Sie sind hier

Themen

Hier findet sich eine Zusammenfassung unserer vielfältigen politischen bzw. aktionistischen Tierschutz-Tätigkeiten und Petitionen. Es werden jeweils die aktuellen Themen aus unseren Newslettern hinzugefügt, sodaß die Bereiche immer am neuesten Stand bleiben.

 

Sie können hier die chronologische Liste nach verschiedenen Themen, Titeln oder auch Daten filtern.

 

Hierzu zählen z.B. unsere alljährlichen Kampagnen bezüglich der Fohlenmärkte bzw. unsere diesbezüglichen Freikauf- und Vermittlungsaktionen, allgemeine (politische) Tierschutz-Themen, unsere Beteiligung an internationalen Tiertransport- oder Anti-Schächt-Kampagnen, unsere Arbeit für die Verbesserung der Tierschutz-Gesetzgebung für Schweine, Geflügeltiere, Kaninchen und andere Tierarten oder für ein/e Einschränkung/Verbot tierquälerischer Jagdpraktiken. Weiters finden Sie hier Berichte über unsere Auslandsprojekte, wie Streunerhunde in Thailand und Eselhilfe in Ägypten, aber bisweilen auch andere Hilfsaktionen bzw. Petitionen, an denen wir uns beteiligen (z.B. gegen das alljährliche brutale Robben-Massaker in Kanada oder die grausamen Schächtpraktiken beim jährlichen Kurban Bayrami-Opferfest). Zudem bringen wir u.a. alternative Sichtweisen über die von WHO oder anderen "Gesundheits"-Behörden ausgerufene "Seuchen" und Zwangsimpfkampagnen. Darüber hinaus auch kritische Beiträge zu Gentechnik, Patentierung von Leben, EU und Tierschutz sowie allgemein zur EU und der daraus resultierenden - oft absurden - verpflichtenden Gesetzgebung für Österreich.

z.B. 22/10/2017
16.10.2017

Wir haben heuer schon 39 Fohlen freigekauft – aber wir suchen noch gute Plätze für die letzte Versteigerung!

Nächste Woche Dienstag, den 24. Oktober 2017, findet im Salzburger Maishofen die letzte „Schlachtfohlen“-Versteigerung des heurigen Jahres statt. Es werden auch dort wohl wieder weit über 100 ca. halbjährige Fohlen sein (v.a. Noriker, aber auch ein paar Haflinger), die zur Versteigerung angemeldet und feilgeboten werden. Wir haben dort auch wieder einen Infostand mit Videos über das Schicksal der Fohlen angemeldet - siehe auch die sehr gut recherchierte RTL-Sendung aus dem Jahr 2012. Bei diesen mehrmals jährlich stattfindenden Fohlen-Auktionen sind regelmäßig alle bekannten „Viehhändler“ aus Österreich, Bayern und Italien vertreten (siehe auch voriger Beitrag), welche die zuvor abgewogenen Tierkinder möglichst günstig aufkaufen und dann nach Italien oder sonstige Länder zum Mästen oder auch direkt zum Schlachthof karren. Allerdings haben die Preise in den letzten Jahren ziemlich angezogen – auch durch die vermehrte „Konkurrenz“ durch Tierschützer oder private Aufkäufer -, sodaß das Geschäft mit dem Fohlenfleisch wohl etwas zurückgegangen sein dürfte.

Bereits seit fünfzehn Jahren arbeitet die Tierschutzorganisation ANIMAL SPIRIT daran, die „Fohlenzucht für den Schlachthof“ zumindest einzudämmen, und hat auch schon einige Erfolge erzielt. Allein heuer konnte unser Verein bereits 39 Fohlen (18 Noriker- und 21 Haflingerfohlen) freikaufen und per Schutzvertrag an gute Plätze in Deutschland und Österreich vermitteln. Auch sind die Verhältnisse bei der Versteigerung selbst in den letzten Jahren etwas „humaner“ geworden, man sieht nicht mehr so viele kranke oder verletzte Tiere (leider mit Ausnahmen), zudem gibt es meist Wasser- und Futterversorgung vor der Versteigerung. Sobald die armen Tiere aber dann von den diversen Viehhändlern aufgekauft worden sind, kümmert sich oft niemand mehr um sie - bis sie dann auf die LKWs getrieben werden...

Wer also noch einen Lebensplatz für ein oder mehrere Fohlen anzubieten hat, bitte gleich bei tanja@animal-spirit.at melden oder unter +43-2774-29330 anrufen (9 bis 16:30 Uhr). Und wer unsere heuer - wegen der enorm gestiegenen Preise - besonders kostspieligen Fohlenfreikäufe noch - quasi in letzter Minute - unterstützen will, kann das online HIER tun oder auf IBAN: AT82 6000 0000 7569 4953. Herzlichen Dank!


16.10.2017

Amazon.de: Der weiße Wolf im Hotelzimmer - Tierbegegnungen der besonderen Art

Der Buchautor Wolfgang Hahl ist schon länger mit mehreren Bildbänden und Taschenbüchern in der alternativen Gesundheitsszene, hauptsächlich im Bereich der Steinheilkunde, bekannt und gilt als Koryphäe auf diesem Gebiet. Doch neben der faszinierenden Welt der Mineralien und Kristalle galt seine große Liebe schon seit jeher der gesamten Natur und insbesondere dem Tierreich. Dies führte dazu, daß er seit frühester Kindheit immer wieder den innigen Kontakt zu Natur und Tieren aller Art suchte und dabei äußerst ungewöhnliche, humorvolle, aber auch tief berührende sowie gelegentlich sehr gefährliche Begegnungen mit unterschiedlichsten Tierarten hatte, auf die er im Laufe seiner weltweiten Reisen stieß. Wenn er im privaten Rahmen oder während seiner Seminare diese Erlebnisse gelegentlich zum Besten gab und detailgetreu erzählte, waren alle Zuhörer immer extrem begeistert sowie auch äußerst bewegt angesichts der unglaublichen Schilderungen und emotionalen Tiefe, die dabei zum Ausdruck kamen. Manche seiner Geschichten rührten dabei sämtliche Zuhörer regelrecht zu Tränen, während andere Erlebnisberichte mit Tieren wiederum wegen der unglaublichen Situationskomik lang anhaltende Lachanfälle auslösten.

Immer wieder forderten ihn deshalb Menschen allen Alters auf und baten ihn darum, doch einmal auch diese einzigartigen Tiererlebnisse gesammelt als Buch herauszubringen, um sie mehr Menschen zugänglich zu machen bzw. später noch einmal nachlesen zu können oder mit anderen Menschen und Freunden zu teilen. Doch fand er nun erst nach etlichen Jahren die Zeit dazu, seine spannendsten, dramatischsten, aber auch lustigsten und ergreifendsten Tierbegegnungen seines intensiven und bewegten Lebens endlich nieder zu schreiben und diese zu veröffentlichen. So erfährt der Leser in dem vorliegenden Buch nicht nur viel Wissenswertes über Tiere, was man noch nie zuvor gehört hatte, sondern wird auch gleichsam mitgenommen auf eine spannende Reise in unterschiedlichste Länder und Erdteile, von Deutschland über Ungarn bis zum Mittelmeer sowie von Asien bis nach Mittelamerika, um an den abenteuerlichen Erlebnissen mit teilzuhaben und sie durch den innigen und ganz persönlichen Erzählstil des Autors regelrecht mitzuerleben.

Das Leseabenteuer nimmt Sie mit auf eine Reise zu wilden Pferden in der ungarischen Puszta, zur Begegnung mit einem weißen Wolf in einem Amsterdamer Hotelzimmer, zu den Kobras eines indischen Schlangenbeschwörers sowie zu einem Menschen fressenden Tiger in Nepal bis hin zu nachdenklich stimmenden Tierbegegnungen, die einen Einblick in tiefe spirituelle Zusammenhänge unseres Seins und unsere innige Seelenverbindung zu Tieren erlauben. Einen ganz besonderen Leckerbissen dieses Buches stellen die Erlebnisberichte des Autors mit exotischen tropischen Tieren dar, die er in seinem Tierwaisenheim in Costa Rica unter teils dramatischen Umständen rettete und aufzog, bis er sie wieder in die Freiheit entlassen konnte. Machen Sie sich gefaßt auf größenwahnsinnige Eichhörnchen, beschwipste Faultiere und traumatisierte Kapuzineraffen, die Sie so schnell nicht vergessen und jedes Mal wieder zum Schmunzeln bringen werden, wenn Sie daran denken. Ein überaus packendes und kurzweiliges Leseabenteuer der ganz besonderen Art, das beim Lesen die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen hervorruft und mitempfinden läßt und nur einen einzigen Nachteil hat: Nämlich daß man das Buch in einem Rutsch verschlingen möchte und viel zu schnell am Ende angekommen sein wird!


