeitsbereich in ganz Österreich mitzuarbeiten.
* ist als Zivildienstersatz anrechenbar.
* Anmeldeschluß ist der 07. März 2018. Danach werden noch Restplätze vergeben.

Tätigkeiten

* Mithilfe bei der Versorgung unserer 500 ehemaligen „Nutztiere“ auf einem der drei Gnadenhöfe in NÖ oder OÖ.
* Ggf. Mithilfe bei der Büroarbeit in Laaben, NÖ
* Ggf. Mithilfe bei Veranstaltungen oder Aktionen.

Anforderungen

* Einsatzbeginn Herbst 2018
* Liebe zu und Angstfreiheit vor Tieren
* Eigenverantwortung
* Teamorientiertes Arbeiten
* Sauberkeit, Genauigkeit und Verläßlichkeit

Geboten wird:

* Kleines Gehalt über die Organisation FUJ
* Unterkunft am jeweiligen Hof
* Verpflegungsgeld
* Arbeiten in angenehmen und freundlichen Team

Bewerbungen inkl. Lebenslauf bitte an eva@animal-spirit.at .

Nähere allgemeine Informationen zum Freiwilligen Umweltjahr FUJ (Vergütung, FUJ-Begleitlehrgang, rechtliche Rahmenbedingungen u.v.m) findest du hier: www.jugendumwelt.at oder unter www.fuj.at sowie auf www.facebook.com/freiwilligesumweltjahr.

12.02.2018

In unseren letzten beiden Newslettern haben ja ausführlich über verschiedene Aspekte der grausamen und anachronistischen (Hobby-)Jagd berichtet, v.a. über die Sinnlosigkeit und Barbarei der winterlichen Fuchsjagden. Siehe dazu auch nochmals unsere aktuelle Online-Petition gegen die Fuchsjagd in Österreich

Hier nun ein dazu passender Artikel der Schweizer Plattform wildbeimwild.com: Verbot der sinnlosen Fuchsjagd ist überfällig

Im Rahmen der Fuchsjagd kommen Praktiken zum Einsatz, die das (Schweizer) Tierschutzgesetz eigentlich verbietet. Besonders grausam geht es bei der Baujagd und der Bauhundeausbildung an lebenden Füchsen zu. Doch der Widerstand wächst: Unzählige Organisationen im In- und Ausland aus dem Natur- und Tierschutzbereich fordern gemeinsam ein Verbot der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen völlig sinnlosen Fuchsjagd, wie das Aktionsbündnis Fuchs schreibt.

In diesen Tagen suchen Füchse vermehrt Schutz und Ruhe im Bau. Sie bereiten sich auf die Geburt ihrer Nachkommen vor, die in seltenen Fällen bereits im Januar stattfindet. Diese Verletzlichkeit nutzen Jäger bei der Baujagd gezielt aus und lassen Rückzugsorte zu Todesfallen werden: „Wer zum ersten Mal erfährt und sieht, was Baujagd bedeutet, ist völlig erschüttert. Die Erbarmungslosigkeit und Brutalität, mit der Füchsen dabei nachgestellt wird, läßt sich mit den Grundsätzen von Moral, Ethik und Tierschutz nicht vereinbaren“, so Heidrun Heidtke, Mitinitiatorin der agierenden Initiative „Aktionsbündnis Fuchs“. Etwa 50 Organisationen haben sich bereits dem Bündnis angeschlossen, welches sich für den Schutz der Füchse einsetzt.

Baujagd – eine der grausamsten Jagdarten

Bei der Baujagd hat ein sogenannter Erd- oder Bauhund die Aufgabe, den Fuchs aus seinem Bau zu treiben. Der Fuchs ist chancenlos: Flieht er, wird er von den draußen wartenden Jägern er- oder angeschossen. Bleibt er im Bau, muß er sich dem Hund stellen. Oft kommt es dabei zu Beißereien, bei denen Hund und Fuchs sowie ggf. bereits vorhandene Welpen schwer verletzt oder getötet werden. Geben weder Hund noch Fuchs nach, graben die Jäger den Bau auf. Schließlich wird der Fuchs erschossen, erschlagen oder von Jagdhunden zerfetzt. Die Baujagd ist damit zweifellos eine der grausamsten Jagdarten. Gemäß zweier Schweizer Gutachten stellt die Baujagd im rechtlichen bzw. verhaltensbiologischen Sinne eine Tierquälerei dar, weswegen sie etwa im Kanton Thurgau bereits verboten wurde.

Ohne Rücksicht auf Verluste: Der Bauhund im Einsatz

Verletzungen des Bauhundes sind für Jäger offenbar so „normal“, daß sie empfehlen, ein ganzes Arsenal an Utensilien zur Notfallversorgung mitzuführen. Zuweilen bleibt der Hund jedoch im Bau stecken oder wird verschüttet und stirbt den langsamen Erstickungstod. All das wird billigend in Kauf genommen. Des Menschen bester Freund wird als Werkzeug in einem sinnlosen Kampf mißbraucht.

Kaum bekannt ist auch, daß diese Hunde speziell für die Baujagd an lebenden Füchsen abgerichtet werden. In sogenannten Schliefenanlagen werden Füchse dazu in einem künstlichen Tunnelsystem immer wieder der Verfolgung eines Hundes ausgesetzt und müssen dabei Todesängste erleiden.

