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ANIMAL SPIRIT - Newsletter vom 23.1.2017

ANIMAL SPIRIT-Jahresrück- und Ausblick; Heute startet Volksbegehren gegen CETA, TTIP & TiSA; „Psychopathie der Jäger besser verstehen“; Vogelgrippe: „Die Stallpflicht ist schädlich“; Petition: EU muß Elfenbeinhandel verbieten

ANIMAL SPIRIT-Jahresrück- und Ausblick

23.01.2017

In unserem aktuellen Jahresbericht 2016 können Sie nachlesen (er geht diese Woche auch für unsere Mitglieder und Unterstützer zur Post), was wir im letzten Jahr mit Ihren Spenden wieder alles für arme geschundene Tiere tun konnten: Fohlenrettungsaktion, Hilfe für Straßenhunde in Thailand und Arbeitsesel in Ägypten, der Erwerb und Ausbau unseres neuen Gnadenhofs Engelberg in OÖ und dann natürlich die laufende Versorgung unserer inzwischen fast 500 Gnadenhoftiere. Vielen Dank im Namen unserer Schützlinge, daß Sie uns dabei unterstützt haben!

Seit letztem Jahr sind Spenden an ANIMAL SPIRIT auch steuerlich absetzbar, wer die Spendenbestätigung für 2016 nicht spätestens nächste Woche in der Post hat, kann diese auch per email unter tanja@animal-spirit.at anfordern. Wegen der ab heuer geltenden gesetzlichen Änderung benötigen wir allerdings von all jenen, die ihre Spende an uns steuerlich absetzen wollen, nicht nur den genauen Vor- und Nachnamen des Abzugsberechtigten, sondern auch dessen Geburtsdatum!

Auch für das Jahr 2017 haben wir uns wieder viel vorgenommen: So viele Fohlen wie möglich retten, den Straßenhunden und Arbeitseseln weiter helfen und jederzeit gerüstet sein, um bei Notfällen und Skandalen rasch handeln zu können. Und natürlich wollen unsere fast 500 Schützlinge auf den drei Gnadenhöfen Hendlberg (NÖ), Esternberg und Engelberg (beide OÖ) täglich versorgt und gepflegt werden.

Damit wir all das schaffen, brauchen wir auch heuer wieder ganz dringend die Hilfe vieler Menschen, die uns, die vielen Tiere und unsere Projekte unterstützen. Darum bitte ich Sie ganz herzlich und wünsche Ihnen noch ein glückliches und erfolgreiches Jahr!

Ihr Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann ANIMAL SPIRIT

Tierschutz-Themen: 

Heute startet Volksbegehren gegen CETA, TTIP & TiSA

23.01.2017

Vom 23. bis 30. Jänner läuft in ganz Österreich die Eintragungsfrist für dieses partei-übergreifende Volksbegehren gegen die unseligen Freihandelsabkommen mit Kanada bzw. den USA. Jede/r wahlberechtige österr. Staatsbürger/in ab dem 16. Lebensjahr kann auf dem Gemeindeamt oder Magistrat unterschreiben. Die Identität wird mit einem Lichtbild-Ausweis überprüft. Innerhalb dieser Woche müssen mindestens 100.000 ÖsterreicherInnen unterschreiben, damit sich das Parlament mit dem Anliegen des Volksbegehrens befassen muß.

Wir unterstützen dieses Volksbegehren u.a. weil durch diese Handelsabkommen

* Völlige Intransparenz in den Verhandlungen dominieren

* Der Druck auf die ohnehin schon stark geschwächte kleinstrukturierte Landwirtschaft weiter erhöht wird und Massentierhaltung, Gentechnik und Agrarchemie noch mehr zunehmen werden

* Tierschutz-, Umwelt-, Sozial- und Lebensmittelstandards massiv bedroht sind

* Internationale Schiedsgerichte den österreichischen Rechtsstaat aushöhlen und die Demokratie aushebeln (Stichwort: Sonderklagerechte für Konzerne)

* Es noch mehr Privatisierungen (Stichwort: Wasserversorgung) und damit Ausverkauf von Volkseigentum geben wird

* Nur Großkonzerne und die Agrar- und Lebensmittelindustrie profitieren werden – zulasten von gesunden Lebensmitteln (Stichworte: Gen-Lachs, Klon-Fleisch oder Chlor-Huhn).