09.10.2017

Stadl Paura: Weitere 8 Norikerfohlen gerettet – insgesamt heuer bereits 39 freigekauft!

Letzten Freitag war ANIMAL SPIRIT – wieder als einzige Tierschutz-Organisation - auf der traditionellen Norikerfohlen-Versteigerung in Stadl Paura, OÖ. 64 Fohlen waren angemeldet, gekommen sind allerdings nur ca. 50. Alle wurden in der großen Halle angebunden und da ist uns gleich zu Beginn ein Fuchs-Stutfohlen aufgefallen, weil es eine eitrige Verletzung am linken Hinterbein hatte. Angeblich hat es sich noch auf der Alm verletzt, Tierarzt hatte es allerdings noch keinen gesehen… Wir machten dem jungen Mann, der das Fohlen hergebracht hatte, gleich ein Kaufangebot über 700,- (für ein verletztes Fohlen mit ungewissen Heilungsaussichten und Tierarztkosten ein mehr als faires Angebot), aber es dauerte mehr als eine Stunde, viel Überredungskünste und die mehrmalige Zusicherung, daß es auf einen super Privatplatz in Ö kommen würde, bis dieser sich dann endlich entschließen konnte, es uns um diesen Preis zu überlassen.

Weitere sieben konnten wir danach entweder freikaufen oder ersteigern und wunderten uns nur, welche Preise mittlerweile die Viehhändler bereit sind, für die Fohlen hinzulegen – bis zu 1000,- oder sogar mehr! Ist die Nachfrage nach Fohlenfleisch im Ausland mittlerweile so groß, daß sich das noch für den Fleischmarkt rentiert? Alle unsere acht Fohlen sind mittlerweile gut auf ihren neuen Privatplätzen in Österreich bzw. Deutschland angekommen. Und das Fuchs-Fohlen – sie heißt übrigens „Kora“ – ist auf einen tollen Platz nach Niederösterreich gekommen, ganz in die Nähe unseres Gnadenhofes Hendlberg, und sie ist dort in besten – auch tierärztlichen – Händen.

Für die letzte Norikerfohlen-Versteigerung am 24. Oktober in Maishofen suchen wir noch weitere gute Fohlenplätze, wohin wir sie per Schutzvertrag abgeben würden. Besten Dank auch allen unseren SpenderInnen, die uns diese große Freikaufaktion wieder ermöglicht haben. Wer uns für diese letzte Auktion noch einmal finanziell unterstützen will, kann das HIER tun. Besten Dank!

PS.: Übrigens zwei der Fohlen, welche wir am Freitag freikaufen konnten, waren danach zu Gast am Gnadenhof Esternberg und bei dem dort gerade stattfindenden Dreh für die neue ZDF-Staffel „Das Haustiercamp“ – siehe nächster Beitrag!


09.10.2017

Wir brauchen die Bienenwährung! Einen Bogen spannen vom Welttierschutztag zum Erntedankfest

Gedanken der süddeutschen Tierärztin und Tierschützerin Karin Ulich, Tier & Mensch e.V.

Der Welttierschutztag am 4. Oktober, dem Todestag des Heiligen Franz von Assisi, und das Erntedankfest am ersten Sonntag des Monats Oktober sind enger miteinander verbunden, als viele ahnen. Franz von Assisi ist berühmt für sein Mitgefühl für die Tiere und sein empathisches Handeln. Denn er wußte, daß sie fühlen wie wir*. Jeder, der Tiere kennt, weiß das, auch daß jedes seine Persönlichkeit und seinen eigenen Charakter hat. Es ist auch schon längst wissenschaftlich bewiesen. Daher wäre es logisch, jedem Tier ein erfülltes Leben entsprechend seinen angeborenen arteigenen Bedürfnissen zu gewährleisten, anstatt sie als Profitquelle wie Produktionseinheiten zu mißbrauchen.

Aber nicht nur unserem Verständnis für einen anständigen Umgang mit Tieren widerspricht das Zusammenpferchen von hunderten bis hunderttausenden Tieren in düsteren, stinkenden Hallen, auf deren Leiden Tierschützer am Welttierschutztag aufmerksam machen. Es geht um das Überleben auf unserer Erde!

Es reicht in der heutigen Zeit nicht mehr, beim Erntedankfest an die Feldfrüchte, an Getreide für unser tägliches Brot, an Gemüse und Obst zu denken - zu folgenreich greift die industrielle Massentierhaltung in alle Lebensgrundlagen ein. Denn in den Tierfabriken werden Tiere zu Nahrungskonkurrenten der Menschen umfunktioniert. Weidetiere, die sich ursprünglich von Gras ernährten, füttert man nun mit Getreide – besonders mit eiweißhältigem Soja.

Von Natur aus hat jedes Tier seinen Platz im Ökosystem und trägt zum Erhalt der natürlichen Vielfalt bei, solange der Tierart entsprechend kleine Gruppen und Herden auf angemessen großen Weideflächen gehalten werden. Heute sind die Rinder, Schweine, Puten, Enten und Hühner und sogar Fische auf extrem schnelles Wachstum oder Milch- bzw. Eierproduktion gezüchtet. Das geschieht einerseits auf Kosten der Gesundheit und Lebensdauer der Tiere, andererseits wird die Hälfte der weltweiten Getreideernte und etwa 90% der Sojaernte an die „Nutz“tiere verfüttert. Der intensive Getreideanbau beansprucht entsprechend große Landflächen: So bleibt in den Feldern kein Platz mehr für blühende Kräuter und Blumen. Stattdessen wachsen Monokulturen heran, die mit Kunstdünger, Gift und Unkrautvernichtungsmitteln (besonders dem krebserzeugenden Glyphosat!) behandelt werden. Für den Sojaanbau in Süd-Amerika werden in unvorstellbarem Ausmaß Regenwälder abgeholzt. Sie verschwinden mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt für immer.

Aus dem weitaus größten Teil des Futtergetreides, das in die Ställe hineingebracht wird, entsteht Gülle - in einem Übermaß, das nicht von den Pflanzen verwertet werden kann. Es belastet die Böden und die Luft, vergiftet das Oberflächenwasser bis hinein in die Meere und sickert sogar bis ins Grundwasser, unserem Trinkwasserspeicher. 

Die Tiere in den Ställen sind zudem krank. Die harten Böden verletzten sie, ihnen fehlen das Sonnenlicht und die Bewegung. Dauerqual bedeutet Dauerstreß. Daher fehlen ihnen die Abwehrkräfte gegenüber Infektionskrankheiten. Überleben können sie nur mit häufigen Antibiotikagaben. Auf Fleisch und Eiern finden sich Krankheitskeime in gefährlichen Mengen, darunter Bakterien, die resistent geworden sind und nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. Werden sie von uns Verbrauchern aufgenommen, ist das Risiko groß, daß Antibiotika versagen, wenn ein Patient sie dringend benötigt. Resistenzen führen bei mehr als 15.000 Patienten jährlich alleine in Deutschland zum Tod!

Tierprodukte sind wahrhaftig kein „Stück Lebenskraft“! Im Gegenteil, sie entziehen unserer Erde die Fruchtbarkeit, die Artenvielfalt und tragen zu einem großen Teil dazu bei, das Klima unerträglich aufzuheizen.

Es ist, als würden wir Menschen durch unsere unstillbare Gier nach materiellen Werten, Geldvermehrung und Wirtschaftswachstum die Schöpfungsgeschichte rückwärts abwickeln: Die Bienen verschwinden zusammen mit den Hummeln und Schmetterlingen, viele Vögel und Säugetiere verlieren ihre Nahrung und Lebensräume, für Wegrandblumen und -kräuter ist kein Platz mehr. Die sowieso schon überfischten Meere, eigentlich - neben den dahinschwindenden Wäldern - die wichtigste Sauerstoffquelle, verlieren mit ihrer Erwärmung die Fähigkeit, Sauerstoff zu produzieren und werden vermüllt.

So kann und darf es nicht weitergehen!