Verbot der Fuchsjagd ist überfällig

Gemäß dem Tierschutzgesetz ist es verboten, Hunde auf andere Tiere zu hetzen oder an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen. Dennoch wird genau das im Rahmen der Fuchsjagd legalisiert und tausendfach praktiziert. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, ist die Fuchsjagd insgesamt als sinnlos und sogar kontraproduktiv zu bewerten, weil Verluste durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung aus anderen Gebieten rasch kompensiert werden. Die ganzjährige Schonung von Füchsen ist hingegen ein Erfolgsmodell, wie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten zeigen. Da es für die Fuchsjagd keinen vernünftigen Grund gibt, kann es auch für das bei Baujagd und Bauhundeausbildung verursachte Leid absolut keine Rechtfertigung geben.

Hier noch ein Video „Border Terrier auf Sau- und Baujagd“, zusammengestellt von deutschen Jägern – quasi als deren „Werbeträger“ für deren Baujagd auf Füchse (ab Minute 14.40 ).

Bezeichnend der Kommentar des Sprechers: "…eine Baujagd mit vier Füchsen ist wirklich grandios - was für ein Erlebnis...!"

12.02.2018

WWF.de: Hoffnung im Elefanten-Paradies:

Der Hwange-Nationalpark in Simbabwe ist fast so groß wie Schleswig-Holstein und einer der letzten großen Zufluchtsorte für Elefanten. Doch Wilderer vergifteten Wasserstellen in diesem Paradies mit tödlichem Zyanid, um rasch an viel Elfenbein zu kommen. Zahlreiche Elefanten starben bereits einen grausamen Tod.

Die schiere Größe des Gebietes von fast 15.000 Quadratkilometern bringt die Ranger vor Ort täglich an ihre persönlichen Grenzen. Vor allem, weil es ihnen bis vor kurzem an ausreichender Ausrüstung mangelte. Das hat sich inzwischen geändert – dank der Hilfe zahlreicher Unterstützer.

Hier ein weiteres positives Beispiel in einem Video aus Kenia/Ost-Afrika, welches zeigt, daß sich auch dort immer wieder Menschen Sorgen um die Wildtiere machen und ihnen völlig uneigennützig helfen:

https://youtu.be/0wu_9jtafnw

12.02.2018

neues-deutschland.de: Pelztierfarmen als Auslaufmodel: Norwegens Regierung faßte Grundsatzbeschluß zur Abwicklung des Industriezweiges

Sieg! Mit dieser Überschrift feierte Norwegens größte Tierschutzorganisation »Dyrevern« das Ende einer 17 Jahre langen Kampagne gegen die Haltung und Zucht von Pelztieren auf norwegischen Farmen. Die Winde standen schon lange ungünstig für die Züchter, doch der endgültige Umschwung kam erst im Zuge der Verhandlungen zur Regierungsbildung. Die liberale Venstre-Partei, die schon seit mehreren Jahren Gegner der Käfighaltung war, machte das Verbot zur Bedingung ihrer Regierungsbeteiligung. Um die Regierungsmehrheit zu sichern, mußte die konservative Ministerpräsidentin Erna Solberg sich der Forderung beugen. Die Linksparteien und die Grünen hatten sich schon längst gegen die Haltung und Züchtung von Tieren zur Pelzerzeugung ausgesprochen.

Streng genommen setzte der norwegische Beschluß aber lediglich ein Schlußdatum fest für eine Industrie, deren wirtschaftliche Bedeutung seit der Jahrtausendwende deutlich zurückgegangen ist. Noch 1999 gab es 1287 Pelzfarmen in Norwegen, während es gegenwärtig nur noch 201 sind. Dafür sind sie jedoch wesentlich größer geworden und statt wie damals wenige Hundert Tiere werden nun durchschnittlich etwa 1500 Tiere, in Einzelfällen sogar bis zu 30000, in Käfigen und engen Gehegen gehalten. Die Züchter haben nun eine Frist bekommen, bis zum Jahr 2025 ihre Unternehmen abzuwickeln und bekommen dafür eine finanzielle Entschädigung. Gerade die zunehmende Größe der Farmen ist zu einem Schwachpunkt für die Besitzer geworden, die hart für die Erhaltung der Industrie gekämpft hatten.

Nicht nur Tierschutzorganisationen, sondern auch die Veterinärkontrolleure hatten immer wieder festgestellt, daß die wenigen Arbeitskräfte, die auf den hoch mechanisierten Farmen beschäftigt sind, durchschnittlich nur 20 Sekunden Aufmerksamkeit für ein Tier haben, um Krankheiten oder streßbedingtes Fehlverhalten feststellen zu können. Zudem sind die Farmen zu einer Umweltbelastung geworden durch die von ihnen produzierten Abfälle. Auch das Argument, daß sie relativ umweltfreundlich sind, weil dort Schlachtabfälle an die gehaltenen Nerze, Marder oder Füchse verfüttert werden und dadurch die weitgehende Verwertung von Schlachttieren wie Kühen, Schweinen oder Geflügel gesichert wird, hat Lücken, denn solche Abfälle machen nur einen kleinen Anteil am Futter aus.

