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z.B. 25/09/2021
21.07.2021

Schächtfest Kurban Bayrami: ANIMAL SPIRIT macht Transparent-Aktionen in Laaben

Heutige APA-OTS: Nachdem gestern wieder das islamische Schächt-Opferfest „Kuban Bayrami“ begonnen hat (siehe www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210719_OTS0081 ), hat ANIMAL SPIRIT seit gestern 2 Transparente vor dem türkischen Schächt-Schlachthof in Laaben aufgespannt (siehe Fotos). Die große Wiese vor dem Hof war mit ca. 100 Autos zugeparkt, deren Besitzer sich garantiert frisch und betäubungslos geschächtete Leichenteile abholten. Gegenüber, auf öffentlichem Grund, stand ein Anhänger mit dem gut sichtbaren Transparent „Brutalste Tierquälerei „im Namen Gottes“ – SCHÄCHTEN endlich VERBIETEN“. Doch da wir nicht den ganzen Tag Zeit hatten, das Transparent zu bewachen, wurde es kurze Zeit später von den Türken wieder abmontiert. Wir werden daher heute für eine gewisse Zeit selbst dort stehen und das Transparent einfach hochhalten! Ein weiteres Transparent mit der Aufschrift „Bestialische Tierquälerei: Nach 200 Metern rechts!“ steht allerdings bis jetzt auf einer privaten Wiese gut sichtbar eben 200 Meter vor dem Hof in Richtung Neulengbach (Norden).

Eine größere Kundgebung ist dann für morgen, den 22.7.2021, 10 Uhr vor dem Schächt-Hof des Nihat Özay, 3053 Laaben 22, geplant, ANIMAL SPIRIT gemeinsam mit RespekTiere. Bereits im letzten Jahr wurden auf diesem Hof massive Tierschutzverstöße festgestellt und angezeigt (siehe Schächtorgie: Brutale Szenen).

Dazu Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT: „Wir werden nicht lockerlassen, auch wenn das Thema betäubungsloses Schächten - eines der sinnlosesten und gleichzeitig grausamsten Rituale - noch immer ein Tabu-Thema ist und auch von den meisten Tierschutz-Organisationen aus „politischer Korrektheit“ ignoriert wird, bis die Politik endlich ein ausnahmsloses Verbot dieser Barbarei erläßt. Immerhin ist das ja explizit in der EU möglich (siehe https://www.ots.at/redirect/dw) und haben es auch europäische Länder wie Norwegen, Schweden, Dänemark, Schweiz, Holland, Polen, Island und Liechtenstein vorgemacht, wo betäubungsloses Schächten bereits verboten ist! Zudem müssen die Behörden endlich rigorose Kontrollen – besonders in diesen Tagen des Kurban Bayrami – durchführen und Verstöße gegen bestehende Gesetze streng bestrafen (wie z.B. Schaftransporte im Kofferraum, Schwarz-Schächtungen auf Bauernhöfen oder am Feld, etc.) oder eben nicht ordnungsgemäß durchgeführte Schächtungen.“

Siehe dazu auch „Das betäubungslose Schächten von Tieren im Focus des 21. Jahrhundert“

sowie Archaische Tieropferungen auch in Deutschland und Österreich…


15.07.2021

Bürgerinitiative oekoreich fordert Verbot von Kälbertransporten vor 5. Lebenswoche

Deutschland bereitet aktuell Verbot vor, österreichische Experten warnen vor Immunschwäche der Jungtiere, die zum Tod nach Transporten führen kann

OTS.at: In Deutschland steht Medienberichten zufolge ein großer Fortschritt im Sinne des Tierwohls bevor. Auf Antrag des Landes Niedersachsen wird sich der deutsche Bundesrat bald mit einem Verbot von Kälbertransporten vor Vollendung der 4. Lebenswoche befassen. Das Land stützt sich dabei auf die Einschätzung der Bundestierärztekammer, wonach durch die immunologische Lücke vor diesem Lebensalter kein ausreichender Schutz gegeben sei. 

Das ist in Österreich naturgemäß nicht anders. Hier hat der Tiertransporte-Experte und Veterinärmediziner Alexander Rabitsch kürzlich darauf hingewiesen, daß seinen Untersuchungen zufolge gerade diese Jungtiere auch nach rein innerösterreichischen Transporten in vielen Fällen sterben. Diese seien bis zu 18 Stunden unterwegs und werden über hunderte Kilometer von einer Sammelstelle zur nächsten gekarrt.  

Die Forderung der Experten lautet daher, daß Kälbertransporte vor der 5. Lebenswoche gesetzlich untersagt werden müssen. Auch danach dürfen Transporte von nicht-entwöhnten Tieren nicht länger als 8 Stunden dauern, inklusive Be- und Entladezeiten an Sammelstellen. Ausnahmen soll es lediglich für Eigentransporte durch BäuerInnen in einem Radius von 50 Kilometern geben. Damit dürften dann auch allfällige Einwände aus der Landwirtschaft beseitigt werden. 

„Wenn Österreich nicht beim Tierschutz hinter Deutschland zurückfallen will, dann muß die Bundesregierung jetzt aktiv werden. Es sagt einem der gesunde Menschenverstand, daß Kälber im Alter von wenigen Tagen nicht transportiert werden sollten. Doch auch die Gutachten der Fachexperten beweisen die Schädlichkeit dieser Transporte, die in keinster Weise mit dem in der österreichischen Verfassung verankerten Tierschutzanspruch in Einklang zu bringen sind. Es muß daher unmittelbar ein Transportverbot ausgesprochen werden, damit nicht noch mehr arme Kälber auf innerösterreichischen Transporten sterben“ so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich und Bevollmächtigter des Tierschutzvolksbegehrens.

Und Tierarzt Alexander Rabitsch ergänzt: „Gesellschaftspolitisch bedarf es darüber hinaus eines Nachdenkens über die moralisch angemessene Behandlung von Tieren, über deren Leben, Leiden und Sterben“. Die Publikation "Tiergesundheitliche und tierschutzrechtliche Folgen innerösterreichischer Langstreckentransporte nicht-entwöhnter Kälber" erschien kürzlich im Fachjournal "Tier- und Artenschutz in Recht und Praxis" und kann hier nachgelesen werden.


15.07.2021

WWF-Analyse: Österreich ist weltweit fünftgrößter Importeur von frischen Hai-Filets

200 Tonnen Haiprodukte wurden zwischen 2012 und 2019 nach Österreich importiert und überwiegend hierzulande konsumiert – 36 Prozent der 1.200 Hai- und Rochenarten gefährdet

OTS.at: Laut einer WWF-Analyse des internationalen Handels mit Haien und Rochen wurden zwischen 2012 und 2019 insgesamt 200 Tonnen frisches Haifleisch, gefrorene Haiprodukte sowie Haiflossen nach Österreich eingeführt – und zum überwiegenden Teil hierzulande konsumiert. Beim Import von frischen Hai-Filets liegt das Binnenland den Berechnungen von ForscherInnen im Auftrag der Umweltschutzorganisation zufolge sogar weltweit an fünfter Stelle. So trage auch Österreich zur Ausbeutung der 1.200 bekannten Hai- und Rochenarten bei, von denen 36 Prozent vom Aussterben bedroht sind. "Der Treiber im globalen Haihandel sind nicht nur teure Flossen, sondern auch Haifleisch, das meist als billiger Fischersatz dient. Haifleisch landet auch bei uns in der Kantinenverpflegung oder in Mischprodukten. Das ist den Menschen oft gar nicht bewußt", erklärt Simone Niedermüller, Meeresexpertin des WWF Österreich. Sie fordert, Kontrollen, Transparenz sowie Rückverfolgbarkeit in Österreich und der EU zu stärken, um letztlich auch den illegalen Handel mit geschützten Arten zu unterbinden.