Vor 500 Jahren schlug Luther seine Thesen gegen den Ablaßhandel in Wittenberg an die Kirchentür und führte damit einen längst fälligen Wandel herbei. Auch heute wäre eine Zäsur bitter nötig. Mutige Kirchenväter und -mütter müßten diesmal nicht einmal ihr Leben riskieren. Man muß sich nur einen Ruck geben und konsequentes, umfassendes Denken zulassen, das die Ursachen der Entwicklung und ihre Folgen mit einschließt. Die Gemeindemitglieder sind bereits teilweise dank verschiedener Veröffentlichungen über die Zusammenhänge aufgeklärt und vielleicht bereit, gemeinsam den ersten Schritt zum Wandel zu gehen. Dann wären schnell Wurst und Fleisch beim Erntedankfest tabu.

Viele Kirchengemeinden haben in dieser Hinsicht in den letzten Jahren schon Verantwortungsgefühl gezeigt und die Existenz bedrohende Entwicklung zum Thema gemacht. Denn Geld und Wachstumswahn müssen nicht wie Naturgesetze anerkannt werden!

Wir sollten endlich die „Bienenwährung“ einführen: Alle Veränderungen und Pläne würden danach gewertet, ob Bienenvölker sterben oder sich vermehren können. Mit der Bienenwährung läßt sich ermessen, wir es um uns und unsere Zukunftschancen steht – dem steht die Geldwährung meist konträr entgegen. So kostet jedes in der Massentierhaltung erzeugte Tierprodukt Bienenleben, das Konto geht also ins Minus. Wer aber seinen geschorenen Rasen zu einer Blumenwiese werden läßt und ein Apfelbäumchen pflanzt, sieht sein Bienenkonto wachsen und gedeihen.

Schon Luther** sagte: „So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen!“

*Zitat von Franz von Assisi: “Gott wünscht, daß wir Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.“

**Zitate von Luther aus seiner Genesis-Vorlesung:

 „...Denn Gott hat die Kreaturen nicht geschaffen, um sie nach der Schöpfung zu verlassen, sondern er liebt sie und erhält ein jedes nach seiner Weise...“

„...Wir sehen aber hier, was er uns für Speise schafft, nämlich Kräuter und Gewächse der Bäume. Darum glaube ich, daß unsere Leiber viel gesünder und stärker gewesen wären, wenn der Gebrauch anderer Speisen, besonders aber das Essen von Fleisch, nach der Sintflut nicht aufgekommen wäre. Denn obwohl die Erde nach dem Fall Adams verflucht und hernach durch die Sintflut sehr verderbt ist, so wäre doch die Nahrung und Speise von Kräutern viel reiner und feiner, als von Fleisch.“

Zitat von Papst Pius XII.: „Die ganze Tierwelt offenbart uns ebenso wie die ganze Schöpfung Gottes Macht, seine Weisheit und Güte. Sie verdient deshalb seitens des Menschen Ehrfurcht und Schutz. Jedes rücksichtslose Vorgehen mit Tötung der Tiere, jede Grausamkeit und unnötige Härte steht darum im Widerspruch zu einem gesunden menschlichen Empfinden. Die Rolle des Tierreichs im Schöpfungsplan besteht nicht darin, Gegenstand einer Ausbeutung irgendwelcher Art zu sein!“

Weitere Zitate bekannter Vegetarier, Männer und Frauen finden Sie HIER

Karin Ulich, D-88138 Sigmarszell


09.10.2017

Albert Schweitzer Stiftung: Fleisch aus Zellkulturen

Fleisch produzieren, ohne Tiere zu töten – das mag für viele nach ferner Zukunftsmusik klingen. Dank einiger Unternehmen und WissenschaftlerInnen ist diese Vision jedoch wahrscheinlich nicht mehr weit von der Realität entfernt. Vor allem in den USA und Israel haben es sich Start-Ups zur Aufgabe gemacht, Fleisch aus Zellkulturen („In-vitro-Fleisch“) in den kommenden Jahren massentauglich zu produzieren und in die Supermärkte zu bringen. Millionenschwere Investoren unterstützen sie dabei.

Das US-Unternehmen Memphis Meats etwa hat kürzlich Startkapital in Höhe von insgesamt 22 Millionen Dollar eingeworben – u. a. von den Milliardären Richard Branson und Bill Gates. Letzterer hatte bereits zuvor mit millionenschweren Investitionen in ähnliche Unternehmen auf die neu entstehende Branche aufmerksam gemacht.

Die Reaktion der Fleischindustrie

Interessanterweise hat mit dem US-Konzern Cargill erstmals auch ein Vertreter der Lebensmittel- und Fleischindustrie in Fleisch aus Zellkulturen investiert. Memphis Meats gebe den Verbrauchern eine neuartige Möglichkeit, sich mit tierischen Proteinen zu versorgen und passe damit zu Cargills »Mission, die Welt sicher, verantwortlich und nachhaltig zu ernähren«, sagt Sonya McCullum Roberts, Präsidentin für Wagniskapital bei Cargill. Fleischproduzent Tyson und Lebensmittelhersteller General Mills haben offenbar ebenfalls realisiert, daß diese Technologie ein großes Potential hat: Beide sorgten kürzlich für Aufsehen. Sie investierten mehrere Millionen in das Unternehmen Beyond Meat, das Fleischalternativen aus Pflanzen herstellt.

China sichert sich Know-how

Nicht nur Konzerne aus der Lebensmittelbranche interessieren sich für die innovative Technologie – auch auf staatlicher Ebene sieht man darin große Chancen. So hat China sich kürzlich mit einem 300 Millionen Dollar schweren „Clean Tech“-Handelsabkommen die Option gesichert, Technologie für Zellkultur-Fleisch aus Israel zu importieren. Erst 2016 hatte die Volksrepublik neue Ernährungsrichtlinien vorgestellt, die den Fleischkonsum im Land  um die Hälfte reduzieren soll und so Gesundheit und Klima zugute kommt.

So wächst das Fleisch heran

Die Methoden zur Produktion von Zellkultur-Fleisch entsprechen im Grunde dem Züchten von Gewebe zu medizinischen Zwecken, wie es sich etwa bei Hauttransplantationen bewährt hat. Zellen aus einem lebenden Tier werden zunächst vermehrt. In großen Bioreaktoren nutzen die Zellen eine Nährlösung, etwa aus Zucker und Mineralien sowie Sauerstoff, und wachsen zu Muskeln, Fett und anderem Gewebe heran.

Der niederländische In-Vitro-Forscher Dr. Mark Post hat das erste Ergebnis dieser Technologie im Jahr 2013 präsentiert. Damals stellte er den ersten Hamburger aus Zellkulturen-Rindfleisch vor. Heute ist Post wissenschaftlicher Leiter der von ihm gegründeten Firma Mosa Meat, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bezahlbares Fleisch aus Zellkulturen herzustellen.

Fleisch und Milch aus Pflanzen

Den Geschmack und die Textur von Fleisch mit Pflanzen imitieren, ohne daß ein Unterschied festzustellen ist – das ist das Ziel von Unternehmen wie Impossible Foods und Beyond Meat. Impossible Foods hat Investitionen in Höhe von 257 Millionen US-Dollar im Rücken, die u. a. von Bill Gates stammen. Das Unternehmen kündigte vor kurzem an, bald eine neue Produktionsanlage in Kalifornien zu eröffnen; die Kapazität wird dann von knapp vier Tonnen im Monat auf rund 450 Tonnen ansteigen. Aushängeschild von Impossible Foods ist der »blutende« Impossible Burger, hergestellt aus Weizen, Kokosnußöl, Kartoffeln und Soja. Dem Unternehmen zufolge benötigt die Herstellung des Burgers 75 % weniger Wasser und 95 % weniger Landressourcen als Rindfleisch. Außerdem verursache er 87 % weniger Treibhausgase.

Auch für Milch wird an pflanzenbasierten Alternativen gearbeitet, welche denselben Geschmack und dieselben Eigenschaften des Tierprodukts aufweisen. Das Unternehmen Perfect Day etwa produziert Milch ganz ohne Kühe. Das Start-up aus San Francisco nutzt dabei einen relativ simplen Fermentationsprozeß, um aus Hefe Milchprotein herzustellen.

Wettlauf um das erste Zellkultur-Fleisch

Inzwischen arbeiten einige Hersteller schon an der Marktreife von Fleisch aus Zellkulturen, beispielsweise SuperMeat, Meat the Future und Future Meat aus Israel. In den USA hat die bereits erwähnte Firma Memphis Meats 2016 das erste Fleischbällchen aus Zellkulturen präsentiert. 2017 folgten Hühner- und Entenfleisch. Dem Unternehmen zufolge nimmt die Herstellung dieser Produkte bis zu 90 % weniger Wasser- und Landressourcen in Anspruch als konventionelle Fleischprodukte. Das Unternehmen will jetzt mehr Mitarbeiter einstellen und die Produktionszahlen erhöhen. Außerdem sollen die Kosten sinken – und zwar auf ein Niveau, das der heute üblichen Fleischproduktion entspricht oder sogar darunter liegt. Der Verkaufsstart der Produkte ist für 2021 geplant.