Die Akzeptanz der Pelztierhaltung in der norwegischen Bevölkerung ist schon seit Jahren weitgehend verschwunden. In einer Meinungsumfrage von 2014 erklärten 68 Prozent der Norweger, daß sie gegen die Haltung von Pelztieren seien. Eine Reihe norwegischer Prominenter schlossen sich den Anti-Pelz-Aufklärungskampagnen an. Auch das Arbeitsplatzargument fällt kaum wenig ins Gewicht, da nach Angaben der Regierung im Jahr 2016 lediglich 316 Personen auf den norwegischen Farmen beschäftigt waren. Die meisten liegen in den zentralen Gebieten Norwegens, so daß auch die Arbeitssituation in Randlagengebieten nur wenig beeinflußt wird. Für die norwegische Gesellschaft ergeben sich durch den Wegfall der Pelzfarmen sogar meßbare finanzielle Vorteile: Die Umwelt wird weniger belastet und hohe Transportsubventionen fallen weg, die indirekt den Verbrauchern in den wichtigsten Märkten Rußland und China zugute kommen.

06.02.2018

Schwerpunkt-Thema Jagd:

In unserem letzten Newsletter haben wir ja ausführlich über die Winterfuchsjagd in Laaben sowie die dort jedes Jahr ausgetragene Aufbahrung, besser Zurschaustellung der gut 50 ermordeten Füchse berichtet. Gleichzeitig haben wir (wieder) dazu aufgerufen, unsere Petition gegen die Fuchsjagd in Österreich zu unterschreiben! Hier nun zusätzlich noch einige Fakten zum Fuchs und der perversen Jagd auf diese schönen sozialen Tiere, von www.wildtierschutz-deutschland.de:

„Fuchsjagd wegen fehlender natürlicher Feinde?“ sowie „Fuchsjagd ist nicht mehr als die Befriedigung eines perversen Hobbys“

In diesem Newsletter bringen wir ergänzend einige weitere aktuelle Artikel und links zu diesem vieldiskutierten Thema, welches momentan ja einige Gemüter erhitzt. So fand z.B. am 30.1.2018 in Oe24 eine Jagd-Diskussion mit dem Titel „Die Jagd – hat die blutige Tradition Berechtigung?“ statt.

Folgende Themen wurden teils emotional diskutiert:

– Soll die Jagd abgeschafft werden?
– Sind Jäger Tierquäler?
– Ist die Jagd ein Hobby für die High Society auf Kosten unschuldiger Tiere?
– Werden Tiere unnötig vermenschlicht von den Tierschützern?
– Geht es Tierschützern eigentlich wirklich um die Tiere oder sind das in Wahrheit nur „troublemaker“?

06.02.2018

Darmstadt: Jäger erschießt Nachbarin (Initiative zur Abschaffung der Jagd – Newsletter vom 04.02.2018):

Ein Jäger hat in Darmstadt seine 50-jährige Nachbarin erschossen. Anschließend schoß sich der 45-jährige Waidmann selbst in den Kopf. Dies berichtet die Allgemeine Zeitung am 2.2.2018. Der Jäger habe auf die Mutter eines zwölf Jahre alten Jungen vier Schüsse aus seiner Pistole abgegeben: einen Schuß ins Knie, zwei Schüsse in den Kopf und einen Schuß in den Rippenbogen, so die Staatsanwaltschaft.

Laut Ordnungsamt hatte der 45-Jährige im Oktober 2016 eine Waffenbesitzkarte beantragt und erhalten, um als Jäger ein Gewehr und eine Pistole führen zu dürfen. Offenbar war der Mann in den letzten Jahren öfter wegen Sachbeschädigung und Ruhestörung aufgefallen. „Es gab im November 2014 eine Anzeige gegen den Mann wegen Sachbeschädigung am Gemeinschaftsgarten, das Verfahren wurde aber eingestellt“, zitiert die Allgemeine Zeitung den Oberstaatsanwalt. Nachbarn berichten, daß die Polizei in den letzten vier Jahren sehr oft da war. „Die Polizei hat genau gewußt, daß der Mann nicht richtig tickt, wir wollten ihn hier weghaben“, wird ein Anwohner zitiert.

Jedes Jahr bis zu 40 Tote

Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet. Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen (Jäger erschießt Frau oder Nachbarn) gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat. Aber weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys. Die einzige Organisation, die seit 2002 Jahr für Jahr eine Statistik über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen führt, ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd – wobei die Aufstellung lediglich aufgrund vorliegender Presseberichte erstellt wurde und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Presseberichte kann belegt werden: Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen.

Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden mußte. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder.

Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Initiative zur Abschaffung der Jagd, www.abschaffung-der-jagd.de

06.02.2018

Jagd-Unfall in Südafrika: Kroate bei Löwenjagd getötet

Es sollte seine letzte Großwildjagd werden: Für einen 75-jährigen Kroaten endete eine Jagd auf Löwen tödlich. Der 75-Jährige und zwei weitere kroatische Urlauber hatten bereits einen ersten Löwen erlegt, doch bei der Jagd auf das zweite Tier löste sich aus bislang unbekannten Gründen ein verhängnisvoller Schuß, wie die südafrikanische Nachrichtenagentur News24 unter Berufung auf die Polizei berichtete. 