Denn gerade in Urlaubsländern wie Italien und Kroatien grassiert der Etikettenschwindel mit Fischprodukten. „DNA-Tests zeigen, daß illegal vermarktetes Haifleisch oft als Schwertfisch deklariert wird. Das birgt auch gesundheitliche Risiken, da der Quecksilbergehalt bei einigen Hai-Arten weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegt“, warnt Niedermüller. Insgesamt zeichnen EU-Staaten im Untersuchungszeitraum für 22 Prozent des globalen Handels mit Haifleisch verantwortlich. Spanien ist der weltweit größte Exporteur, Italien der größte Importeur und die EU der wichtigste Zulieferer für Ost- und Südostasiatische Märkte. In den acht Jahren wurde weltweit Hai- und Rochenfleisch im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar gehandelt. Österreich führte Haiprodukte im Wert von über 2,7 Millionen US-Dollar ein. Wieder ausgeführt wurden Haifleisch und -flossen im vergleichsweise geringen Wert von 57.000 US-Dollar.

„Österreich ist ein Transitland für Haiprodukte, der überwiegende Teil wird aber hierzulande konsumiert“, sagt WWF-Expertin Niedermüller. So zum Beispiel Schillerlocken – ein geräuchertes Produkt, das vor allem aus Dornhaien hergestellt wird. Obwohl dies ausgewiesen werden muß, passiere dies oftmals nicht, was Konsumentinnen und Konsumenten in die Irre führe, kritisiert der WWF. „Auch wenn Österreich ein kleines Land ist, kann man mit der strengen Umsetzung von Deklarierungsvorschriften sowie rigorosen Ein- und Ausfuhr-Kontrollen viel dazu beitragen, den Handel von Haien transparenter und nachhaltiger zu gestalten“, appelliert Niedermüller.

Hintergrund
Von den zwischen 2012 und 2019 etwa 200 Tonnen nach Österreich importierten Haiprodukten entfallen über 50 Prozent auf Frischfleisch (109 Tonnen, davon 97 Tonnen Hai-Filets), fast 50 Prozent auf gefrorenes Fleisch (91 Tonnen) und ein geringer Teil auf Flossen (0,2 Tonnen.) Haie sind besonders gefährdete Meerestiere, da sich ihre Bestandszahlen nur schwer erholen. Sie neigen zu langsamem Wachstum, später Geschlechtsreife und langen Tragezeiten mit nur wenig Nachwuchs. Manche Populationen sind in den letzten Jahren um 95 Prozent eingebrochen. 36 Prozent der 1.200 Hai- und Rochenarten gelten als gefährdet.

Download des Reports ‚The Shark and Ray Meat Network‘

Siehe auch der heutige Artikel in den SN: „Österreich importiert viel Haifleisch“


08.07.2021

Als „Urgestein“ und Mitbegründerin von ANIMAL SPIRIT-Esternberg schreibt Gnadenhof-Leiterin Anita: „Ich darf mich sehr glücklich schätzen und blicke mit Freude im Herzen auf 15 Jahre wunderbare - zwar körperlich anstrengende – aber Geist und Seele erfüllende Aufgabe zurück. Zuerst möchte ich mich bei unserem Obmann Dr. Franz-J. Plank bedanken, für sein Vertrauen, die Gestaltung und die Konzeption des Hofes in unsere Hände zu legen, und immer ein „offenes Ohr“ für unsere Pläne zu haben. Des Weiteren ein herzliches „Vergelt´s Gott“ an unsere SpenderInnen, ohne die dieser „Ort der Zuflucht“ nicht entstanden wäre.

Unser „großes Kapital“ des Hofes sind auch unsere langjährigen Mitarbeiter Josef, Jan, Ladi, Michi, Roland, Rosi, Sabine, Sadat und Sepp, die unermüdlich für das Wohl der Tiere sorgen und dem Hof seine „eigene Handschrift“ mit den liebevoll gestalteten Ställen, Unterständen und Holzzäunen, die in Eigenleistung entstanden sind, immer mit dem Anspruch das Beste für die Tiere – aber dennoch im Einklang mit der wunderschönen Natur -dem Hof seinen eigenen Charakter zu geben. Ebenfalls möchte ich mich bei unseren hilfsbereiten Bürodamen bedanken, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es um die (leidige) Bürokratie geht.

Viel hat sich getan seit den Anfängen im Juni 2006, als die ersten Tiere Einzug hielten....
Zum ganzen Bericht von Anita


08.07.2021

Neues von unserem Partner-Projekt „Dog Care Clinic" (DCC) in Sri Lanka:

Dog Care Clinic goes Cow Care Clinic!

ANIMAL SPIRIT unterstützt die DCC ja bereits seit mehr als 3 Jahren (siehe auch unsere Frühjahrs-mailing „Streunerhunde: Auch Romy leidet wegen Corona“. Kürzlich haben wir die erfreuliche Nachricht erhalten, daß dort – trotz aller Schwierigkeiten mit „Corona“ – nicht nur weiterhin  sehr vielen Hunden erfolgreich geholfen wird, sondern auch „Nutztiere“ – konkret 9 Rinder - aufgenommen worden sind. So schreibt uns DCC in einem Newsletter: „Es ist uns gelungen unsere Projekte und Programme nicht nur erfolgreich fortzuführen, sondern diese auch auszubauen. Wer uns in den sozialen Medien folgt, weiß bereits, daß wir nun auch Nutztiere in der DCC aufnehmen und derzeit neun Rinder bei uns haben. Seit Mai 2021 nehmen wir auch in Not geratene Nutztiere auf. Alles begann mit Bulle Rudi, den wir von der Straße retteten.

Tausende Menschen in Sri Lanka hatten das Video eines behinderten Bullen gesehen, der sich mühsam durch den mörderischen Verkehr schleppte. Aber keiner rettete ihn! Wir hatten große Sorge, daß Rudi irgendwann angefahren werden würde und bereiteten daher in einer Hauruck-Aktion alles für seine Rettung vor. Kurz darauf konnten wir Rudi in Sicherheit bringen.

Da Rudi nicht alleine bleiben sollte, retteten wir eine Kuh und ihr Kalb vom Schlachter. Dort standen noch drei weitere Kühe mit ihren Kälbern im Dreck neben den bereits getöteten Artgenossen. Auch diese Tiere haben wir freigekauft und vor dem Tod beim Schlachter gerettet. Dies war der Anfang eines neuen Kapitels der DCC, denn wir schenken nun auch Nutztieren in Not ein Leben in Sicherheit. Siehe auch der Bericht auf der DCC-Homepage!