Am Wettlauf um das erste verkaufsfertige Fleisch aus Zellkulturen beteiligt sich seit kurzem auch das kalifornische Start-Up Hampton Creek, das durch seine vegane Mayonnaise bekannt wurde. Das Unternehmen will bereits 2018 ein entsprechendes Produkt in die Läden bringen – viel früher also als die Konkurrenz. Ob diese Ankündigung eher dem aggressiven Marketing des Unternehmens zuzuordnen ist oder tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Nach eigenen Angaben verhandelt Hampton Creek zudem mit einigen der größten Fleischproduzenten der Welt über eine Lizenzierung seiner Technologie.

An Fischfilets aus Zellkulturen arbeitet unterdessen das Unternehmen Finless Foods. Das erste Produkt des jungen Start-Ups wird roter Thunfisch sein – eine auf der ganzen Welt überfischte Tierart. Der Energieaufwand zu dessen Herstellung wird voraussichtlich sogar niedriger sein als der für  Fleisch aus Zellkulturen, denn Fisch-Zellen benötigen lediglich  Raumtemperatur, während Fleisch-Zellen am besten unter Körpertemperatur gedeihen.

Probleme und Lösungen

Ein Problem für die Hersteller von Zellkultur-Fleisch ist es, Zellen für die Kultivierung am Leben zu erhalten, ohne immer wieder Zellen aus lebenden Tieren entnehmen zu müssen. Einen wichtigen Durchbruch auf diesem Gebiet haben kürzlich amerikanische Forscher erzielt: Sie erzeugten eine »unsterbliche« Art von Zellen. Mit dieser läßt sich innerhalb von etwa zwei Wochen ein kleines Puten-Nugget züchten – ohne auf  ein lebendes Tier als »Zellreserve« zurückzugreifen. Die Geschwindigkeit ist beeindruckend: Putenfleisch auf konventionelle Weise »herzustellen« dauert von der Aufzucht bis zum Tod des Tieres etwa sechs Monate. Zudem verbraucht das Tier zahlreiche Ressourcen allein beispielsweise für die Bewegung und den Skelettbau. Nicht zuletzt diese Tatsache verdeutlicht das enorme Potential der neuen Technologie .

Der Preis entscheidet

Fleisch aus Zellkulturen muß so günstig hergestellt werden können, daß die Produkte gegenüber konventionell hergestelltem Fleisch wettbewerbsfähig sind. Der erste, 2013 von Mark Post vorgestellte Burger kostete noch rund 330.000 US-Dollar. Doch die weitere Entwicklung läßt hoffen: Memphis Meats produziert mittlerweile zu einem Fünfzigstel dieses Preises. Post selbst schätzt, daß die Burger seines Unternehmens Mosa Meat im Jahr 2020 etwa 10 Dollar pro Stück kosten werden – und fünf Jahre später so viel wie der günstigste konventionelle Fleischburger auf dem Markt.

Das Problem Nährlösung

Die Kosten sind derzeit auch deshalb noch so hoch, weil ein wesentlicher Stoff nur sehr begrenzt erhältlich ist: Als Nährlösung für die Zellkulturen dient bislang meistens Kälberserum. Es wird aus dem Blut von ungeborenen Tieren im Mutterleib gewonnen und regt die Zellen zur Teilung an. Daß dies aus ethischen und auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht das Mittel der Wahl sein kann, liegt auf der Hand. Die WissenschaftlerInnen von Hampton Creek untersuchen daher bereits alternative Methoden. Ihnen zufolge könnten etwa auch Stoffe aus Pflanzen die Zellen in vergleichbarer Weise dazu anregen, sich zu vermehren.

Sauberer als Massentierhaltung

Fleisch aus dem Labor – das mag für viele abstoßend klingen. Emily Byrd vom Good Food Institute aber gibt zu bedenken, daß diese Art der Fleischproduktion „sicher, sauber und effizient“ ist – im starken Kontrast zur industriellen Massentierhaltung, die zudem ethisch völlig inakzeptabel ist: „Hühner wachsen dort sechs bis sieben Mal schneller als sie es in der Natur tun würden. Kühe geben bis zu 10 Mal mehr Milch als es natürlich wäre (…). Fast alle Fleischprodukte werden mithilfe künstlicher Befruchtung und hohen Dosen wachstumsfördernder Medikamente hergestellt.“ Demgegenüber sei es doch nur natürlich, Zellen sich einfach teilen und wachsen zu lassen.

Wie steht es um die Akzeptanz?

„Sobald es sauberes Fleisch gibt, das preislich mit konventionell hergestelltem Fleisch konkurrieren kann, wird das der Anfang vom Ende aller Leiden sein, die mit der industriellen Landwirtschaft in Verbindung stehen“, prophezeit Bruce Friedrich, Leiter des Good Food Institute. Ob das zutrifft, hängt auch von den VerbraucherInnen ab. Werden sie sich an den Gedanken gewöhnen können, Fleisch aus Zellkulturen zu essen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Umfrage des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten sieht „im c eine von vielen möglichen Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion“ und ist nicht grundsätzlich abgeneigt.

Fazit: Deutschland muß nachziehen

Die Innovationen im Bereich der Nahrungsmitteltechnologie machen Hoffnung: Setzten sie sich durch, würde das nicht nur Tierleid erheblich mindern, sondern auch die Umwelt und die natürlichen Ressourcen schonen. Deutschland scheint die Zeichen der Zeit jedoch zu verschlafen.  Mit Dringlichkeit hat der Philosoph Richard David Precht in seinem sehenswerten Vortrag beim diesjährigen „Zukunftsdialog Agrar und Ernährung“ der ZEIT den Finger in die Wunde gelegt: Wenn Deutschland nicht zügig auf den Zug der alternativen Fleischherstellung aufspränge, würde zukünftig nicht mehr der deutsche Bauer China mit Fleisch beliefern – sondern das Silicon Valley.


09.10.2017

Süße Mischlings-Welpen suchen guten Lebensplatz:

Diesen Hilferuf zu einer privaten Welpenvermittlung haben wir kürzlich von einer guten Bekannten erhalten und leiten ihn gerne weiter:

„Hallo! Wir sind zu haben und suchen ein gutes Zuhause. Unsere Mama und Papa sind beide Puli-Terrier-Mischlinge. Unsere Mama ist sehr kinderlieb und verspielt – so wie wir natürlich auch. Wir wachsen gemeinsam mit lieben Kindern und Katzen auf. Ab Ende Oktober 2017 suchen wir neue Menschen, die für uns sorgen wollen. Schon jetzt kannst Du uns in Wien 14 kennenlernen“:

Agnes Vecsei, 1140 Wien, Tel : 0650-2581757


02.10.2017

Fohlenauktion Maishofen: Wieder 10 Fohlen gerettet!

Letzten Mittwoch war ANIMAL SPIRIT – wie angekündigt - wieder in Maishofen auf der Noriker-Hengstfohlen-Versteigerung. Zehn konnten wir dabei freikaufen und somit heuer bereits 31 (!) Fohlen das Leben retten. Zwei weitere große Fohlen-Auktionen – am kommenden Freitag in Stadl Paura und am 24.10. wieder in Maishofen – liegen aber noch vor uns. Für Freitag wurden bislang acht Fohlenplätze bei uns angemeldet.

Die zehn Noriker aus Maishofen sind inzwischen alle wohlbehalten auf ihren - bereits zuvor ausgewählten und mit Schutzvertrag übergebenen - Privatplätzen in Deutschland und Österreich angekommen. Wir kooperieren hierbei mit einem kleinen und sehr verläßlichen - auf Fohlen spezialisierten – Transport-Unternehmen. Die übrigen führen wir selber auf ihre neuen Plätze. So konnten wir in den letzten 15 Jahren auf diversen Fohlen-Versteigerungen bereits weit über 700 Tierkindern das Leben retten!