"Krönung seiner Jägerkarriere"

Der passionierte Jäger von der Adriainsel Pag wurde in ein Krankenhaus geflogen, starb jedoch an den Folgen der Schußverletzung. Der Zwischenfall vom Samstag ereignete sich demnach im privaten Reservat Leeuwbosch (Löwenbusch), das unter anderem Löwen zur Jagd aufzieht. Ein örtlicher Polizeisprecher und die Eigentümer der Game Lodge waren am Dienstag zunächst nicht telefonisch erreichbar. 

Für den getöteten Kroaten, dessen Familie ein Restaurant auf Pag betreibt, sollte der Abschuß eines Löwen "die Krönung seiner Jägerkarriere" werden, hatte der Großwildjäger Freunden vor seinem Abflug nach Südafrika anvertraut, wie kroatische Medien berichteten. Leeuwbosch wirbt damit, eines der besten Reservate in Südafrika für die Jagd von Großwild zu sein. Die Lodge liegt in der Nähe der Grenze zu Botswana, gut vier Stunden westlich der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Es gebe vor Ort auch Schlacht- und Kühlvorrichtungen. 

06.02.2018

„Mein Gott – wie schießt ihr schlecht“ (Zitat Andreas Hofer):

Dieses Video von einer Treibjagd ("Drückjagd"), gedreht und veröffentlich von einem offenbar auf sich selbst stolzen "Hobbymörder", zeigt wie schlecht Jäger eigentlich schießen und wie oft auf so ein armes Tier geschossen werden muß, bis es endlich tot oder zumindest bewegungsunfähig ist… und da soll man glauben, daß angeblich jedes Tier beim ersten Schuß getötet wird…

ndr.de: Jäger quält Katze, darf den Jagdschein behalten

Es klingt nach purer Tierquälerei: Ein Jäger aus Höltinghausen bei Emstek im Landkreis Cloppenburg schießt mit einem Schrotgewehr auf eine Katze. Dann nimmt er das durch mehrere Kugeln schwer verletzte aber immer noch lebende Tier und schleudert es vor den Augen des Besitzers in ein Feld. Ein Tierarzt muß die Katze später einschläfern, der Fall geht vor Gericht. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat nun in dritter Instanz entschieden: Der Jäger muß eine Geldstrafe zahlen.

Bei höherer Strafe wäre Jagdschein weg gewesen

Damit bestätigte die Kammer das Urteil des Landgerichts, das den Mann zur einer Strafe von 50 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt hatte. Bei einer höheren Geldstrafe hätte der Mann auch seinen Jagdschein verlieren können. Ein härteres Urteil hätte voraussichtlich eine Wirkung auf die regionale Jagdbehörde gehabt, die den Jagdschein ausstellt oder gegebenenfalls verlängert. Sie muß laut Gesetz dabei die Zuverlässigkeit der Antrag stellenden Person prüfen. Doch auch das Urteil des Cloppenburger Amtsgerichts als erste Instanz reichte dazu scheinbar nicht aus: Es hatte den Jäger ursprünglich noch zu 70 Tagessätzen verurteilt.

06.02.2018

Schweinepest: Respektlosigkeit vor dem Leben wilder Tiere – offener Brief

Thüringens Landwirtschaftsministerium gibt 70.000 Wildschweine zum Abschuß frei!

Sehr geehrte Frau Ministerin Keller,
leider sieht es tatsächlich so aus, daß Politiker und Jäger gleichsam, das Töten von Tieren wohl als die einzige Variante sehen, mit Problemen, wie z.B. der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, fertig zu werden. Bei Jägern ist dies nicht verwunderlich, das Töten von Tieren gehört zu deren Hauptinteressen. Bei Politikern, zumal bei denen, die nicht selbst aktiv jagen, schon etwas verwunderlich – sie sollten doch das Leben schützen – egal ob menschliches oder tierisches!

Doch daß Jäger - nennen wir sie doch beim Namen - "Lusttöter" sind und nichtjagende Politiker sie trotzdem zum Freund haben, werden Tierfreunde und somit Jagdgegner wohl nie verstehen. Gehört denn wirklich so viel Überwindung dazu, unsere Mitgeschöpfe zu mögen – oder was ist der Grund für die Sympathie mit der mordenden Gilde, daß sogar nichtjagende Politiker sich von der irreführenden Propaganda aus Jägerrichtung von deren immerwährendem Aktionismus zu obigen Massenmord aufstacheln lassen?