Natürlich ist dies mit enormen Kosten verbunden. Der neue Klinikbereich befindet sich noch im Aufbau. Wir benötigen weiteres Personal für die Versorgung der Huftiere und müssen auch die zusätzlichen Futterkosten stemmen.“

Wer die Dog Care Clinic e.V. direkt unterstützen will kann das online tun unter oder auf das deutsche Konto IBAN DE 6769 4500 6501 5096 9221, BIC SOLADES1VSS. Vielen Dank!


08.07.2021

EU-Kommission kündigt Käfigverbot an

albert-schweitzer-stiftung.de: Die EU-Kommission hat am 30. Juni 2021 Geschichte geschrieben: Sie kündigte an, ein EU-weites Verbot für Käfige in der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf den Weg zu bringen.

Die Kommission plant, Käfige für über 300 Millionen Hühner, Sauen, Kälber, Kaninchen, Enten, Gänse und andere sogenannte Nutztiere bis 2027 abzuschaffen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und Kommissionsvizepräsidentin Věra Jourová gaben dies auf einer Pressekonferenz als Antwort der Kommission auf die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „End the Cage Age“ bekannt. Die EBI [auch unterstützt von ANIMAL SPIRIT] wurde von einer überwältigenden Anzahl von 1,4 Millionen EU-BürgerInnen unterzeichnet und ist damit die erste erfolgreiche Initiative für landwirtschaftlich genutzte Tiere.

Die Kommission beabsichtigt, „bis Ende 2023 einen Legislativvorschlag vorzulegen, um die Verwendung von Käfigsystemen für alle in der Initiative genannten Tiere schrittweise zu beenden und schließlich zu verbieten.“ Sie wird LandwirtInnen bei der Umstellung unterstützen und auch die Vorgaben für importierte Produkte aus Nicht-EU-Ländern prüfen. Bis Ende des nächsten Jahres wird die Kommission die Details des Gesetzesvorschlags klären. Ein konkreter Entwurf soll im Jahr 2023 vorgelegt werden und benötigt dann die Zustimmung des EU-Parlaments und des EU-Rats. Der Gesetzesvorschlag wird Teil der laufenden Überprüfung der Tierschutzvorschriften im Rahmen der „Farm to Fork“-Strategie sein.

Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und Mitinitiator der EBI, freut sich: „Das ist ein historischer Tag! Die Menschen in Europa nehmen Tierleid nicht mehr einfach hin. Sie haben ihre Forderung nach einem Wandel in der Tierhaltung laut und deutlich formuliert und die EU-Kommission hat das als Handlungsauftrag angenommen. Europa hat jetzt DIE Chance, mehr als 300 Millionen Sauen, Kälber, Hennen, Kaninchen und andere Tiere aus dieser grausamsten aller Haltungsformen zu befreien und das Käfigzeitalter endlich zu beenden! Wir NGOs werden genau beobachten, was nun passiert, damit die Agrarlobby das Vorhaben nicht kippt.“


28.06.2021

Robert Tönnies stellt sich gegen die gesamte deutsche Schlachtindustrie

wiwo.de: Bei der Betäubung von Schweinen in Schlachthöfen kommt es immer wieder zu massiven Verstößen. Auch der städtische Schlachthof in Kulmbach steht in der Kritik. Robert Tönnies will etwas Entscheidendes ändern und zieht damit den Unmut der Branche auf sich.

Es sind furchtbare Aufnahmen, die die Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“, kürzlich öffentlich machte. Sie hatte heimlich an einer Gondel, mit der Schweine in eine CO2-Grube hinuntergefahren werden, eine Kamera installiert und die Aufnahmen dem TV-Magazin „Report Mainz“ zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmen aus dem städtischen Schlachthof in Kulmbach zeigen den quälenden Todeskampf der Tiere, der teilweise bis zu einer Minute dauert. Ob es dann allerdings auch wirklich betäubt ist, ist oft nicht sicher. Dabei soll ein Schwein eigentlich nicht bei Bewußtsein getötet werden. Das schreibt die Tierschutz-Schlachtverordnung vor. Demnach soll ein „schnell und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden in einen bis zum Tod anhaltenden Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt“ werden muß.

Konfrontiert mit den Aufnahmen gibt Schlachthofleiter Dirk Grühn zu Protokoll, daß die Betäubung mit Kohlendioxid eine „suboptimale Betäubung“ sei. „Die Abwehrreaktion der Tiere in der Gondel, die ist lang, die geht 20 bis 30 Sekunden definitiv, und teilweise länger“, sagt er: „Das ist eigentlich zu lang.“ …

Der Neffe von Schlachtmogul Clemens Tönnies und Mitgesellschafter des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück kennt den Schlachthof in Kulmbach bestens. Zusammen mit Professor Klaus Troeger vom Kulmbacher Institut für Sicherheit und Qualität bei Fleisch vom Max-Rubner-Institut (MRI) arbeitet er seit Monaten an einer Alternative zur CO2-Betäubung: Helium. Studien von Tröger hätten ergeben, daß bei Schweinen mit dem Betäubungsgas Helium in diesem Bereich „herausragend positive“ Ergebnisse erzielt werden können, da im Gegensatz zum heute in der Industrie üblichen Betäubungsgas CO2 „aversive Reaktionen vollständig vermieden werden“ können, heißt es im Vertragstext, den die Bernd-Tönnies-Stiftung schon vor Monaten mit der Stadt Kulmbach unterzeichnete. Und weiter: „Ungeachtet dieser Tatsache wird dieses Verfahren bisher in der Praxis nicht angewandt, da es bisher an einer im Schlachtbetrieb einsetzbaren, praxistauglichen Betäubungsanlage fehlt und die Schlachtwirtschaft und deren Ausrüster am alten Verfahren festhalten.

Stiftung spendiert Millionen

Die Bernd-Tönnies-Stiftung, die den Namen von Roberts Vater und Gründer des Tönnies-Konzerns trägt, werde daher in Zusammenarbeit mit Tröger als Projektleiter am Schlachthof Kulmbach eine Pilotanlage erstellen, die den Anforderungen der Praxis gerecht wird. Die gewonnenen Erkenntnisse, Schutzrechte und Patente werde die Stiftung der Branche zu kostendeckenden Gebühren zur Verfügung stellen, um das Tierwohl bei Betäubung und Schlachtung nachhaltig zu verbessern. Das Pilotprojekt in Kulmbach soll von der Stiftung, in der Robert als Vorsitzender des Kuratoriums fungiert und seine Frau die Geschäfte führt, mit einer niedrigen, einstelligen Millionensumme finanziert werden. … Zwar wurden von allen großen Schlachtkonzernen immer wieder Studien und Forschungen zu Alternativen finanziert. Geändert hat sich jedoch bis heute nichts. CO2 ist nach wie vor die billigste Art und Weise der massenhaften Tierbetäubung.


28.06.2021

Norwegen: Wal-Versuche für das Tierwohl? Kritik an Experiment

fr.de: Darf man junge Wale kurzfristig Streß aussetzen, um Lärmfolgen für ihre Artgenossen besser zu verstehen? In Norwegen hält man das für angemessen. Tierschützer und Walforscher laufen Sturm.