Die restlichen mehr als 100 Hengstfohlen dieser letzten Auktion in Maishofen haben sich leider die gerade mal 4 anwesenden Viehhändler unter sich aufgeteilt – und dabei teilweise horrende Preise von bis zu 1000,- € pro Fohlen dafür hingelegt. Ausgenommen wenigstens noch drei weitere Noris, die von der deutschen Orga "Tierrettung Grenzenlos" freigekauft worden sind. Und da wir acht von unseren zehn bereits vor der Versteigerung freikaufen konnten, waren sie erstens etwas günstiger (zwischen 600 und 900,- für einen Tigerscheck) und zweitens haben wir ihnen wenigstens den Streß der Versteigerungshalle erspart.

Wer uns für die verbleibenden zwei Fohlen-Versteigerungen noch finanziell unterstützen will, damit wir noch möglichst viele weitere retten können, kann das HIER tun. Besten Dank!

PS.: Übrigens wird eines der acht Fohlen, welche wir kommenden Freitag freikaufen werden, am Gnadenhof Esternberg „übernachten“ und Teil des ZDF-Drehs für „Das Haustiercamp“ sein – siehe nächster Beitrag!


02.10.2017

Neuer Kino-Dokfilm „Das System Milch“

Der Südtiroler Dokumentarfilmregisseur Andreas Pichler zeigt, daß sich hinter dem unschuldig anmutenden Lebensmittel ein milliardenschweres Industriegeflecht verbirgt.

Fast auf jeder Milchpackung sehen wir das Bild glücklicher Kühe, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Milch ist ein gefragter Rohstoff, mit dem knallhart gehandelt wird. Dieser Dokumentarfilm über die Welt der Milch wirft einen Blick hinter die Kulissen. Wir treffen Landwirte, Industrielle, Wissenschaftler und anderen Experten, um die Frage zu beantworten, welche weitreichenden Folgen das große Geschäft mit der Milch hat - auf die Tiere, auf die Umwelt und auf uns Menschen selbst. DAS SYSTEM MILCH ist eine cineastische Reise über mehrere Kontinente, die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt.

Dazu passend ein von PETA heimlich gedrehtes Video aus einer Holstein-Kuhherde, wo die „überflüssigen“ – wahrscheinlich vorwiegend männlichen – Kälber einfach von ihren Müttern brutal weggeschliffen werden – zum „Entsorgen“…
 


02.10.2017

ORF: Weniger Fleisch, weniger Resistenzen

Immer mehr Bakterien werden unempfindlich gegen Antibiotika. Schuld daran ist auch der massive Einsatz in der Nutztierhaltung. Forscher plädieren nun für globale Regulierungen, Nutzungsgebühren und dafür, den Fleischkonsum drastisch einzuschränken. Was hat der Fleischkonsum mit Antibiotikaresistenzen zu tun? Mehr als man denkt. Der große Hunger nach tierischem Protein ließ den Einsatz der Medikamente in der Tiermast explodieren. Weltweit werden jährlich mehr als 130.000 Tonnen verbraucht (Referenzjahr 2013), das meiste davon in China, den USA und Brasilien. In den USA landen heute fast 80 Prozent aller verwendeten Antibiotika in der Tierhaltung. In Österreich werden vergleichsweise wenige an Nutztiere verfüttert, laut dem Resistenzbericht AURES waren es 2015 46 Tonnen.

Tiere auf engem Raum

Unter anderem sollen Antibiotika das Wachstum befördern. Das haben US-amerikanische Bauern bereits in den 1950ern entdeckt. In der Europäischen Union ist der Einsatz als Wachstumsmittel heute offiziell verboten. Aber auch hier brauchen die Nutztiere, die häufig auf engstem Raum leben, die Medikamente zur Behandlung von Krankheiten. Sicherheitshalber erhält oft gleich die ganze Herde die Therapie. Manchmal werden die Mittel sogar vorsorglich verabreicht.

Dieser enorme Antibiotika-Verbrauch in der Tierhaltung soll dazu beitragen, daß immer mehr Keime nicht mehr auf die einstigen Wundermittel reagieren. Vor einem Jahr bezeichnete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Verwendung von Antibiotika in der Tiermast als eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung dieser Resistenzen.

Noch ist kein Ende der Praxis in Sicht, dabei sei es allerhöchste Zeit zu handeln, schreiben die Forscher um Thomas Van Boeckel von der ETH Zürich in ihrer aktuellen Arbeit. Denn wenn nicht eingegriffen wird, könnte der weltweite Verbrauch von Antibiotika bei Tieren bis 2030 noch weiter steigen, auf über 200.000 Tonnen. Besonders in Ländern, die erst jetzt zunehmend auf intensive Tierhaltung setzen, werden mehr Mittel nötig werden.

Ein kleiner Burger pro Tag

Die Autoren nennen drei konkrete Maßnahmen, mit denen sich die Verwendung insgesamt um bis zu 80 Prozent drosseln ließe: Erstens sollte der Einsatz reguliert werden: Pro Kilogramm produziertem Fleisch sollten nur 50 Milligramm Antibiotika erlaubt sein. In manchen europäischen Ländern ist das heute schon der Fall. Global könnte das eine Reduktion um 64 Prozent bringen.

Zweitens sollte der Fleischkonsum eingeschränkt werden: Weltweit sollte jeder nur so viel Fleisch zu sich nehmen, wie sich in einem einfachen Fast Food-Burger befindet. Das sind etwa 40 Gramm. Zum Vergleich: US-Amerikaner konsumieren im Durchschnitt 260 Gramm Fleisch täglich, Österreicher etwas weniger als 180 Gramm. Die Beschränkung könnte die globale Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung um 66 Prozent reduzieren.

Drittens sollten die Medikamente teurer werden: Eine Nutzungsgebühr, die etwa 50 Prozent des Verkaufspreis beträgt, könnte in die Entwicklung von alternativen Medikamenten gesteckt werden. Das würde laut den Autoren eine Antibiotika-Reduktion um 31 Prozent bringen.


02.10.2017

TIERE UND ANDERE MENSCHEN - Ein zärtlicher Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Ab 13. Oktober 2017 österreichweit im Kino!

Der Dokumentarfilm TIERE UND ANDERE MENSCHEN erzählt über das gegenwärtige Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Das Wiener Tierschutzhaus beherbergt 1.000 tierische Schützlinge, von ausgesetzten Haustieren, konfiszierten Exoten bis zu Wildtieren, die aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt wurden. Trotz allem aber ist es ein Ort voller Hoffnung, der den Rahmen für eine Vielzahl beklemmender wie humorvoller Geschichten bildet. Regisseur Flavio Marchetti wirft in seinem ersten Kinodokumentarfilm einen zärtlichen Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier und einen kritischen Blick auf ein gesellschaftliches System, das die Tiere dahin befördert hat, wo wir sie antreffen.

Weitere Informationen und Termine zum Kinostart finden Sie unter

www.tiere-und-andere-menschen.at; www.facebook.com/tiereundanderemenschen; www.instagram.com/tiereundanderemenschen

Kontakt, Begleitveranstaltungen & Spezialvorstellungen: Konradin Schuchter | T +43 664 5103434 | schuchter@labandafilm.at

Verleih Österreich: Polyfilm Verleih, +43 (0)1 581 39 00 20 | poyfilm@polyfilm.at | verleih.polyfilm.at

 

Dazu passend: Kurz-Video über Außergewöhnliche Tierfreundschaften

Und die Videosequenz über Tierisch-menschliche Umarmungen


25.09.2017

Heutige APA-OTS-Aussendung: „Schlachtfohlen“-Auktionen wieder in vollem Gang

ANIMAL SPIRIT: Heuer bereits 21 Haflinger-Fohlen in Tirol freigekauft

Seit 27. August (Mauterndorf/Sbg.) finden wieder die allherbstlichen „Schlachtfohlen“-Versteigerungen in Österreich und Bayern statt. Letzten Freitag war der traditionelle „Rösslmarkt“ im Salzburger Abtenau, der erste größere Norikerfohlen-Markt dieses Jahr. ANIMAL SPIRIT wird übermorgen Mittwoch am Noriker-Hengstfohlenmarkt im Salzburger Maishofen präsent sein – wahrscheinlich wieder als einzige Tierschutz-Organisation – und dort mindestens zehn Fohlen freikaufen, welche ansonsten zum Schlachthof nach Italien oder in andere Länder gekarrt werden würden; für alle wurden bereits im Vorfeld gute private Plätze organisiert, an die sie per Schutzvertrag (keine Züchtung, keine Schlachtung etc.) abgegeben werden.