Das Volksbegehren ist auch deswegen besonders wichtig, weil das Europaparlament schon in wenigen Wochen über das EU-Kanada-Abkommen CETA entscheidet – und leider sieht es bisher nach einer Zustimmung aus. Das bedeutet, daß CETA anschließend nur noch in den Mitgliedsländern aufgehalten werden kann! In Österreich muß der Nationalrat über CETA entscheiden. Je mehr Menschen das Volksbegehren unterstützen, desto lauter und klarer ist das Signal an den Nationalrat, CETA nicht zuzustimmen!

Morgen, Dienstag, am Dienstag, 24. Jänner findet daher um 19 Uhr ein von der IHU veranstalteter interessanten Info- und Diskussionsabend zum Volksbegehren gegen TTIP, CETA & TiSA statt.

Ort: 3033 Altlengbach bei Wien, Hauptstr. 52, im Hotel "Steinberger".

Am Rednerpult (siehe auch PDF der Einladung):

Bgmst. Herbert THUMPSER (SPÖ, Hauptorganisator des Volksbegehrens)

Univ.Prof. Dr. Heinrich WOHLMEYER (ÖVP-nahe, Ressourcenökonom)

Ing. Norbert HOFER (FPÖ, dritter Nationalratspräsident)

Nähere Infos siehe Anhang und in unserer heutigen OTS-Presseaussendung

Die Eintragungswoche für dieses Volksbegehren beginnt in ganz Österreich in allen Gemeindeämtern und Stadtmagistraten am Montag, 23. Jänner und dauert acht Tage lang bis inkl. Montag, 30. Jänner. Auch Samstag und Sonntag vormittags kann in den Eintragungslokalen unterschrieben werden. Unterschreiben Sie gegen TTIP, CETA und TiSA und sagen Sie NEIN zum Freihandels- und Ausbeutungs-Dogma!

Mehr Infos zum Volksbegehren finden Sie u.a. auf: www.volksbegehren.jetzt oder www.global2000.at/volksbegehren.

Mehr dazu auch in unserer Schrift „EU und Tierschutz

Tierschutz-Themen: 

„Psychopathie der Jäger besser verstehen“

23.01.2017

Thema Jagd: Noch nie hatten wir auf einen Artikel auf unserer facebook-Seite so viele Zugriffe (weit über 110.000!), wie auf das in unserem letzten Newsletter aufgedeckte Fuchs-Massaker durch Lustmörder (pardon: Hobbyjäger) in Laaben, NÖ. Daher im Folgenden ein Artikel der jagdkritischen Schweizer Seite wildbeimwild.com über den Versuch, die „Psychopathie der Jäger besser zu verstehen“. Eine interessante Gegenüberstellung der oft gleichartigen Beweggründe von Jägern und Serienmördern. „Was für ein Mensch kann sich daran erfreuen, einem anderen Lebewesen das Leben zu nehmen?“

Auf den ersten Blick wirkt es vielleicht unwahrscheinlich, aber was wäre, wenn die gleiche verzerrte Psychologie, die einen Mann dazu bringt, einem Fuchs nachzujagen und ihn zu erschießen, einen Mann auch dazu bringen könnte, in ein Haus einzudringen und den Menschen darin ein Messer in den Körper zu rammen? Diese Mörder sind unter uns. Sie sind Militärbeamte, Tierärzte, Gynäkologen, Zahnärzte und leiten Pfadfindergruppen.