Wir, sowie alle tierlieben Menschen verurteilen Ihr Vorhaben, sehr geehrte Frau Ministerin, auf das Schärfste und möchten Ihnen dazu einige aufklärende Worte mit auf den Weg geben, die Sie hoffentlich eines Besseren überzeugen, Ihre jägerfreundliche Entscheidung zur Problematik der Afrikanischen Schweinepest nochmals gründlichst zu überdenken:

DIE ZEIT sprach mit dem Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog über Ursachen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, über die Illusion, Wildschweine durch Jagd nachhaltig zu reduzieren und über fehlgeleiteten politischen Aktionismus.
"Die Hauptgefahr geht gar nicht von den Wildschweinen aus“, erklärt der Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft, welcher an der Technischen Universität Dresden lehrt, im Gespräch mit der ZEIT. Wildschweine seien meist ortstreu. Zudem mache die Afrikanische Schweinepest befallene Schweine unbeweglich, mit hohem Fieber sterben die Tiere rasch. Im Übrigen seien die Erreger für Menschen harmlos.
Forscher sind heute fast einhellig der Ansicht, daß die Afrikanische Schweinepest durch den Menschen verbreitet wird, nämlich durch den Transport von Fleisch- und Wurstwaren, über Autobahnraststätten, auf Reste von Schinken- und Salamibroten weggeworfen werden sowie durch den Jagdtourismus, indem die Jäger mit infizierten Tieren direkt in Kontakt kommen und die Erreger an Jagdkleidung und Trophäen haften.

Prof. Dr. Dr. Sven Herzog erklärt im ZEIT-Interview: "Nicht die Hauptursachen wie intensive Schweinezucht und transportbedingte Krankheitsverbreitung stehen im Fokus, sondern die Wildschweine. Sie gelten als Erregerreservoir und Überträger der Seuche. Jäger sollen diese Bösewichte eliminieren. Hierzu scheinen fast alle Mittel recht zu sein, von technischer Aufrüstung bis zum Ignorieren elementaren Tierschutzes."
Hinzu kommt, daß die Jagd Wildschweine nicht regulieren kann: "Vermehrte Abschüsse wirken zwar kurzfristig und lokal. Aber es ist eine Illusion, verstärkte Jagd könne die Schwarzwildbestände nachhaltig reduzieren. Das ist irreführende Propaganda. Und sie wird immer wieder aufgewärmt. Heute kommen in Deutschland jährlich rund zwanzigmal mehr Wildschweine zur Strecke als vor dem Zweiten Weltkrieg im viel größeren Deutschen Reich. Die Jagd ist längst schon hochaktiv." DIE ZEIT (3/2018)

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die durch das Landwirtschaftsministerium angeordnete Reduzierung der Schonzeit für Wildschweine scharf. "Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, daß eine intensive Jagd beim Wildschwein zu stärkeren Vermehrungsraten führt", so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND, in einer Pressemitteilung vom 10 01.2018.

Er verweist auf die nach der leitenden Wissenschaftlerin benannten "Servanty-Studie" von 2009. Sie untersuchte in Frankreich über 22 Jahre hinweg zwei Wildschweinpopulationen: eine, die kaum bejagt wurde, und eine weitere, die häufig bejagt wurde. Sie wies nach, daß die Vermehrungsrate in dem stark bejagten Bestand signifikant höher ausfiel als in dem weitgehend sich selbst überlassenen Bestand.

Der BUND sieht somit die Jäger selbst als mögliche Verursacher der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest: "Ein erhöhtes Risiko bringe vor allem der Jagdtourismus mit sich, indem die Jäger mit dem Blut und den Ausscheidungen infizierter Tiere direkt in Kontakt kommen", heißt es im Westfalenblatt am 9.1.2018.

"Kein Wildschwein läuft von Polen nach NRW, sondern die bekannten Ausbreitungswege der Afrikanischen Schweinepest sind Jagdtouristen und Fleischkonsumenten, die kontaminierte Nahrungsreste in der Landwirtschaft hinterlassen", so Holger Sticht.

Und so geht es, wie stets, wenn viel Geld im Spiel ist, wieder um wirtschaftliche Interessen! Es geht um Landwirte, die, bricht die Afrikanische Schweinepest aus, vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. Doch selbst schuld – kann man da nur sagen. Hätten eben diese sogenannten Landwirte, die eigentlich mehr Industriemanager sind, ihre Tiere so gehalten, wie die in Deutschland geltenden Gesetze – das Tierschutz – und Grundgesetz gebietet – hätten sie keine solchen Sorgen, ihre Tiere würde der gefürchtete Virus nicht erreichen. Doch in Massen gehaltene – auf engstem Raum eingepferchte Tiere – haben weder ein intaktes Immunsystem noch die Eigenschaft ohne Medikamente gesund zu bleiben.

Wenn schließlich noch die mordende Gilde der Jäger für ihre "Mehrarbeit", das lustvolle Töten, bis zu 13,- € für jedes erlegte Tier – und das einzig und allein von unseren Steuergeldern - hinterhergeworfen bekommt, muß man sich als braver Bürger schon fragen, auf wessen Geheiß das geschieht und wer dafür Verantwortung übernimmt!?

Wenn nur der Freistaat Thüringen allein 2018 und 2019 schon 1,5 Millionen € zur Bekämpfung der Schweinepest zur Verfügung stellen will, wollen wir gar nicht fragen, was dafür in ganz Deutschland für unsinniges Geld verschwendet wird.

Im Namen und Auftrag der Tierschutz-Union und aller Menschen, denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen

Harald von Fehr, Tierschutz-Union Deutschland

 

29.01.2018

APA-OTS, 29.1.2018: Winterfuchsjagden müssen verboten werden!

Laaben, NÖ: Hobbymörder ergötzen sich an gut 50 Fuchsleichen!