Schon vor zwei Wochen - sowie vorgestern Samstag - hat ANIMAL SPIRIT die ersten 21 Haflinger-Fohlen in Tirol freigekauft und an ausgesuchte Privatplätze nach Deutschland und Österreich gebracht, wo sie mittlerweile alle wohlbehalten angekommen sind. Bereits seit 15 Jahren ist ANIMAL SPIRIT bei den diversen Fohlen-Versteigerungen vertreten und konnte so mittlerweile weit über 700 Tierkindern das Leben retten. Die größten Noriker-Auktionen sind jeweils in Maishofen (Bundesland Salzburg), heuer wieder am 27.9. bzw. am 24.10. Bei einer weiteren Norikerfohlen-Versteigerung werden wir am 6.10. in Stadl Paura (OÖ) präsent sein.

Fast 200 Noriker-Hengstfohlen gehen kommenden Mittwoch zur Versteigerung

Für die meisten der bislang 182 in Maishofen zur Versteigerung angemeldeten Noriker-Hengstfohlen und Jährlinge beginnt übermorgen Mittwoch das Drama ihres Lebens, wenn sie zuerst – meist noch an der Seite ihrer Mutter – von der Alm in die laute, enge Versteigungshalle getrieben werden, dann brutal von der Mutter getrennt und auf einen der vielen LKWs der zahlreich anwesenden Viehhändler gezwungen werden. Dazu Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT: „Von der Auktion geht es mit den panischen Pferdekindern meist direkt nach Italien, entweder zu einer Zwischen-Maststation, um noch mehr Geld für die Fohlenfleisch-„Gourmets“ einzubringen, oder gleich direkt zum Schlachthof. Das jüngste von ihnen ist auch heuer noch nicht einmal vier Monate alt (!), viel zu jung, um schon von seiner Mutter getrennt zu werden. Und das trotz mehrmaliger Ankündigungen der Zuchtverbände, keine Fohlen unter sechs Monaten mehr zu den Versteigerungen zuzulassen. Gesetzliche Regelungen darüber gibt es – trotz Tausender Petitions-Unterschriften an das ÖVP-Landwirtschafts-Ministerium – leider bis heute keine.“

Subventionen und Überproduktion machen Fohlen erst zu „Schlachtvieh“

Die immer gleichen Gründe für die alljährliche Überproduktion von Haflinger- und v.a. den Norikerfohlen ist zum einen die Empfehlung, daß Stuten jedes Jahr gedeckt werden – also nicht „leer stehen“ – sollen und die Fohlen den Sommer über gerne als Touristen-Attraktionen auf den Almen präsentiert werden; zum anderen entsprechen nur wenige der geborenen Fohlen den „Schönheitsidealen“ der Zuchtverbände und dürfen nur am Leben bleiben, wenn sie weiter zur Zucht verwendet werden oder überdurchschnittlich viel Geld einbringen.

Dr. Plank weiter: „So werden immer noch ca. 80 Prozent der wenige Monate alten – v.a. männlichen - Fohlen dieser beiden Rassen nach Italien oder sonstwohin gekarrt und zu „Rösslbraten“, Fohlen-Steaks oder Leberkäse verarbeitet, wenn nicht wir von ANIMAL SPIRIT oder andere Tierschützer sie freikaufen würden. Dazu kommen noch diverse EU- und AMA-Subventionen aus Steuergeldern bzw. Prämien der Zuchtverbände, wie etwa für die - angeblich aussterbende – „Nutztierrasse“ Noriker, sowie Deckprämien bzw. für sog. „Elitefohlen“, wodurch die Weiterzucht erst richtig rentabel wird. Wann wird diese unsinnige Förderpraxis der Fohlenfleisch-Produktion endlich aufhören und statt dessen z.B. in artgerechte Tierhaltung, Aufklärung über gesunde, tierleidfreie Ernährung oder auch in die Erhaltung dieser wunderbaren Noriker-Rasse für Freizeit-Zwecke investiert?“


25.09.2017

Eselprojekt Hurghada: Nachlese als Youtube-Video

Wie in unserem letzten Newsletter ausführlich berichtet, war ja kürzlich ein Team von ANIMAL SPIRIT zu Besuch im großartigen Eselprojekt „Bluemoon“ von Monique Carrera mit dem „Wüsten-Gnadenhof“ in Hurghada/Ägypten. Jetzt haben wir darüber auch noch einen 5-minütigen Videobericht zusammengestellt, den Sie HIER aufrufen können. Zum Schluß der Interviews mit Dr. Franz-J. Plank und Monique Carrera sieht man auch noch die Freilassungen, einerseits des gestrandeten und gesund gepflegten Schwarzmilans und andererseits der frisch kastrierten „Hotelkatzen“. Immerhin hat Bluemoon heuer bereits mehr als 750 Straßenhunde und –Katzen kastriert (neben unzähligen sonstigen Gratis-Behandlungen) und damit wesentlich zur Eindämmung des Streunerproblems in der Region beigetragen.

Daß auch fast keine Arbeitsesel mehr auf den Straßen von Hurghada zu sehen sind, ist ebenfalls u.a. auf die jahrelange Aufklärungsarbeit von Bluemoon zurückzuführen. Den geretteten restlichen Eseln am Gnadenhof geht es bestens, wie wir erst kürzlich selber erleben durften. Wir werden also Monique und ihr Team weiterhin nach Kräften unterstützen und ersuchen daher auch unsere SpenderInnen, uns wieder dabei zu helfen. Besten Dank!


25.09.2017

Neuer Kinofilm „The End of Meat“ („Das Ende von Fleisch“)

Wie sähe unsere Welt aus, würden wir kein Fleisch mehr essen? In THE END OF MEAT wagt Filmemacher Marc Pierschel den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Dabei begegnet er Esther, einem Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellte, spricht mit den Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten "Nutztieren" in Freiheit, trifft auf WissenschaftlerInnen, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll und vieles mehr. The End of Meat zeigt eindrucksvoll die versteckten Auswirkungen des Fleischkonsums, untersucht die Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise und wirft kritische Fragen über die zukünftige Rolle der Tiere in unserer Gesellschaft auf.

Regisseur Pierschel interviewt Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge darzulegen. Außerdem beschäftigt Pierschel sich mit einer Reihe Fragen, die geklärt werden müssen, bevor eine fleischfreie Gesellschaft Realität werden kann: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Wie wird künstliches Fleisch hergestellt? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

Läuft derzeit in verschiedenen Kinos, aber vorläufig leider nur in Deutschland, siehe www.filmstarts.de

Siehe dazu auch der interessante Beitrag zu tierleidfreiem „Kulturfleisch – Ernährung der Zukunft?“ auf www.frauenzimmer.de:

Fleisch aus dem Labor – für viele einen Versuch wert

Die Nachfrage nach Fleisch ist trotz gegenläufiger Trends ungebrochen. Die dadurch entstehenden Umweltbelastungen wie die Massentierhaltung und der ständige Einsatz von Antibiotika im Stall bringen den Fleischkonsum immer wieder in die Kritik. Doch dank modernster Technik könnte Kunstfleisch die ideale Alternative sein. Entwickelt wurde das künstliche Fleisch von Forschern von der Universität Maastricht. Aus einem Rindermuskel werden dafür Stammzellen entnommen und im Labor immer weiter vermehrt.

Einige Vegetarier verzichten nicht aus rein geschmacklicher, sondern aus ethischer Überlegung auf den Verzehr von Fleisch. Alternativen gibt es viele, doch mal überzeugt die Konsistenz nicht, mal das Aroma. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, könnte also in Zukunft auf die Kunstfleisch Alternative aus dem Labor zurückgreifen. Bis ein ganzes Steak auf dem Teller liegt, wird es noch lange dauern. Doch bereits in drei Jahren wollen die Forscher „Kunsthackfleischburger“ in die Supermärkte bringen!


19.09.2017

Besuch bei den Eseln im Bluemoon Animal Center in Hurghada, Ägypten

Nach nunmehr 2 Jahren hat ein Team von Animal Spirit wieder dem ägyptischen Eselprojekt in Hurghada von unserer Partner-Organisation „Blue Moon“, geleitet von der Schweizerin Monique Carrera, einen Besuch abgestattet und es hat sich seit damals einiges getan: Neue Gehege wurden im „Wüsten-Gnadenhof“ außerhalb von Hurghada errichtet bzw. ausgebaut, noch mehr gerettete Tiere wurden darin aufgenommen (u.a. 32 Esel, 1 Kamel, 1 Pferd, 1 Muli, 2 Schafe, 92 Hunde, 85 Katzen, ca. 50 Gänse und Enten, 5 Schildkröten, 2 Grüne Meerkatzen und sogar 1 junger Findelfuchs, der einen Hundewelpen als Spielgefährten ins Gehege bekommen hat). Und gerade an dem Tag, wo wir zu Besuch sind, wird ein vor kurzem in der Wüste gestrandeter Wander-Falke vom Gnadenhof aus – inzwischen genesen - wieder freigelassen (siehe Fotos unten).