Serienmorde und Tierjagden sind sich erschreckend ähnlich. Der Wildtierforscher und Autor Gareth Patterson* weist darauf hin, daß sich beide Täter gerne in gewaltverherrlichenden Bildposen zeigen. Jagdzeitschriften sollen Jäger angenehm erregen und gewaltsame Fantasien der Jagd und Tötung der Beute hervorrufen. Sie sind voll von Bildern von Jägern, die triumphierend über den Tieren stehen, die sie abgeschlachtet haben. Die Botschaft dahinter ist offensichtlich: Töte etwas – oder doch eher jemanden – und auch du kannst wahre Größe erreichen.

Auf ganz ähnliche Weise holen sich Serienmörder ihre Inspiration oft aus dem Bereich der Bondage-Pornografie. Dennis Rader war besessen von Gewaltdarstellungen von Männern, die Frauen dominieren. Er befeuerte damit seine Fantasien, Frauen zu fesseln und sie anschließend zu töten. Die Fantasie wich schließlich dem wahren Leben. Und genauso erging es anderen Mördern, wie z. B. Ted Bundy.

Patterson meint, daß es beide Arten von Mördern noch mehr genießen, ihre Tötungen zu planen und die Vorfreude dadurch aufzubauen, das Opfer zu verfolgen, als den Tötungsakt an sich. Und wie oft haben Sie schon einen Jäger sagen hören: „Es geht mir mehr um die Jagd als um das Töten“? Sie beschreiben ihre Liebe zur Natur, den Moment, wenn sie die Beute zum ersten Mal sehen, wie sie das Tier aufspüren, in die Enge drängen und es dann erlegen. Vielleicht sind auch sie, wie viele Serienmörder, im Grunde süchtig nach dem Adrenalinrausch, den sie bekommen, weil sie das Schicksal ihrer Opfer in den Händen halten.

In der Schweiz gibt es z. B. einen Leiter der kantonalen Jagdbehörden (Georg Brosi aus Graubünden), der sagt: „Das macht einem ganz besonders Freude, wenn man ein Tier schießen kann, das man kennt.“ John Douglas war einer der ersten Kriminal-Profiler beim FBI. Ihm zufolge nehmen Serienmörder „Erinnerungsstücke“ ihrer Opfer mit, um ihre gewalttätigen Fantasien zeitlich zu verlängern. Einige nehmen Schmuck mit oder Haarsträhnen, andere Fotos oder Körperteile. Jäger präsentieren stolz den abgetrennten Kopf ihrer Beute an der Wand und teilen Bilder von sich – grinsend neben einem Leichnam – über die sozialen Medien.

Genau wie Serienmörder müssen sich Jäger ihren Status als Person beweisen, die die Macht über Leben und Tod besitzt. Zwischen den Jagden erinnern sich beide durch ihre Souvenirs an die Macht, die sie einst über ein anderes Lebewesen hatten.

Keiner der Mörder zeigt Reue für seine Tat – sie entschuldigen ihr Verhalten eher noch als die Erfüllung eines vagen spirituellen Bedürfnisses. Bei der Auswahl ihrer Opfer beschreiben manche Jäger eine Art „Zittern“, das sie empfinden, wenn sie das „richtige“ Tier sehen. Sie interpretieren dies gern als Botschaft der Natur, die ihnen sagt, sie sollten genau dieses Tier töten.

Sowohl der Serienmörder als auch der Jäger meint, an etwas wichtigem teilzuhaben. Auffallend häufig werden bei Serienkiller Gehirnanomalien festgestellt. Gewalt hinterläßt nach kurzer Zeit Spuren im Gehirn. Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Auch einige Serienmörder sind der Meinung, eine höhere Macht würde sie dazu bringen, eine bestimmte Person zu töten. Der Kannibale Richard Chase drückte die Türklinken der Häuser von Fremden. War die Tür verschlossen, nahm er das als Zeichen, in diesem Haus nicht willkommen zu sein und ging. Eine unverschlossene Tür war hingegen eine Einladung: Er war dafür „bestimmt“, die in dem Haus befindliche Person zu töten.