Oslo (dpa) - Auf den Lofoten im hohen Norden Norwegens sind große Unterwassernetze zwischen felsigen Inseln gespannt, um junge Zwergwale auf ihrem Weg durch das Europäische Nordmeer abzufangen. An den Meeressäugern sollen mehrstündige Hörversuche vorgenommen werden, um zu erforschen, welche Auswirkungen menschlicher Lärm auf die Tiere hat. Tierschützer und auch Wissenschaftler halten die Experimente für fragwürdig. Darf man wilde Tiere unter Streß untersuchen, um Daten für das vermeintliche Wohlergehen ihrer Artgenossen zu sammeln?

Nun sind Hörversuche bei Tieren nicht ungewöhnlich. ... Ein wesentlicher Unterschied zum jetzigen Experiment ist, daß es sich bei den Walen um wilde Tiere handelt. Im Walfangland Norwegen hat die zuständige Lebensmittelbehörde das Experiment genehmigt. Ziel ist, Erkenntnisse zu gewinnen, welche Lärmquellen schädlich für Wale sind. „Wissen darüber, wie menschliche Aktivitäten wilde Tiere stören, wird immer zum Nutzen der Tiere sein“, heißt es von der Behörde. „Wir glauben, daß das auch hier der Fall ist.“

Wale sind auf ihren Reisen durch die Ozeane auf Kommunikation per Schall angewiesen. Vom Menschen verursachter Lärm kann dabei stören. Auf den Lofoten sollen im Laufe dieses und der drei folgenden Sommer insgesamt bis zu zwölf Wale gefangen und maximal sechs Stunden lang Tests unterzogen werden. Neben Bluttests sind mit Hilfe von Elektroden auch Untersuchungen ihres Hörvermögens geplant, während die Tiere zwischen zwei Flößen gehalten werden. Falls nötig, sollen sie betäubt werden. Schließlich werden ihre Rückenflossen mit Satellitensendern ausgestattet, bevor sie wieder freigelassen werden.

Die norwegische Behörde glaubt, die Belastung der Tiere sei gerechtfertigt. Lärm sollten die Wale nicht ausgesetzt werden, vielmehr gehe es darum, den leisesten Lärmpegel zu finden, den sie hören könnten. „Wir glauben, daß die Ergebnisse des Experiments sowohl dem Zwergwal als auch anderen Walarten zugute kommen werden, während wir mehr darüber lernen werden, wie Lärmbelästigung im Ozean diese Tiere stören kann.“


28.06.2021

Schwan jagt Ente – Ente jagt Schwan

burgenland.orf.at: Am Neufelder See ist es am Wochenende zu einem spannenden Revierkampf gekommen. Anfangs scheint ein Schwan eine Ente aus seinem Revier vertreiben zu wollen, aber dann reicht es der Ente und sie dreht den Spieß um.

Rupert Johann Schicho aus Neufeld gelangen spannende Aufnahmen von der Tierwelt. Diesmal hielt er einen Revierkampf am Neufelder See mit seiner Kamera fest.

Und: Stier jagt Torero!

Hier noch ein kurzes Video von einem Stier-Kampf, wo diesmal der Stier den Spieß buchstäblich umgedreht hat…: https://gfycat.com/grandampledutchsmoushond


28.06.2021

Neues aus der Fernreith: Das erste Fohlen aus der Rettungsaktion im Bezirk Wels-Land ist da.

Vergangenes Wochenende konnten wir nochmals 2 Hengste aus dem verwahrlosten Hof in der Gemeinde Gunskirchen, OÖ, herausholen (wir haben mehrmals darüber berichtet) und gleich auf ihren neuen Lebensplatz bei Pferdefreunden bringen. Nun hoffen wir, daß auch die restlichen 7 Hengste bald einen guten Platz finden werden. Anfragen bitte an Marion R. vom Gnadenhof Engelberg unter 0676-705 93 53.

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16.06.2021

Fische: Die vergessenen Tiere

tierschutzbuero.de: Am 8. Juni war Tag des Meeres. Das „Deutsche Tierschutzbüro“ nahm das zum Anlaß, um einen intensiveren Blick auf den Fischfang und das damit verbundene Leid der Fische zu werfen. Denn Fische sind leider viel zu oft die vergessenen Tiere im Tierschutz. Dabei sind sie gleichzeitig die Tiere, die weltweit am meisten getötet und gegessen werden. 

Brutale Tötungsmethoden

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr durchschnittlich bis zu 2,7 Billionen Fische und andere Meerestiere einen qualvollen Tod. Genaue Angaben sind schwierig, da die Fischfangindustrie die Zahl der gefangenen Tiere in Tonnen mißt und nicht als einzelne Individuen. An Bord der Schiffe sterben viele von ihnen einen minutenlangen Erstickungstod oder werden, wie z.B. Thunfische, mit Messern abgestochen. Einige werden bereits in den gigantischen Netzen vom Gewicht anderer Tiere erdrückt. Weltweit gibt es kaum Gesetze, die Fische vor solch brutalen Tötungsmethoden schützen.

Ungewollter Beifang

Immer effizientere und modernere Fangmethoden haben in den letzten Jahren dazu geführt, daß die Meere hoffnungslos überfischt sind. Die Fischbestände sind weltweit um bis zu 80 % eingebrochen. Die Dunkelziffer fällt durch illegale Fischerei vermutlich weitaus höher aus. Besonders Mittelmeer und Atlantischer Ozean sind durch das Fangen mit gigantischen Schleppnetzen inzwischen so gut wie leergefischt. Die Ausmaße dieser Netze sind kaum vorstellbar! Jedes Jahr verfangen sich dort auch Hunderttausende Wale, Haie, Delphine und Schildkröten. Schwer verletzt oder tot wird der ungewollte “Beifang” zurück ins Meer geworfen.

Nachhaltigkeitsversprechen 

Zahlreiche Nachhaltigkeitssiegel, z.B. von ASC und MSC, sollen ein gutes Gewissen beim Fischkauf verschaffen. Es wird mit nachhaltiger Fischerei geworben. Die Überprüfbarkeit dieser Versprechen sind jedoch aufgrund mangelnder Kontrollen nicht möglich. Selbst bekannte Siegel wie die eben genannten können nicht garantieren, daß Fische aus nachhaltigem Fischfang bzw. Aquakultur stammen. Hinzu kommt, daß der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht geschützt ist und am Ende überhaupt nichts aussagt. Es bleibt wie auch bei anderen Tierwohlsiegeln ein Werbeversprechen auf Kosten der Tiere.

Alternative Aquakultur?

Aquakulturen gelten als Lösungsansatz im Kampf gegen die Überfischung im Meer. Etwa 50 % des konsumierten Fisches weltweit stammt aus Aquakultur. Dabei handelt es sich um nichts anderes, als Massentierhaltung unter Wasser. Wie Schweine an Land, werden die Fische dabei unter Wasser auf engstem Raum gehalten und gemästet. Und genau wie bei den sogenannten „Nutztieren“ an Land, führt das bei den Fischen zu Streß und Frustration. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, daß etwa ein Viertel aller Lachse in Aquakulturen an Depressionen leiden. Diese Lachse (genannt „drop-outs“) lassen sich ohne jeden Lebenswillen an der Oberfläche treiben und verweigern die Nahrungsaufnahme. Ein klares Zeichen dafür, daß die Tiere in den engen Becken leiden.