Durch die langjährige Aufklärungs- und Lobbyarbeit von Blue Moon sind heutzutage fast keine Arbeits- und Straßenesel mehr in Hurghada zu sehen – auch weil die lokale Regierung das mittlerweile untersagt hat. Die meisten Esel sind daher entweder auf eine Farm am Nil oder eben in den Wüsten-Gnadenhof von Monique gebracht worden. Oft wurden sie einfach nur vor dem Tor abgeladen, ohne daß die Regierung auch nur ein Pfund dafür bezahlt hätte. Viele der armen Tiere, die ihr Leben lang mit wenig und schlechtem Futter und ohne jemals tierärztlich behandelt oder auch nur entwurmt worden zu sein, auf den heißen staubigen Straßen geschuftet haben, waren dann oft so ausgelaugt und krank, daß sie selbst unter der liebevollen Behandlung des Blue Moon-Teams nicht mehr lange gelebt haben. Manche mußten daher auch eingeschläfert werden, weil ein Weiterleben nur mit großen Schmerzen und/oder unheilbaren Krankheiten verbunden gewesen wäre.


19.09.2017

Die Esel im Bluemoon-Gnadenhof sind wohlauf, aber benötigen weiterhin unsere Hilfe

Die 32 Esel, die jetzt noch am Gnadenhof sind, freuen sich ihres Lebens und genießen ihren wohlverdienten Ruhestand. Dank der speziellen, aus Deutschland importierten Entsalzungsanlage (siehe Foto unten), die auch wir von Animal Spirit  - dank vieler SpenderInnen – mitfinanziert haben, ist jetzt immer genügend Trinkwasser am Hof vorhanden – für Tier und Mensch! Sie funktioniert nach wie vor sehr gut, nur ist gerade erst die Wasserpumpe wieder einmal kaputt gegangen und es mußte eine neue aus Deutschland nachgekauft werden (um über 20.000,- €, inkl. Transport und Montage!) –  ohne Wasser kein Leben, v.a. nicht in der Wüste…

Was Monique allerdings momentan zusätzlich große Sorgen bereitet, sind die extrem stark gestiegenen Preise von praktisch allen Gütern des täglichen Bedarfs in Ägypten in den letzten beiden Jahren – oft fast um das Doppelte. Das betrifft sowohl das Benzin, als auch sämtliche Futtermittel wie Stroh, Heu, Gemüse, Hunde – und Katzenfutter. Und v.a. dafür ersucht Monique uns wieder dringend um Spenden – aber nicht nur dafür!


19.09.2017

Hunde- und Katzen-Tierklinik in Hurghada platzt buchstäblich aus allen Nähten

Was an Behandlungs- und Klinikarbeit für die Esel weniger geworden – bis auf einige Ausnahmen – hat in diesen letzten beiden Jahren an Kastrations- und Behandlungsarbeit v.a. für die Straßenhunde und – Katzen zugenommen. Monique hat dafür ihre große Wohnung in der Stadt praktisch zur Gänze in ein Tier-Hospital umgebaut – praktisch jeder noch so kleine Raum ist voll mit rekonvaleszenten, frisch operierten oder Quarantäne-Tieren. Sie betreibt so mit mittlerweile vier (!) TierärztInnen, die in 2 Teams arbeiten, die einzige funktionierende Tierklinik in Hurghada, noch dazu mit Gratis-Behandlungen und Kastrationen für die unzähligen armen Straßentiere! Monique nennt das auf ihrer facebook-Seite (Bluemoon Animalcenter Hurghada) OAH – Open Animal Hospital.

Hier werden tlw. sogar sog. „Besitzertiere“ kostenlos behandelt, wenn es sich bei den Haltern um Leute aus ärmlichen Verhältnissen handelt, oder sie ein Straßentier aufgenommen haben. So sind allein heuer schon mehr als 750 Straßen-Hunde und -Katzen kastriert worden, über 1400 Tiere behandelt, darunter auch etliche aufgefundene und verletzte Wildtiere. Und jedes Jahr werden es noch mehr. Um den ganzen Betrieb aufrecht zu erhalten hat das Animal Center mittlerweile insgesamt 20 Angestellte – auch das kostet viel Geld, weil wegen der Inflation auch die Löhne stark gestiegen sind! Und für die nötigen Medikamente braucht sie alleine ca. 3000,- € pro Monat!


19.09.2017

Dringend Spenden für neue Quarantänestation benötigt!

Was diese sich rasant entwickelnde Tierklinik in Hurghada aber dzt. am dringendsten bräuchte wäre eine geeignete und genügend große Quarantänestation. Die derzeitige provisorische ist heillos überfüllt und in hygienisch bedenklichem Zustand. Denn praktisch täglich kommen neue Notfälle hinzu oder werden Tiere einfach vor der Türe des AnimalCenters „entsorgt“. Wie kann man da aber immer Nein sagen, wenn man in die Augen dieser gestrandeten Tiere sieht, deren letzte Hoffnung eben meist nur die aufopfernden Menschen im Bluemoon Center sind?

Wir von Animal Spirit haben daher beschlossen, dieses großartige Projekt auch weiterhin nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen, auch wenn sich der Schwerpunkt etwas weg von den Eseln und hin zu den Straßen-und Wildtieren hin entwickelt hat. Besonders dieser Quarantäneraum ist uns ein Anliegen, weil wir erst gestern die besorgniserregenden und engen Zustände sehen mußten, unter denen einige dieser geretteten Tiere jetzt noch leben müssen – wenn auch nur vorübergehend (siehe 2. Foto unten). Diese Station würde nach groben Schätzungen von Monique um die 3000,- € kosten, für uns Europäer quasi ein „Schnäppchen“, für Ägypten eben doch sehr viel Geld. Als erste Nothilfe haben wir Monique gleich mal 500,- € übergeben, aber das reicht natürlich bei weitem nicht. Wir sind daher für jede Spende dankbar und werden diese gleich an Bluemoon Hurghada weiterleiten. Vielen Dank!

Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann Animal Spirit

PS.: Als „Draufgabe“ haben wir in dem Hotel, wo wir untergebracht sind, heute früh gleich mal 2 Katzen eingefangen und zum Kastrieren in die Bluemoon-Tierklinik gebracht; heute Nachmittag waren sie auch schon fertig und wir durften sie wieder in ihre gewohnte Freiheit im großzügigen Hotelgelände entlassen, wo sie von diversen Gästen gut versorgt werden (siehe letzten beiden Fotos unten). Morgen werden wir versuchen, noch weitere zwei Katzen einzufangen und ebenfalls kastrieren zu lassen, bevor am Donnerstag der Rückflug nach Österreich ansteht.


11.09.2017

Heuer bereits 17 Fohlen freigekauft!

Letzte Woche haben wir ja schon von den ersten 12 freigekauften Haflingerfohlen berichten können (siehe unser letzter Newsletter) und diese Woche sollen es nochmal mindestens fünf weitere werden. Sie kommen ebenfalls nach Österreich (Tirol) und Deutschland (Sauerland), wo sie jeweils auf guten Privatplätzen aufgenommen werden. Wir sorgen ja immer dafür, daß sie – gegen Schutzvertrag – auf gute Plätze vermittelt werden, einige Beispiele von den letzten Jahren können Sie in unserem aktuellen Mailing nachlesen.

Leider fehlen uns bei den Norikerfohlen noch einige gute Plätze, denn die Versteigerungen für diese wunderschönen und gutmütigen Pferdekinder beginnen erst so richtig in der zweiten Septemberhälfte. ANIMAL SPIRIT wird sicher zweimal in Maishofen (Sbg.) und auch in Stadl Paura (OÖ) vertreten sein und wieder versuchen, so viele wie möglich zu retten! Bitte helfen Sie uns dabei: erstens noch genügend private Plätze zu finden und zweitens durch eine Spende für die vielen Freikäufe, die Transporte und die Organisation. Herzlichen Dank!

Informationen bzw. Anmeldungen bitte an tanja@animal-spirit.at oder unter (+43) 02774-29330.