Teils gehen Jäger auch zum Mord am Menschen über. Robert Hanson – ein passionierter Jäger mit einem Wohnzimmer voller Tierköpfe, der sogar von einer Jagdzeitschrift vorgestellt wurde – kidnappte Frauen, flog sie in die Wildnis Alaskas, ließ sie dort frei und jagte sie. Warum? Weil das Jagen nicht-menschlicher Lebewesen nicht mehr aufregend genug war.

Die Jagdwaffen führen zu Mißbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zum Schußwaffensuizid, Drohungen und tödlichen Tragödien. Es gibt Studien die zeigen, daß 90 % der Gewaltverbrecher als Tierquäler oder durchs Jagen angefangen haben. Jahr für Jahr werden unzählige Menschen durch Jäger und Jägerwaffen getötet und verletzt, teilweise so schwer, daß sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden müssen.

„Menschen zu töten macht so viel Spaß“, schrieb der Zodiac-Killer in einem seiner Briefe. „Es ist sogar noch besser als Wild im Wald zu töten, denn der Mensch ist das gefährlichste aller Tiere.“ Beide Arten von Mördern könnten ihre Fantasien als solche belassen. Jäger könnten Fotos anstatt tödliche Kugeln schießen. Aber beide entscheiden sich – mit Enthusiasmus – dafür, ein Leben zu nehmen, um ihr eigenes egoistisches Verlangen zu befriedigen. Sie planen ihren Blutrausch sorgsam und töten dann immer und immer wieder, ohne Aussicht auf ein Ende.

Es ist an der Zeit, daß wir die Jagd als das erkennen, was sie wirklich ist: Ein Zeitvertreib für Psychopathen. Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei können sie sehr manipulativ sein, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos.

* Gareth Patterson ist bekannt für seine Arbeit mit afrikanischen Löwen. Er ist ein Umweltschützer, unabhängiger Wildtierforscher, öffentlicher Redner und Autor.

Als Kontrapunkt zu dieser oben dargestellten Psychopathie der Jäger ein kurzes Video, wie sich Liebe und Zuneigung zwischen Mensch und Wildtier (hier ein junger Fuchs) auch darstellen kann: www.youtube.com/watch?v=7lKHtNCJRcc

PS: Hier noch eine Petition gegen eine dieser sinnlosen und kontraproduktiven Fuchsjagden in Gießen, D

Tierschutz-Themen: 

Vogelgrippe: „Die Stallpflicht ist schädlich“

23.01.2017

(aus DER SPIEGEL 50/2016): Der Zoologe Josef Reichholf über die wahren Verursacher der Vogelgrippe, verseuchte Äcker und ein Verbot der Entenjagd: „Die verordnete Stallpflicht für Freiland-Hühner und Gänse ist hilfloser Aktionismus“.

Reichholf, 71, ist Ornithologe und Ökologe, hat eine Honorarprofessur an der TU München und war einer der Gründer der Naturschutzbewegung in Deutschland.

SPIEGEL: Herr Reichholf, wie kam die Vogelgrippe nach Deutschland?

Reichholf: Angeblich haben Zugvögel aus Sibirien und der Mongolei unsere Hühner und Gänse in den Mastanlagen angesteckt. Ich halte das umgekehrte Szenario für weitaus wahrscheinlicher: Aus Geflügelhaltungen wurden die Wildvögel infiziert.

SPIEGEL: Wie kommen Sie darauf?

Reichholf: Da hilft schon ein Blick auf die Landkarte. Die Schwäne und Tauchenten, die bei uns an dem Erreger H5N8 gestorben sind, hatten einen kraftraubenden Flug aus Zentralasien hinter sich. Ein erkranktes Tier kann wohl kaum einen Fernflug über Tausende Kilometer überstehen.