Die beste Lösung

Der industrielle Fischfang hat gigantische Ausmaße angenommen und dramatische Auswirkungen auf den Lebensraum Meer. Die Aufzucht und Mast von Fischen in sogenannten Aquakulturen löst dieses Problem nicht, da Fische in Aquakultur zumeist mit wildgefangenem Fisch gefüttert werden. Zudem wirft die Haltung von Fischen in diesen Massentierhaltungen unter Wasser tierschutzrelevante Fragen auf. Die nachhaltigste und beste Lösung die Meere und ihre Bewohner zu schonen und zu schützen ist, kein Fisch zu essen. Mittlerweile gibt es zahlreiche, pflanzliche Alternativen, die ihn ersetzen können. Und auch Sushi schmeckt hervorragend ohne Fisch, wenn Du den Reis stattdessen reich gefüllt mit Pilzen, Gurke, Kürbis und anderem Gemüse servierst.


16.06.2021

Gefahren der Mobilfunktechnologie, v.a. für die Bienen

www.kla.tv: Mehr und mehr Menschen leiden an Gesundheitsbeschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder Schlaflosigkeit. Als Ursache wird häufig Streß angeführt. Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 zeigt auf, daß derartige Symptome häufig noch mit ganz anderen, weniger bekannten Ursachen zusammenhängen. Der Film nimmt uns mit auf eine Reise von unserer Entstehung an bis in die 1990er Jahre, als der Ausbau der drahtlosen Kommunikationstechnologie begann. Seither ist die Menschheit in einen Ozean künstlicher Frequenzen eingetaucht. Für das bloße Auge scheint der Planet derselbe zu sein, aber auf zellulärer Ebene ist es die größte Veränderung, der das Leben auf der Erde ausgesetzt ist. Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen!

Aber auch die Tiere leiden – mehr als wir erahnen können – unter dem neuen permanenten Streß des Mobilfunks, wie z.B. die Bienen. Hier ein paar Auszüge aus dem Filmtext: Der englische Wissenschaftler Norman Carrick von der British Beekeepers Association (BBKA) sagt: „Wir wissen, daß Bienen empfindlich gegenüber Magnetfeldern sind. Wir wissen, daß sie in ihrem Körper Partikel aus Erdmagnetit haben. Man kann in Laboren nachweisen, daß man die Art, wie sie ihre Waben bauen, steuern kann, wenn man ein künstliches Magnetfeld erzeugt und es scheint naheliegend, daß Bienen Magnetfelder zur Orientierung nutzen.“

Erzähler: „Das empfindliche Gleichgewicht des Lebens auf der Erde wird durch die Abhängigkeit von den Bienen und deren Bestäubung der Pflanzen perfekt veranschaulicht. Es wird vermutet, daß das Leben ohne Bienen kaum eine Chance hätte. Die Bestäubung durch Insekten ist so ziemlich für alles nötig, was Essen interessant macht; also Früchte, Nüsse, all das benötigt Bestäubung durch Insekten, und Bienen sind die wichtigste Gruppe der Bestäuber. Rund 70 % der Nahrungspflanzen weltweit werden von Bienen bestäubt.“ Norman Carrick, BBKA: „Ja, wenn die Bienen nicht da wären, hätten wir eine sehr langweilige Ernährung, ja wir hätten eine sehr magere Existenz. Und natürlich bestäuben sie neben den Pflanzen, die wir zum Essen brauchen, auch die Wildpflanzen, und in vielen Fällen kennen wir die Details der Bestäubung gar nicht, aber wir können sicher sein, daß viele unserer Wildpflanzen ohne Bienen, die sie bestäuben, verschwinden würden.“

Titelstimme: „2006 geschah das Undenkbare: Bienenvölker rund um den Erdball begannen auszusterben und niemand konnte erklären, weshalb. Bienenvölker rund um die Erde fingen an zu kollabieren und niemand konnte erklären warum. Bienenzüchter begannen Verluste von 30 bis 90 Prozent ihrer Bienenstöcke zu melden... „

Warum werden Bienenstöcke plötzlich verlassen? Das hat sich auf Europa ausgeweitet, und es wurde festgestellt, daß die Bienenpopulation in 10 Jahren ausgelöscht sein könnte. Maryann Fraizer, Staatliche Universität von Pennsylvania: „Die Symptome sind, daß die Bienen relativ gesund und kräftig sind und innerhalb einer recht kurzen Zeit der Bestand an erwachsenen Bienen in dem Stock schwindet; er verläßt die Kolonie. Und was zurückbleibt ist viel Brut, also die jungen Bienen, Honig und Pollen. Der Rückgang an Honigbienen ist faktisch weltweit aufgetreten. Viele andere Länder berichten vom Rückgang der Honigbienen…. Diese aktuelle Sorge existiert etwa seit 2006 und insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo viele Berufsimker plötzlich feststellten, daß ihre Bienen, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt des Jahres gesund waren, dann im Spätsommer spektakuläre Verluste erleiden mußten. Und die schienen sich von allem zu unterscheiden, was man bis dahin gesehen hatte. Die Leute kamen also zu ihren Bienenstöcken und stellten fest, daß gar keine Bienen mehr da waren.

Das Bienensterben dieser Art, auch unter dem Begriff CCD -Colony Collapse Disorder- bekannt, wirkt sich auf Bienenvölker rund um den Globus aus, wobei einige Länder Verluste von bis zu 70% meldeten. Eine Vielzahl von Gründen wurde als Auslöser benannt. Doch keiner von ihnen konnte abschließend erklären, warum Bienen plötzlich nicht mehr zu ihren Stöcken zurückkehren – mit einer Ausnahme: Eine sensationelle Forschungsarbeit von Jochen Kuhn und seinem Team. In einem Experiment arbeitete der Doktor mit acht Bienenvölkern und plazierte ein gewöhnliches DECT-Telefon in vier von ihnen. Die Wissenschaftler überwachten dann, ob die Gegenwart eines DECT-Telefons darauf Einfluß hätte, ob die Bienen zu ihrem Stock zurückkehrten. Die Ergebnisse waren erstaunlich. Zu den Bienenstöcken, in denen keine DECT-Telefone plaziert waren, kehrten die Bienen in normaler Anzahl zurück. Aber zu den Bienenstöcken, die ein DECT-Telefon enthielten, kehrten kaum Bienen zurück. Zu einem der Bienenstöcke, die ein DECT-Telefon enthielten, kehrte keine einzige Biene zurück. Um die Tragweite von Dr. Kuhns Experiment vollumfänglich zu verstehen, müssen wir zuerst verstehen, wie ein DECT-Telefon funktioniert. Der Grund, warum Sie in Ihrem Haus herumlaufen und mit Ihrem DECT-Telefon telefonieren können, ist, daß die Basisstation Ihres DECT-Telefons elektromagnetische Wellen, Mikrowellen genannt, zu Ihrem Mobilteil sendet. Das ist exakt die gleiche Art, wie ein Mobilfunkmast mit dem Mobiltelefon kommuniziert. Ein DECT-Telefon ist im Wesentlichen eine Miniaturversion eines Mobilfunkmastes. Wenn eine Biene durch das beeinflußt wird, was von einem DECT-Telefon kommt, wird sie ganz gewiß auch durch das beeinflußt, was von einem Mobilfunkmast kommt. Und mit weltweit 4 Milliarden Mobilfunknutzern gab es plötzlich erschreckend viele Mobilfunkmasten. Der magnetische Orientierungssinn der Biene ermöglicht es ihr, sich anhand der Magnetfeldlinien der Erde zu orientieren. Eine Fähigkeit, in die sie Jahrmillionen an Feinabstimmung und Entwicklung investiert hat. Ist es da nicht naheliegend, daß eine so hohe Empfindlichkeit schon von den geringsten Änderungen des elektromagnetischen Umfeldes beeinflußt wird? Was bedeutet dann erst diese gigantische Veränderung, die fast über Nacht geschehen ist? Gibt es noch andere Spezies, die diese Empfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern haben? Eine Empfindlichkeit, die sie letztlich für menschengemachte Frequenzen angreifbar macht? Unglücklicherweise deutet die Entdeckung eines neuen Proteins, das sich Cryptochrom nennt, darauf hin, daß alles Leben einen Magnetsinn hat.