11.09.2017

www.sonnenseite.com: Killer-Keime aus dem Stall

Im Kampf gegen multiresistente Keime müssen Mediziner immer öfter auf Reserveantibiotika zurückgreifen. Ausgerechnet diese Notfallmittel setzen Tierärzte auch in der Massentierhaltung ein. Das Problem: Je öfter diese Mittel eingesetzt werden, desto eher verlieren sie ihre Wirkung. Und schon jetzt erkranken allein in Deutschland jedes Jahr etwa eine halbe Million Menschen an multiresistenten Keimen. Was, wenn die Antibiotika nicht mehr helfen?

ZDF Mediathek| planet e

Der ehemalige Tierarzt Rupert Ebner kämpft seit Jahren gegen den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermast. Doch weil den Bauern das Wasser bis zum Hals steht und die Veterinäre mehr Geld durch den Verkauf von Medikamenten als durch ihre Diagnose verdienen, steckt der Fehler für ihn im System. Dabei wäre es möglich, in der Tiermast ohne die Notfallmittel auszukommen.

Wie das geht, zeigt unser Nachbarland Dänemark. Nachdem Wissenschaftler dort nachgewiesen hatten, daß Keime aus der Tiermast für mindestens vier Todesfälle im Land verantwortlich waren, hat der Druck aus der Bevölkerung zu einem Umdenken bei den dänischen Schweinemästern und Fleischverkäufern geführt. Sie versuchen weltweit einen neuen Markt zu schaffen für Fleisch von Schweinen, die zwar nicht nach Ökorichtlinien, aber garantiert ohne Antibiotika großgezogen wurden. Zwar sind noch nicht alle dänischen Schweinemäster von dem Modell überzeugt, aber alle haben sich zusammen mit den Tierärzten verpflichtet, auf den Einsatz von Reserveantibiotika zu verzichten.

In Deutschland dagegen ist der Verbrauch von Antibiotika in der Tiermast in den vergangenen Jahren zwar deutlich zurückgegangen, doch gerade der Einsatz der für den Menschen wichtigen Reserveantibiotika ist seit 2011 kaum weniger geworden. Mit verheerenden Folgen: Resistente Keime können aus den Ställen in die Umwelt gelangen und für Menschen tödlich sein. Mittlerweile ist ein Großteil unseres Schweine- und Hähnchenfleischs mit solchen Keimen besiedelt. Doch selbst Gemüse ist nicht mehr sicher. Denn die Bakterien breiten sich immer weiter aus. Über die Gülle gelangen sie vom Stall auf die Felder, und Menschen können sich infizieren.

Nur mit neuen Antibiotika oder mit Alternativtherapien - wie der Ansatz aus Georgien, Bakterien mit bestimmten Viren zu bekämpfen -, ist die Lage in den Griff zu bekommen. Noch allerdings ist diese Therapieform in Deutschland verboten. Obwohl sie seit 100 Jahren erfolgreich angewandt wird. Grund sind die strengen Zulassungsbestimmungen der EU. "planet e." zeigt den erschreckenden Ist-Zustand im eigenen Land.


11.09.2017

wildbeimwild.com: Wolfsrudel sind gut für den Wald

Vorbemerkung: Während in Österreich Wölfe nur wenig Chancen zum Überleben haben und Zeitgenossen wie der niederösterreichische Landesjägermeister und ehemalige ÖVP-Hyposkandal-Finanzminister Josef Pröll sowie weitere Lustmörder (auch genannt Jäger) regelmäßig zum Halali auf den Abschuß sämtlicher Wölfe blasen, ist man in der benachbarten Schweiz froh, wieder mehr Wolfsrudel in den Wäldern zu haben. Diese Entwicklung wird sogar von den Forstbehörden gefördert:

Unter Nutztierhaltern und Jägern hat der Wolf wenige Freunde – bei Förstern ist er um so beliebter. Wolfsrudel können helfen, zu große Hirsch- und Rehpopulationen zu kontrollieren. Erste Belege dafür gibt es am Calanda-Massiv im Churer Rheintal. Wie an vielen Orten der Schweiz bedrängen zu viele Hirsche und Rehe auch in Graubünden die Wälder. Der Jungwuchs stirbt ab, weil er angefressen wird. Die Wälder drohen zu überaltern und werden instabil. Im Berggebiet ist das besonders problematisch, haben Wälder dort doch oft eine Schutzfunktion vor Lawinen, Steinschlägen und Erdrutschen.

In Graubünden gelten 60 Prozent der Wälder als Schutzwälder – und sie stehen unter Druck. „Wir haben Zustände, die langfristig nicht tolerierbar sind“, sagt der Leiter des Amtes für Wald und Naturgefahren, Kantonsförster Reto Hefti. 21 Prozent des Schutzwaldes hätten Verjüngungsprobleme wegen Verbiß. Die Schutzfunktion des Waldes könnte nachhaltig gestört werden.

Lag im Alpenkanton im Jahr 2000 der Frühlingsbestand der Hirsche bei geschätzten 12600 Tieren, kletterte die Zahl 2011 auf 14000 und diesen Frühling auf 16500. Bei den Rehen, deren Bestände nicht erhoben werden, dürfte die Entwicklung ähnlich sein. Mit dazu beigetragen haben die milden Winter der letzten Jahre.

Rudel reißt 300 Wildtiere im Jahr

Eine Ausnahme bildet die Region am Calanda-Massiv zwischen Churer Rheintal und St. Galler Taminatal. Dort bildete sich 2011 das erste Wolfsrudel der Schweiz. Seither nahm die Zahl der Hirsche im Jagdgebiet der Wölfe nach Angaben des Bündner Amts für Jagd und Fischerei um ein geschätztes Drittel ab, während sie im ganzen Kanton um 18 Prozent zunahm.

Bei Reh und Gemse ist auch ein Rückgang da, er bildet sich aber weniger deutlich ab. Insgesamt reißt das etwa zehnköpfige Rudel jedes Jahr an die 300 Hirsche, Rehe und Gemsen. Die Dezimierung der Wildpopulationen sollte sich nach Ansichten von Forstfachleuten positiv auf die natürliche Verjüngung des Waldes auswirken. Statistisch nachweisen könne man das am Calanda aber noch nicht, sagt Kantonsförster Hefti. Der Wald entwickle sich eben in ganz anderen zeitlichen Dimensionen als Mensch und Tier.

„Der gesunde Menschenverstand sagt allerdings, daß weniger Hirsche weniger Jungbäumchen fressen“, meint Hefti. Er gehe davon aus, daß sich ein positiver Einfluß des Wolfs in ein paar Jahren wissenschaftlich bestätigen lassen werde. Bereits bestätigt ist ein solcher Effekt beim Luchs.

Forstingenieure wollen mehr Wölfe

Der Schweizerische Forstverein (SFV), der Berufsverband der Forstingenieure, forderte bereits vor fünf Jahren, die natürliche Einwanderung und Ausbreitung des Wolfes zuzulassen. „Wo Luchs und Wolf regelmäßig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt“, hielt der SFV 2012 fest.

Diese Position vertritt auch das Bündner Amt für Wald im neuen Waldentwicklungsplan 2018+, der sich in der Vernehmlassung befindet. „Großraubtiere sind aus forstlicher Sicht willkommen“, heißt es darin. Die „Ausbreitung von Großraubtieren auf noch nicht besetzte Gebiete im Kanton“ wird explizit begrüßt. Erwartet wird eine „maßgebliche Entlastung der Wildschadensituation“. Positiv auswirken werde sich nicht nur die Verkleinerung der Wildbestände, sondern auch der Einfluß der Wölfe auf die Verteilung des Wildes im Wald.

Wieder mehr Weißtannen

„Das Wild bewegt sich mehr, steht nicht immer in den gleichen Einständen“, erzählt Mattiu Cathomen, Revierförster in Tamins, einem Kernlebensraum des Wolfsrudels. Die Verbißschäden seien deshalb weniger konzentriert. Cathomen hält den positiven Einfluß des Wolfs bereits jetzt für gegeben. „Wir sehen das schon im Wald“, sagt er. Auffallen würden die zahlreichen kleinen Weißtannen im Alter von zwei bis fünf Jahren.

Das habe es in Tamins seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Der Leitbaum des Bündner Waldes sei jeweils als Jährling verbissen worden und eingegangen. Jetzt sei der Wilddruck – nach anfänglichen negativen Effekten – zurückgegangen. „Für den Wald ist das Wolfsrudel sicher positiv“, lautet das Fazit von vorderster Front.

Siehe auch OTS-Aussendung des WWF: Herdenschutz gegen Wölfe muß kommen