Es wäre während des Fluges verendet – es sei denn, es hat sich erst hier bei uns angesteckt.

SPIEGEL: Es gibt doch auch Vögel, die eine Grippe überleben.

Reichholf: Gewiß. Aber wenn ein infizierter Zugvogel aus Zentralasien die Krankheit überstanden hat, scheidet er nach der wochenlangen Reise auch keine Viren mehr aus. Und es spricht noch etwas gegen die Ansteckung der Nutztiere durch Zugvögel.

SPIEGEL: Nämlich?

Reichholf: Welcher infizierte Schwan oder welche infizierte Tauchente hat Zutritt zu einer geschlossenen Hühnerfarm? Wie also sollen die Bestände in den abgeschotteten Massentierställen, in denen die Vogelgrippe ausgebrochen ist, durch Wildvögel infiziert

worden sein? Und ich glaube auch nicht, daß die Betreiber solcher Anlagen am Wochenende am See Wildenten füttern gehen und so den Erreger über ihre Gummistiefel einschleppen. Diese Szenarien wirken doch arg konstruiert.

SPIEGEL: Wie viele Zugvögel kommen überhaupt aus jenen Gebieten Zentralasiens zu uns, wo die Geflügelpest grassiert?

Reichholf: Die genaue Zahl ist nicht bekannt, aber es sind sicher nur sehr wenige. Die allermeisten Enten, Gänse und Schwäne kommen aus Skandinavien und Nordwestrußland als Zugvögel zu uns, also aus Gebieten, wo die Vogelgrippe derzeit gar nicht grassiert. Der Vogelzug im Herbst und im Frühwinter verläuft auf der ganzen Nordhalbkugel fast ausschließlich nach

Süden, nicht von Ost nach West.

SPIEGEL: Wie sollen sich Wildvögel bei Masthühnern angesteckt haben, wenn gar kein direkter Kontakt besteht?

Reichholf: Im Spätherbst wird in großem Umfang Gülle und Mist auf die Felder gebracht. Vieles spricht dafür, daß der Erreger schon in Massentierställen verbreitet war und von dort nach draußen gelangte. Krähen beispielsweise, die auf den Feldern nach Futter suchten, könnten den Erreger dann zu nahe gelegenen Gewässern getragen haben, wo sich schließlich Wildenten und Schwäne ansteckten. Bis heute wird ja nicht untersucht, welche Krankheitskeime mit Geflügelmist und Gülle in die Umwelt gebracht werden.

SPIEGEL: Die Krähen selbst wurden nicht krank?

Reichholf: Krähen gehören zu den Singvögeln, sie haben mit 42 Grad Celsius eine deutlich höhere Körpertemperatur als Wildenten oder Hühnervögel. So hält ihr Organismus die Viren besser in Schach – Krähen können deshalb Überträger sein, ohne selber zu erkranken.

SPIEGEL: Und wie gelangte der Erreger ursprünglich in die Ställe?

Reichholf: Die Hauptgefahr geht vermutlich von Futtermitteln aus, die schnell global verbreitet werden. Das würde auch erklären, warum die Seuche fast zeitgleich in Ostasien und Europa ausgebrochen ist. Leider werden die Futtermittel noch immer nicht intensiv auf Erreger untersucht. Das muß dringend geschehen.

SPIEGEL: Wenn Ihre Theorie stimmte, müßten die ersten Todesfälle in den Massentieranlagen

aufgetreten sein und nicht in der Wildpopulation.

Reichholf: Davon ist wohl auszugehen. Die Frage ist nur, ob die betroffenen Hühnerhalter

wirklich jeden Todesfall in ihren Ställen gleich melden. Gerade in den großen Mastbetrieben sterben täglich Vögel, ohne daß jedes Mal die genaue Ursache ermittelt wird. Solange es nur wenige Fälle sind, werden die Betreiber zögern, diese zu melden; sie würden ja riskieren, daß

der gesamte Bestand gekeult wird.