16.06.2021

Erster Prozeß und weitere Anklagen im Tierschutz-Skandal

zeit.de, Memmingen: Mehr als zwei Jahre nach Beginn des Skandals um massive Tierschutzverstöße bei Allgäuer Rinderhaltern kommt es zum ersten Prozeß. Das Memminger Landgericht habe in diesem Zusammenhang eine Anklage gegen zwei Landwirte aus dem Landkreis Unterallgäu zugelassen, sagte ein Sprecher. Der Prozeß soll demnach im Herbst dieses Jahres beginnen. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest. Unterdessen hat auch die Kemptener Staatsanwaltschaft gegen drei Landwirte aus dem angrenzenden Landkreis Oberallgäu Anklage erhoben, die ihre Rinder nicht ausreichend versorgt haben sollen.

Zwischen Juli 2019 und Januar 2020 waren insgesamt fünf Höfe im Allgäu wegen teils massiven Tierschutzverstößen in die Schlagzeilen geraten. Bislang waren die Betreiber von drei Betrieben in diesem Zusammenhang angeklagt worden, zwei davon im Landkreis Unterallgäu.

Den beiden Männern, die sich wohl im Herbst vor Gericht verantworten müssen, wirft die Memminger Staatsanwaltschaft vor, 54 Rinder zwischen Juli und November 2019 nicht ausreichend versorgt zu haben. Einer der beiden Angeklagten hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe eingeräumt, Kälber preisgünstig von anderen Landwirten erworben zu haben. Manche Tiere seien krank gewesen, die Behandlungskosten habe er nicht stemmen können. Die Milchviehhaltung stellte der Betrieb mit drei Höfen in den Landkreisen Unterallgäu, Oberallgäu und in Kempten daraufhin ein. Im Januar 2020 verbot das Amtsgericht Neu-Ulm den Landwirten zudem vorläufig, weiter Tiere zu halten.

Zuletzt wurden auch drei Landwirte aus dem benachbarten Landkreis Oberallgäu wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. Dem Ehepaar und dem volljährigen Sohn werde vorgeworfen, zwischen Oktober 2019 und März 2020 etwa 100 Rinder auf ihrem Hof im Landkreis Oberallgäu vernachlässigt zu haben, sagte ein Sprecher der Kemptener Staatsanwaltschaft. Das Landgericht Kempten entscheidet nun, ob es dort zu einem Prozeß kommt. Wie lang es bis zu diesem Beschluß dauere, sei aber noch unklar, sagte ein Sprecher des Gerichts.

Das Landratsamt in Sonthofen hatte den drei Landwirten zunächst verboten, selbst weiter Tiere zu halten oder zu betreuen, nachdem Kontrolleure auf dem Betrieb „dramatische Zustände“ vorgefunden hatten. Viele der 480 Milchkühe und 100 Kälber seien krank oder unterernährt gewesen, etwa jedes zweite Tier hatte demnach wegen mangelhafter Haltung Klauenprobleme. Insgesamt herrschten den Angaben der Behörde zufolge „unhaltbare hygienische Umstände“.

Die drei Landwirte hatten daraufhin gegen das Tierhaltungsverbot am Verwaltungsgericht Augsburg geklagt. Letztlich einigten sie sich mit dem Landratsamt darauf, daß sie vorerst selbst keine Tiere mehr halten, aber auf anderen Höfen arbeiten dürfen. Den eigenen Rinderbestand hat die Familie inzwischen verkauft.


09.06.2021

Anzahl vegan und vegetarisch lebender Menschen seit Pandemiebeginn verdoppelt

wildbeimwild.com: Am 19.5.2021 stellte das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Ergebnisse des Ernährungsreports 2021 vor. Demnach hat sich seit Beginn der Pandemie sowohl die Anzahl der Menschen, die sich vegan ernähren, als auch die Anzahl der vegetarisch lebenden Personen jeweils verdoppelt. Insgesamt haben rund zehn Millionen Deutsche Fleisch oder alle Produkte tierischen Ursprungs von ihren Tellern verbannt.

PETA sieht den Hauptgrund des massiven Anstiegs in der Coronakrise: Die Gesellschaft erkennt zunehmend, daß die tierausbeutende Industrie eng mit der Entstehung und Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger wie Corona zusammenhängt. Auch die Weltgesundheitsorganisation mahnt bereits seit Jahren, daß ein steigender Konsum von Produkten tierischen Ursprungs die Gefahr für Pandemien erhöht. Die Tierrechtsorganisation fordert die Politik nun auf, sämtliche Subventionen für die landwirtschaftliche Tierhaltung zu stoppen und den Wandel zur bio-veganen Landwirtschaft einzuläuten.

Tierställe, Märkte mit toten oder lebenden Tieren und Schlachthäuser sind regelrechte Brutstätten für potentiell tödliche Keime. Immer mehr Menschen verstehen diesen Zusammenhang und ernähren sich pflanzlich. „Nun muß jedoch auch die Politik handeln und Produkte tierischen Ursprungs deutlich höher besteuern. Daneben müssen zudem Subventionen in die Pflanzenproduktion umgeleitet werden, um den Wandel hin zur bio-veganen Landwirtschaft zu ermöglichen", sagt Bettina Eick, PETAs Fachreferentin für Ernährung.