Gestern Abend, den 28. Jänner 2018 entdeckten - wieder einmal - Mitarbeiter von ANIMAL SPIRIT in unserer Gnadenhof-Gemeinde Laaben, direkt an der Bundesstraße 19, vier Lagerfeuer und dazwischen ausgebreitet gut 50 kürzlich ermordete Fuchsleichen. Rundherum standen Dutzende Hobby- und Lustmörder. Eine Blasmusikkapelle spielte auf und die Grünberockten standen im Spalier andächtig wie bei einem „Gottesdienst“ – ihre Götzen, die hochtechnisierten Mordinstrumente und die damit erlegte Beute, anbetend.

Dazu Tierarzt und Tierschützer Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT: „Gerade für die grausame Jagd im Winter auf Füchse – mitten in der Paarungszeit - müssen immer wieder die – längst widerlegten - Ausreden Fuchsbandwurm, Schutz des Niederwilds, Tollwut oder andere „Seuchen“ herhalten. Daß es sich dabei um nichts anderes als die primitive Lust am Töten unschuldiger, wehr- und chancenloser Lebewesen handelt, wird natürlich verschwiegen.“

Jäger haben keine Ahnung über die Natur des Fuchses

Der Fuchs ist – neben dem Wolf, dem ja bekanntlich die Jägerschaft die Wiederansiedlung nach seiner gezielten Ausrottung so schwer wie möglich macht - das größte noch verbliebene Raubtier Mitteleuropas und hat bislang mehrere gezielte Ausrottungsversuche durch den Menschen überstanden. Die Jagd auf Füchse gehört zu den verlogensten Ritualen der hiesigen „Jagdkultur“ und entbehrt jeder ökologischen oder sonstigen wissenschaftlichen Grundlage.

Das zeigt sich spätestens seit Verhaltensforscher ab den 1979er Jahren sich ernsthaft mit dieser Spezies beschäftigten – allen voran David MacDonald in England. Das „Wissen“ der Jäger besteht nämlich zu einem erheblichen Teil aus über Generationen weitergereichten Lügen und Halbwissen (siehe links unten). Deren althergebrachtes „Wissen“ über den Fuchs basiert meist nur auf oberflächlicher Beobachtung, gerade so viel, wie nützlich war, um Füchsen aufzulauern. Behauptete der Jäger, daß der Fuchs ein Einzelgänger sei, so ist heute belegt, daß Füchse in komplexen und hoch dynamischen Familien- und Freundes-Beziehungen leben, die – wie auch wir Menschen - Fürsorge und Pflegemutterschaft kennen.

Dr. Plank weiter: „Wirkliche Fachleute wie Biologen, Zoologen oder Ethologen haben in diversen Studien nachgewiesen, daß Fuchsbestände selbstregulierend sind. Das heißt, daß sich die Menge des Nachwuchses wesentlich nach der Verfügbarkeit von Futterquellen und dem Druck durch Feinde (heute v.a. der Jäger) richtet. Füchse in einer stabilen, sicheren Umgebung haben deutlich weniger Nachwuchs, da dieser zum einen nicht benötigt wird, um Verluste auszugleichen und zum anderen eine Überbevölkerung die Nahrungsquellen erschöpfen könnte.“

Ganzjährige Fuchsjagd muß endlich verboten werden - Petition!

Die Fuchsjagd ist also ein unsinniges und wissenschaftsfremdes Verbrechen an lebenden Wesen, welches endlich beendet werden muß! Daß sie gerade im Winter, der Paarungszeit der Füchse, besonders intensiv betrieben wird, widerspricht dabei selbst jagdlichen Gepflogenheiten und der selbst auferlegten „Waidgerechtigkeit“. Denn in der Regel ist die Paarungszeit Schonzeit und die Bejagung daher streng verboten. Nicht so bei Füchsen in Österreich.

Dr. Plank abschließend: „Jäger sind keine Umwelt- oder Artenschützer, sie schützen Arten nur insoweit, als sie sie selbst für ihre zukünftige Bejagung erhalten wollen, ihr Umgang mit der Natur war stets nur am eigenen Interesse ausgerichtet. Sie wollen nicht die Tierwelt erhalten, die auf ihre inkompetente „Hege“ ohnehin nie angewiesen war, sie wollen jagen und sie wollen töten. Wir fordern daher die Politik auf, diese extrem grausame Jagdform aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse endlich zu verbieten und rufen nochmals dazu auf, unsere letztjährige diesbezügliche Petition zu unterschreiben!“

Mehr allgemeine Infos über Füchse unter www.fuechse.info
Mehr über die gängigsten Jägerlügen findet man z.B. auf www.lusttoeter.de/jaegerluegen

26.01.2018

Das war die Tiertransport-Demo in Brüssel vom 22.01.18:

Der deutsche Tierschutz-Verein „Lebenshilfe Kuh & Co. e.V.", unterstützt von der deutschen Tierschutzpartei und der jungen veganen V-Partei, hat für letzten Montag zu einer Demo in Brüssel gegen die himmelschreienden tagelangen Tiertransporte aufgerufen. Immerhin versammelten sich dann um 14 Uhr am Place Jean Rey – genau zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament – zwischen 250 und 300 TierschützerInnen v.a. aus Deutschland. Aber mit ein paar VertreterInnen von ANIMAL SPIRIT war auch Österreich würdig vertreten, die wir immerhin das größte Transparent und die längste Anreise hatten (siehe Fotos).