SPIEGEL: Wenn Sie recht hätten, wäre die Stallpflicht für frei laufende Hühner und Gänse vollkommen überflüssig.

Reichholf: Ja, das ist hilfloser Aktionismus. Die Stallpflicht ist aber nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Ausgerechnet die Halter von frei laufenden Hühnern, bei denen fast nie Vogelgrippe auftritt, werden nun gezwungen, ihre Tiere einzusperren, was sie anfälliger für Infektionen macht. Dabei ist es eine groteske Vorstellung, daß auf einem Hühnerhof ein sterbender Schwan notlandet und schnell noch seinen Darm entleert.

SPIEGEL: Und die Leinenpflicht für Hunde?

Reichholf: Das ist noch absurderes Theater. Da könnte man ebensogut das Angeln verbieten.

Denn die Angler setzen sich direkt an Teiche und Seen, wo Enten und Gänse defäkieren. Aber die Behörden scheinen ja selber nicht ganz überzeugt zu sein, daß die Wildvögel die Verursacher sind …

SPIEGEL: Was meinen Sie damit?

Reichholf: Wenn wirklich die Zugvögel die Überträger wären, hätte man sofort die Jagd auf Wildenten und -gänse stoppen müssen. Denn durch die Jagd wird die Ausbreitung von Seuchen massiv gefördert. Sobald es knallt, fliegen die nicht getroffenen Vögel aufgeschreckt auf und

flüchten zum nächsten Gewässer. So werden die Vogelgruppen ständig neu durchmischt, infizierte Tiere stecken nichtinfizierte an. Durch diesen Vertreibungseffekt springen Erreger leicht von Teich zu Teich.

Interview: Olaf Stampf

Tierschutz-Themen: 

Petition: EU muß Elfenbeinhandel verbieten

23.01.2017

Anfang Jänner haben wir darüber berichtet, daß ausgerechnet China mit Ende 2017 den Elfenbeinhandel verbieten will. Nicht so die EU. Daher unterstützen wir folgende Petition von prowildlife.de: EU muß Elfenbeinhandel verbieten:

Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr für den Elfenbeinhandel abgeschlachtet. Verantwortlich dafür sind unter anderem Schlupflöcher, die einen legalen Elfenbeinhandel erlauben. Auch die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten erlauben noch immer den kommerziellen Handel mit Elfenbein.

In der EU sind der Verkauf, sowie die Ein- und Ausfuhr von Elfenbein aus angeblichem Altbestand legal. Elfenbein wird bei Auktionen, in Geschäften und im Internet offen angeboten. Einige EU-Firmen haben sich sogar auf den Ankauf und Export von Elfenbein nach Asien spezialisiert: Mehr als 7 Tonnen Elfenbein und über 12.000 Elfenbeinschnitzereien wurden in den letzten zwei Jahren alleine von Hongkong importiert. Dieser verbrecherische Handel ermöglicht, daß illegales Elfenbein von gewilderten Elefanten  eingeschleust wird. Er befeuert Nachfrage und Wilderei.

Die internationale Gemeinschaft hat jetzt auf zwei  wichtigen Konferenzen Beschlüsse verabschiedet, die alle Regierungen aufrufen, ihre nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen. Bisher kommt die EU dieser Forderung allerdings nicht nach und unterminiert damit die weltweiten Bemühungen, die Elefanten zu retten.

Bitte unterstützen Sie jetzt unsere Forderung, den Elfenbeinhandel in und aus der EU zu verbieten. Nur wenn der Verkauf und die Nachfrage gestoppt werden, wird die Wilderei endlich ein Ende haben.

Tierschutz-Themen: 

Datum: 

Montag, 23. Januar 2017