Während sich Anfang 2020 noch fünf Prozent der deutschen Bevölkerung vegetarisch und ein Prozent vegan ernährten, setzen in diesem Jahr bereits zehn Prozent auf eine vegetarische und zwei Prozent auf eine rein pflanzliche Ernährung. Nach PETAs Ansicht würde eine höhere Steuer auf Fleisch, Milch und Eier die Deutschen zusätzlich ermutigen, ihr Konsumverhalten zu überdenken. Gleichzeitig würde diese Maßnahme LandwirtInnen helfen, auf die bio-vegane Landwirtschaft umzusteigen. Dies würde erheblich zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, das Risiko für künftige Pandemien senken und zudem das Gesundheitssystem entlasten, da Fleisch und Milch „Zivilisationskrankheiten“ nachweislich begünstigen.

Konsum tierischer Produkte eine der Hauptursachen für Zoonosen

Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger wurden vom Tier auf den Menschen übertragen, sind also Zoonosen. Als eine der Hauptursachen für deren Entstehung nannte die WHO schon 2004 die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten. COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber, unzählige Opfer durch multiresistente Keime und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. Jede einzelne Kaufentscheidung kann zu einem erhöhten Risiko von Epidemien und Pandemien beitragen.

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Siehe auch unsere immer noch aktuelle Fleisch-Broschüre oder unser Plakat (siehe Bild links), beides zu bestellen in unserem shop.


09.06.2021

Wandernde Herde wilder asiatischer Elefanten in Yunnan legt eine Pause ein

APA-OTS: Eine wilde asiatische Elefantenherde verließ Mitte März das Xishuangbanna National Nature Reserve in der südwestchinesischen Provinz Yunnan und begann, nach Norden zu marschieren. Nachdem sie mehrere Landkreise durchquert und gelegentlich in Dörfer und Städte hineingewandert sind, haben sie in einem Vorort von Kunming City angehalten und eine Rast eingelegt.

Die Anzahl der Elefanten in der Herde hat sich im Laufe der Reise verändert. Der letzte Stand ist 14, nachdem ein Männchen die Gruppe verlassen hat.

Was diese bedrohten Tiere dazu gebracht hat, ihren Lebensraum zu verlassen und nach Norden zu marschieren, bleibt ungewiß. Einigen Experten zufolge liegt der Grund dafür wahrscheinlich darin, daß der Umweltschutzprozeß in dem Gebiet einen guten Lebensraum für die asiatischen Elefanten geschaffen hat, wodurch sie sich mehr vermehren können. Der Marsch könnte eine Dispersion der Population sein, bei der die Bedingungen es zulassen, daß die Gruppe der Elefanten abwandert und sich neue Lebensräume sucht.

Die lokalen Behörden in den Orten, die die Elefanten besucht haben, haben alle umfassende Antwortpläne durchgeführt, um die Sicherheit von Menschen und Elefanten zu gewährleisten. Sowohl in der Stadt Yuxi als auch in der Stadt Kunming wurden Notfallpläne in die Wege geleitet, unter anderem mit unbemannten Flugzeugen, die die Aktivitäten der Elefanten ständig überwachen sollten, und mit Noträumfahrzeugen, die geschickt wurden, um die umliegenden Straßen in das Dorf zu blockieren. Die Menschen wurden schnell organisiert, um zu evakuieren, wo es nötig war, und es wurden auch Lebensmittel eingesetzt, um die Elefanten von den Stadtgebieten wegzuleiten.

Asiatische Elefanten stehen in China unter staatlichem Schutz erster Klasse und werden von der Roten Liste der bedrohten Arten der International Union for Conservation of Nature als gefährdet eingestuft. Die Population wildlebender asiatischer Elefanten ist in China von 180 in den 1980er Jahren auf jetzt etwa 300 angestiegen.

Die Wanderung der wilden Elefanten in China ist bereits ins internationale Rampenlicht getreten. Medien wie TV Asahi, die BBC und die New York Times berichteten über die weitere Reise der Tiere und analysierten die möglichen Gründe für die Wanderung.

Siehe dazu auch das beeindruckende Video


09.06.2021

Petition: Schließen Sie das Yulin Hunde-Schlachtfest!

change.org: Wußten Sie, daß jedes Jahr zur Sommersonnenwende Tausende von Hunden zusammengetrieben werden, um im Rahmen eines Hundefleisch-Festivals in Yulin, China, aufgegessen zu werden? Wir glauben, daß dieses grausame „Festival“ im 21. Jahrhundert keinen Platz hat. Helfen Sie uns, dieses grausame "Festival" und den Handel zu beenden!

Es gibt so viele Gründe, dieses schreckliche Festival zu beenden – das Yulin Hunde-Schlachtfest ist auch ein Thema der Lebensmittelsicherheit. Auf dem Markt verkaufte Hunde sind meist kranke, vergiftete oder sterbende Tiere. Sie leiden unter schrecklichen Bedingungen während der langen qualvollen Transporten aus den Provinzen - viele Tage ohne Nahrung und Wasser - und können so ansteckende Krankheiten übertragen.

Wir appellieren an Sie, im Interesse der öffentlichen Gesundheit, der Lebensmittelsicherheit, des Tierschutzes und des Images von Guangxi und Chinas zu handeln. Die Regierung der Region Guangxi Zhuang befindet sich an einem historischen Wendepunkt. Das Hundefleisch-Festival muß beendet werden. Indem Sie unsere Petition unterschreiben, schließen Sie sich einer globalen Bewegung mit Gleichgesinnten an, die dieses abscheuliche Festival und den Handel für immer schließen wollen. Vielen Dank!

Siehe dazu auch diese Petition der HSI (Humane Society international): Ask China to end dog and cat meat trade horrors including the Yulin festival

 


02.06.2021

Weitere vier Pferde gerettet

Letzten Samstag konnte ANIMAL SPIRIT wieder vier Pferde mit Unterstützung der Behörde aus dem Horrorstall befreien (wir haben im letzten Newsletter berichtet und auch die Kronenzeitung, die Pferderevue und etliche weitere Medien haben geschrieben).
Marion Reisinger vom Gnadenhof Engelberg erzählt: „Für zwei Hengste wurde eine behördliche Abnahme angeordnet, beide standen jahrelang in einem finsteren Verlies ohne Einstreu im eigenen Mist, mit schweren Verletzungen, stark abgemagert, die Hufe deformiert, mit massiven Fehlstellungen. Für zwei weitere Pferde hatte die Behörde dem Besitzer eine Frist eingeräumt, damit er sie vermitteln kann. Mit Unterstützung einer Tierärztin konnten wir den Besitzer überreden, uns auch diese Pferde zu überlassen, weil seine Alternative ohnehin nur der Schlachter war. Warum für diese zwei keine behördliche Abnahme angeordnet wurde, ist mir ein Rätsel. Damit bleiben die Kosten wahrscheinlich wieder einmal bei ANIMAL SPIRIT hängen, wie bereits bei den 17 in den letzten Wochen befreiten Pferden.

Bis jetzt sind der ehemalige Besitzer und seine „Betreuerin“ der Meinung, nichts falsch gemacht zu haben. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und drohen mir mit einer Rufschädigungsklage. Der aufwendige Schriftverkehr, die vielen Telefonate, der Dreck, die armen Pferde, das lange Warten, immer mit dem Wissen, daß dort noch Tiere unterversorgt stehen, bis sich die Behörde bewegt, zehren an meinen Nerven. Es gibt auch immer wieder unterschwellige Drohungen gegen mich, ich solle mich zurücknehmen und von weiteren Anzeigen Abstand nehmen, endlich Ruhe geben.