Neben zahlreichen guten und informativen Reden wurden auch einige aufrüttelnde Tierschutzlieder dargeboten. Gefehlt haben auch diesmal wieder Vertreter der Presse und der Politik – nicht einmal der eine oder andere EU-Abgeordnete, der nur 3 Minuten zum Gehen gehabt hätte, hat es der Mühe wert befunden, ein kurzes Wort an die von weit her angereisten DemonstrantInnen zu richten. Für die aus unseren Steuergeldern überbezahlten EU-Vertreter und abgehobenen Bürohengste der milliardenschweren Glaspaläste sind die Tiere eben nach wie vor das, was sie schon immer warten: Sachen, der einziger „Wert“ darin zu bestehen scheint, wieviel Profit sie für sich bzw. für die gut zahlenden Lobbyisten im Hintergrund abwerfen…

Wir werden trotzdem weitermachen und auch bei den nächsten Demos am Sitz des "leibhaftigen Bösen“ mit dabei sein. Übrigens wurde am selben Abend des 22. Jänner die erschütternde Reportage „Geheimsache Tiertransporte“ von Manfred Karremann, wegen der diese Demo ja ursprünglich anberaumt worden war, auf 3SAT nochmals ausgestrahlt.

26.01.2018

Neu am Gnadenhof Engelberg: Wendy und Sindy aus schlimmer Haltung gerettet

Einer von vielen Notrufen erreichte ANIMAL SPIRIT kürzlich wieder, und die Mitarbeiterinnen konnten wieder einmal nicht nein sagen: In einem Stall in Niederösterreich war ein alter Mann, ehemaliger Schweinezüchter, nicht mehr in der Lage, seine beiden Pferde – den braunen Warmblutwallach „Wendy“ und seine Schimmel-Gefährtin „Sindy“ – ordentlich zu versorgen. Sie waren die meiste Zeit sich selbst überlassen, ja bekamen nicht einmal mehr genügend Futter, geschweige denn tierärztliche Versorgung oder auch nur Entwurmungen. So schlugen seine Enkel, die ganz woanders wohnten und mit Landwirtschaft oder Tierhaltung nichts am Hut hatten, Alarm und baten uns um Hilfe, ob wir die beiden nicht übernehmen könnten. Eigentlich hatten wir ja – zumindest solange der Winter dauern würde, Aufnahmesperre vereinbart, denn auch am neuen Gnadenhof Engelberg sind inzwischen alle Stallplätze belegt. Aber die dortigen Tierpfleger Marion und Sascha nahmen sich ein Herz, bauten kurzerhand einen Teil der Gerätehalle zu einer Notbox um und entschlossen sich, die beiden doch noch aufzunehmen, um ihnen einen möglichst schönen und not-freien Lebensabend zu ermöglichen.

Letztes Wochenende war es dann soweit: Ein Fünfer-Team von ANIMAL SPIRIT fuhr zu dem nö. Stall, damit bei der Verladung nur ja nichts schief gehen würde. Auch eine Beruhigungsspritze war bereit, falls die beiden Pferde, die noch nie verladen worden waren, nicht auf den Hänger gehen sollten. Aber dann ging alles erstaunlich einfach und Wendy ging, nur gelockt von ein paar Leckerlies, ganz brav auf den Hänger und seine Gefährtin Sindy folgte ihm auf dem Fuß. Sogleich fuhren Sascha und Marion los, um sie möglichst bald auf ihren neuen Lebensplatz auf den Engelberg zu bringen.

Dort angekommen war es erst mal tief winterlich – siehe Video und Fotos -, aber das störte die beiden nicht im geringsten und sie erkundeten gleich mal die extra für sie eingezäunte, tief verschneite Hausweide. Auch in ihrer geräumigen vorläufigen Box fühlen sie sich sichtlich wohl, solange sie nur zusammen sein können. Wir werden sie in den nächsten Tagen und Wochen langsam auffüttern, entwurmt und Zähne geschliffen wurde bereits; dann sind wir sicher, daß sich die beiden bei uns gut einleben und integrieren werden und daß sie bereits im Frühjahr nicht wiederzuerkennen sein werden – wie auch unsere Juna, die ja ebenfalls als „Gerippe“ bei uns angekommen ist…

26.01.2018

Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

„Wenn ich im Winter über den tiefverschneiten Gnadenhof stapfe, um nach unseren Tieren zu sehen, denke ich oft, was für ein Glück wir haben, daß es so großzügige Menschen wie unsere vielen Spenderinnen und Spender gibt. Nur dank deren finanzieller Unterstützung können wir ja unsere Schützlinge so gut versorgen. Sie haben ein gemütliches warmes Plätzchen im Stall und genügend Winterfutter für die nächsten Monate.

In unserem aktuellen Jahresbericht 2017, der heute zur Post geht, können Sie nachlesen, was wir im letzten Jahr alles mit den Spenden erreichen konnten und auch was wir 2018 vor haben. An erster Stelle steht natürlich die Versorgung der Tiere auf unseren drei Gnadenhöfen. Die Fohlenrettungs-Aktion im Herbst wollen wir unbedingt wieder durchführen, das Projekt Tierschutz im Unterricht muß weiterlaufen und auch die Arbeitsesel in Ägypten können und wollen wir nicht ihrem Schicksal überlassen.

Damit wir unser umfangreiches Arbeitsprogramm auch umsetzen können, werden wir wieder Ihre Unterstützung brauchen. Deshalb bitte ich Sie herzlich: Unterstützen Sie uns auch weiterhin, was auch online über unsere Homepage sehr einfach möglich ist. Wenn Sie lieber selber überweisen wollen, hier nochmals unser Spendenkonto: IBAN: AT82 6000 0000 7569 4953. Herzlichen Dank und nochmals das Allerbeste für 2018!“

Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann

26.01.2018

naturschutz.ch: Jagd ist kein Allheilmittel gegen Afrikanische Schweinepest

Panik herrscht derzeit in Deutschland aufgrund der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest. Die Strategie, durch Jagd den Wildschweinbestand drastisch zu reduzieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, ist der falsche Lösungsansatz. Die Afrikanische Schweinepest ASP grassiert derzeit nahe der deutschen Grenze. Nutztierhalter sind besorgt um ihren Bestand, die Behörden schlagen Alarm. In einer Sonder-Agrarministerkonferenz beschäftigen sich Landwirtschaftsminister der Bundesländer vermehrt mit dieser anzeigepflichtigen Tierseuche, die Haus- und Wildschweine betrifft. Dabei wird der Ruf nach Jagd auf Wildschweine laut und die drastische Dezimierung wird gefordert. Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz beim WWF Deutschland befindet dies als den falschen Weg. Vielmehr ist eine Änderung der Landwirtschaft, der Tierhaltung und des Konsumverhaltens gefordert, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Ursprung der Krankheit

Die Afrikanische Schweinepest wird in den Ursprungsländern hauptsächlich durch Lederzecken übertragen. In Mitteleuropa erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder verunreinigter Umgebung. Erstmals trat die Virusinfektion 2007 in der Ukraine auf und verbreitete sich von dort aus weiter über das das Baltikum und Polen. Im Juni 2017 wurde sie erstmals in Tschechien nachgewiesen. Die Infektion mit dem Virus endet für die Tiere tödlich und es wurde noch kein Impfstoff gefunden. Für den Menschen besteht jedoch keine Ansteckungsgefahr.

Bekämpfung der Ursachen, nicht der Folgen

Die Wildschweinbestände sind in Deutschland innerhalb der letzten Jahre explodiert. Der leichte Zugang zu Nahrung auf Ackerflächen trägt wesentlich zum Populationsanstieg bei. Lag die Zahl der erlegten Wildschweine in Deutschland 1998/99 noch bei 200.000 Tieren, stieg sie 2016/17 auf knapp 590.000. (Anm. von ANIMAL SPIRIT: auch in Österreich hat sich die Zahl der Wildschweine dramatisch erhöht, aber nicht nur aufgrund des gestiegenen Mais- und Raps-Monokulturanbaues, sondern hauptsächlich aufgrund der Bejagung: so wurden lange Jahre immer die Leitbachen aus den Rotten geschossen, worauf alle anderen weiblichen Tiere dieser Herde empfängnisbereit wurden und sich so die Zahl der geworfenen Frischlinge vervielfacht hat, also eindeutig ein provzierter Fehler von Jägerschaft!).

„Das derzeitige mediale Halali ist überflüssig. Der Ruf nach Jagd als Allheilmittel ist purer Aktionismus. Er lenkt von den Ursachen der gewachsenen Wildschweinbestände ab. Seit der großflächige Anbau von Mais und Raps in Deutschland stark zugenommen hat, gehen die Wildschweinzahlen durch die Decke. Wer die Zahl der Wildschweine in Deutschland dauerhaft senken will, wird mit Jagd allein keinen Erfolg haben. Dazu braucht es wieder mehr Vielfalt auf den Anbauflächen anstelle von Mais- und Rapswüsten. Wir fordern die Landwirtschaftsminister der Bundesländer auf, daß sie die Ursachen für das rasante Wachstum der Wildscheinbestände bekämpfen, anstatt zum Halali zu blasen. Sie könnten zum Beispiel staatliche Förderung für Landwirte an die Einhaltung von mindestens vierjährigen Fruchtfolgen mit mindestens zehn Prozent Körnerleguminosen koppeln oder Weidehaltung fördern, um die Maissilage zu reduzieren.“ Zudem müssen sich die Hygienemaßnahmen drastisch ändern, so Pretzell.

„Ad hoc müssen die Halter von Hausschweinen von den Ländern vor allem nach allen Kräften bei ihrer konsequenten Stallhygiene unterstützt werden. Dazu zählt:

* Hausschweine sind vor dem Kontakt mit kontaminiertem Material und mit Wildschweinen zu schützen.

* Transportfahrzeuge müssen sorgfältig und regelmäßig gereinigt werden.

* Verbraucher müssen mit Wurst- und Fleischwaren aus Ländern wie Polen oder Tschechien sorgfältig umgehen.“