Dieser Ort in Gunskirchen ist nur schwer zu ertragen, wer einmal diesen Hof betreten hat und den Zustand der Pferde im Stallbereich für in Ordnung befindet, hat vermutlich eine gestörte Wahrnehmung. Auch habe ich Angst um die verbliebenen Hengste, der Landwirt könnte sie jederzeit einem Schlachter oder Tierhändler übergeben und niemand kann ihn daran hindern.

Wir suchen nun dringend schöne, liebevolle Endplätze für die vier Hengste. Wir werden sie, wenn sie gesundheitlich stabil genug sind, kastrieren. Im Moment stehen sie bei verschiedenen pferdefachkundigen Tierärzten und werden dort auch entsprechend medizinisch versorgt. Den drei unterstützenden Ärzten gebührt ein großes Dankeschön, sie waren und sind uns mit der Aufnahme der zum Teil wirklich pflegeintensiven Pferde eine große Hilfe. Sie haben die Pferde verladen, transportiert, untergebracht und liebevoll aufgepäppelt. Auch sind sie durch ihre fundierten Diagnosen und durch wiederholtes telefonisches Nachfragen eine große Hilfe dabei, Druck auf die Behörde auszuüben. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft, diese armen Wesen zu befreien.“

Wer gute Lebens-Plätze für die armen Pferde anbieten kann oder welche weiß, meldet sich bitte bei Marion Reisinger unter +43-676-7059353.


02.06.2021

Ein Hilferuf aus Ägypten

Monika Carrera vom Bluemoon Esel- und Hunde-Wüstengnadenhof in Hurghada, Ägypten, braucht wieder Hilfe. Eine große Schweizer Organisation hat per Juni ihre Unterstützung eingestellt und daher haben einige der TierärztInnen in der Bluemoon-Klinik gekündigt. Sie sucht nun dringend eine/n Tierarzt/Tierärztin aus Europa, welche/r dort für einige Zeit aushelfen könnte, bzw. auch die lokalen Tierärzte schulen könnte. Es geht in erster Linie um Kastrationen und Behandlungen der Straßentiere, vornehmlich Hunde und Katzen.

Natürlich haben sie auch weiterhin sehr mit den anhaltenden Corona-Maßnahmen zu kämpfen, viele Dinge und auch Arzneimittel sind schwerer zu bekommen und viele Europäer, die das Land verlassen haben, haben ihre Haustiere einfach zurückgelassen! Auch die Vermittlungen der Tiere nach Europa war diese ganze Zeit über sehr erschwert bis unmöglich.

Wer hier helfen kann (indem er eine/n Tierärzt/in kennt), oder auch finanziell, bitte direkt an Monika schreiben: bluemoongalerie13@hotmail.com, oder spenden auf das Schweizer Konto von „Bluemoon Animalcenter“, IBAN: CH35 8085 6000 0043 3006 4.
Vielen Dank!


02.06.2021

Griechischer Hund „Robin“ sucht Lebensplatz

ROBIN, ca. 2 Jahre alt, sucht neues Zuhause. Derzeit lebt er noch auf Kreta in Griechenland und da seine Besitzerin ihn wegen Übersiedlung nicht behalten kann, braucht er schnellstens eine neue Heimat. Er hat einen gutmütigen Charakter gegenüber Menschen, jedoch eher wenig Erziehung. Er ist ein gelehriger Kerl und mit ein bißchen Geduld sicherlich ein toller vierbeiniger Freund.

Derzeit lebt er in einem eingezäunten Areal und ist leider sehr viel alleine. Da er ein "Jäger" ist, empfiehlt es sich nicht, ihn mit Federvieh zu halten. Aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem wilden Nachbarsjungen mag er Kinder auch nicht sehr gerne – aber das kann sich ja noch ändern.

Nähere Infos und Kontakt: Miela D., +43 676 72 65 298,
siehe auch auf unserer Tiervermittlungsseite


02.06.2021

WWF fordert Rückkehr zum Hirtenwesen

tirol.orf.at: Zu Beginn der Almsaison weist der WWF darauf hin, daß ungeschützte Schafe und Ziegen Gefahr laufen, vom Wolf gerissen zu werden. Man sollte deshalb das Hirtentum wiederbeleben und Herdenschutzmaßnahmen wie Hunde und Zäune forcieren, so der WWF, der die wichtige Rolle des Wolfes im Ökosystem betont.

Schafe und Ziegen seien nicht gut vor den Wölfen geschützt, die aus den Nachbarländern wieder nach Österreich einwandern, sagte Christian Pichler vom WWF Montag vor Journalisten. Bis zum 17. Mai gab es in sieben Bundesländern mehrere Wolfsnachweise, so Pichler. Jeweils sechs Tiere wurden in Tirol und Niederösterreich entdeckt, vier in Salzburg, drei jeweils in Vorarlberg, der Steiermark und Oberösterreich und in Kärnten gab es zwei Sichtungen. Oft waren es nur einzelne Individuen, aber in Gutenbrunn und am Truppenübungsplatz Allentsteig in Niederösterreich gäbe es jeweils ein Paar, das vielleicht für Nachwuchs sorgen könnte.

Große Populationen in Österreichs Nachbarländern

„Deshalb muß sich Österreich in Zukunft auf mehr Wölfe einstellen“, sagte Pichler. Das Land sei auch eine „Drehscheibe für die Wolfspopulationen aus den Nachbarländern“. Derer gibt es viele: In der Schweiz, in Italien und Slowenien weiß man etwa von 11, 17 und 14 Rudeln und pro Land rund 100 Individuen. In Deutschland und Frankreich gibt es sogar 128 beziehungsweise 100 Rudel und jeweils über 500 Wölfe.

Hirten in Österreich schlecht bezahlt

Wenn nun zu Anfang der Weidesaison die Tiere auf die Alm getrieben werden, sind die Wölfe quasi schon da, meint Pichler. Man müsse damit rechnen, daß ungeschützte Schafe, Ziegen und andere Weidetiere von Wölfen gerissen werden. Deshalb plädiert er für mehr Informationen und Förderungen für die Landwirte, sowie Schutzmaßnahmen. „In den Nachbarländern ist man hier schon viel weiter“, sagte er. Hilfreich wären zum Beispiel passende Zäune und Herdenschutzhunde. Außerdem gäbe es in Österreich kaum Hirten. Sie wanderten oft ins Ausland ab, weil dort die Bezahlung höher sei. ...

Der Wolf als Gesundheitspolizei

Pichler beklagt, daß Wölfe hierzulande wohl teils illegal abgeschossen werden. Sie seien streng geschützt, und es sei auch wichtig, daß ein europaweiter Schutz aufrecht erhalten wird. Er bezeichnete die Tiere als Gesundheitspolizei, und sie hinterließen Nahrungsreste für andere wichtige Arten. „Es ist also aus Naturschutzgründen gut, daß Wölfe mehr und mehr nach Österreich dringen“, sagte er.

Siehe auch LIFEstockProtect des Umwelt-Dachverbandes